Beschreibung
Das Hallite 506 Führungsband ist ein Duroplast-Polyestergewebe-Band für hin- und hergehende, oszillierende und langsam rotierende Anwendungen in der Hydraulik. Es verhindert den metallischen Kontakt zwischen Kolben und Zylinderrohr sowie zwischen Stange und Stangenbuchse und kann extremen Seitenbelastungen standhalten. Der Querschnitt 20 mm x 2,5 mm entspricht ISO 10766.Die Oberfläche des Bandes verfügt über Mikrostrukturen, die Hydraulikflüssigkeit einschließen und als zusätzliche Schmierung wirken. Der dynamische Reibungskoeffizient beträgt geschmiert 0,06 auf einer Stahloberfläche mit Ra 0,2 µm. Die zulässige Flächenpressung liegt bei 115 MN/m² (23°C) bzw. 58 MN/m² (80°C).
Das Band ist beständig gegen Mineralöle nach ASTM1 und ASTM3 sowie gegen HFA-, HFC- und HFD-Hydraulikflüssigkeiten. Der Temperaturbereich reicht von -40°C bis +120°C. Quellung tritt bei diesen Medien praktisch nicht auf.
Die Service-Box-Flachspule enthält 10 Meter Band und ist so konzipiert, dass Techniker im Reparatur- und Servicebereich Führungsbänder direkt vor Ort auf das benötigte Maß zuschneiden können. Alle 100 mm ist eine Distanzmarkierung aufgebracht, die das Ablängen erleichtert. Das patentierte Fertigungsverfahren von Hallite schließt Fusselbildung aus.
Merkmale
- WerkstoffDuroplast-Polyestergewebe (TSE 041), Farbe: Rot
- Bandbreite (L1)20,0 mm
- Banddicke (S)2,5 mm
- Lieferlänge10 m (Flachspule in Service-Box)
- Temperaturbereich-40°C bis +120°C
- MedienbeständigkeitMineralöle ASTM1 und ASTM3; HFA-, HFC-, HFD-Hydraulikflüssigkeiten
- Zulässige Flächenpressung115 MN/m² bei 23°C; 58 MN/m² bei 80°C
- Dynamischer Reibungskoeffizient (geschmiert)0,06 (auf Stahl Ra 0,2 µm)
- Dynamischer Reibungskoeffizient (trocken)0,50
- Spezifisches Gewicht1,27 g/cm³
- NormISO 10766
- AnwendungKolben- und Stangenführung in Hydraulikzylindern
Vorteile
- Selbstschmierend durch Mikrostrukturen auf der Bandoberfläche, die Hydraulikflüssigkeit einschließen und den Reibungskoeffizienten auf 0,06 (geschmiert) reduzieren.
- Beständig gegen Mineralöle ASTM1/ASTM3 sowie HFA-, HFC- und HFD-Flüssigkeiten bei praktisch keiner Quellung.
- Einsetzbar von -40°C bis +120°C, geeignet für Außenanwendungen und beheizte Anlagen.
- Zulässige Flächenpressung bis 115 MN/m² bei 23°C, für schwerste Seitenbelastungen in Hydraulikzylindern ausgelegt.
- 10-Meter-Flachspule im Spender ermöglicht schnelles Zuschneiden auf Maß ohne Vorratshaltung vieler Einzelringe.
- Fusselfreie Fertigung durch patentiertes Hallite-Verfahren, kein Kontaminationsrisiko im Hydrauliksystem.
Einsatzgebiete
- Hydraulikzylinder in Pressen und Stanzmaschinen
- Das Band führt Kolben und Stangen bei hohen Seitenbelastungen und verhindert Metall-zu-Metall-Kontakt. Beständigkeit gegen Mineralöle ASTM1/ASTM3 und HFD-Flüssigkeiten ist gegeben.
- Mobilhydraulik (Bagger, Kräne, Hubarbeitsbühnen)
- Einsetzbar bis -40°C, geeignet für Zylinderanwendungen im Außeneinsatz bei tiefen Temperaturen. Selbstschmierung durch Mikrostrukturen reduziert den Wartungsaufwand.
- Industrielle Werkzeugmaschinen
- In hin- und hergehenden Hydraulikachsen zur Führung von Stangen und Kolben, wo exakte Spurhaltung und geringe Reibung gefordert sind.
- Reparatur- und Serviceeinsatz
- Die 10-Meter-Flachspule in der Service-Box ist für die Instandhaltung konzipiert: Techniker schneiden direkt vor Ort auf das benötigte Maß ab, ohne passende Ringe vorrätig halten zu müssen.
- Spritzguss- und Kunststoffmaschinen
- Führung von Hydraulikkolben in Schließ- und Einspritzzylindern, wo HFC-Flüssigkeiten eingesetzt werden und Beständigkeit gegen wassergemischte Medien gefordert ist.
- Agrartechnik und Forsttechnik
- Hydraulikzylinder in Erntemaschinen und Forstgeräten, die bei Temperaturen bis -40°C betrieben werden und hohe Schmutzbeständigkeit erfordern.
Do's and Dont's
Do's:- Sicherheitsfaktor 2:1 bei der Auslegung der Flächenpressung einhalten.
- G min von mindestens 0,70 mm als Mindestwert für das Spiel zwischen Stange und Stangenbuchse einhalten; absoluter Mindestwert G min/2 > 0,10 mm.
- Spule kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
- Schnitt mit einer Amboss-Schere oder einem geeigneten Werkzeug durchführen, das einen sauberen Querschnitt ohne Ausfransen sicherstellt.
- Nut und Gleitflächen vor dem Einbau auf Grate, Beschädigungen und Verschmutzungen prüfen.
- Nicht gleichzeitig maximale Temperatur und maximalen Druck anwenden; Maximalwerte gelten jeweils einzeln.
- Nicht in DOT-Bremsflüssigkeiten (Glykol-Basis) einsetzen; das Band ist für diese Medien nicht freigegeben.
- Nicht in Medien einsetzen, die nicht in der Freigabeliste (Mineralöl ASTM1/ASTM3, HFA, HFC, HFD) enthalten sind, ohne Rücksprache mit Hallite.
- Keinen Schneidvorgang mit Messern mit scharfer Klinge durchführen, da dies Ausfransen der Gewebefasern verursachen kann.
Montage
- Bandbreite (L1 = 20 mm) und Banddicke (S = 2,5 mm) mit den Nutabmessungen des Zylinders abgleichen. Die Nutbreite muss L1 = +0,20/-0 mm betragen, der maximale Eckradius r1 = 0,40 mm.
- Stange/Kolben messen und den erforderlichen Spalt W aus den Tabellen entnehmen: bei Ød1/ØD1 bis 50 mm ist W = 3,00-1,50 mm, bis 120 mm W = 5,00-3,50 mm.
- Das Band von der Flachspule abziehen; die Distanzmarkierungen alle 100 mm als Schneidehilfe nutzen.
- Die benötigte Länge markieren: Band um die Stange legen (Stangenführung) bzw. in die Kolbennut einlegen (Kolbenführung) und den Überlappungspunkt bestimmen. Den Spalt W berücksichtigt eine zweite Markierung.
- Schnitt mit einer Amboss-Schere im Standardwinkel (60°) oder einem anderen Schnittwinkel ausführen. Hallite bietet optimierte Scheren mit passenden Ersatzklingen an.
- Das Führungsband in die Nut einlegen. Metallkontakt zwischen Gleitfläche und Band vermeiden. Die Gleitfläche muss Ra 0,4 µm und Rz 1,6 µm max. aufweisen.
- Bei Änderung des Spiraldurchmessers: Band auf passendem Dorn für 1 Stunde bei 120°C im Ofen erwärmen, dann auf dem Dorn abkühlen lassen.
FAQ
- Welchen Temperaturbereich verträgt das Hallite 506 Führungsband dauerhaft?
Das Führungsband Hallite 506 ist für einen Dauertemperaturbereich von -40°C bis +120°C ausgelegt. Maximalwerte für Temperatur und Druck sollten nicht gleichzeitig erreicht werden; bei Grenzwertbetrieb empfiehlt Hallite eine Rücksprache mit dem technischen Support.
- Für welche Hydraulikflüssigkeiten ist das Hallite 506 freigegeben?
Das Band ist beständig gegen Mineralöle nach ASTM1 und ASTM3 sowie gegen HFA-, HFC- und HFD-Hydraulikflüssigkeiten. Für andere Medien, insbesondere DOT-Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis, ist es nicht freigegeben.
- Warum ist eine Flachspule (Service-Box) gegenüber einem zugeschnittenen Ring vorzuziehen?
Die Flachspule bietet 10 Meter Material für verschiedene Durchmesser auf einem einzigen Querschnitt (20 mm x 2,5 mm). Im Servicebereich deckt das eine Spule viele unterschiedliche Zylinderdurchmesser ab, ohne dass passende Ringe in verschiedenen Durchmessern bevorratet werden müssen.
- Wie schneide ich das Führungsband korrekt auf Länge?
Das Band um die Stange oder in die Kolbennut legen und den Überlappungspunkt markieren. Den erforderlichen Spalt W (abhängig vom Durchmesser, z. B. 1,5-3,0 mm bei Ød1 bis 50 mm) dazuaddieren und eine zweite Markierung setzen. Mit einer Amboss-Schere im 60°-Standardschnittwinkel schneiden. Die Distanzmarkierungen alle 100 mm auf dem Band erleichtern das Ablängen.
- Was bedeutet der Sicherheitsfaktor 2 bei der Auslegung?
Die zulässige Flächenpressung des Bandes (115 MN/m² bei 23°C) ist bereits ein Auslegungswert. Hallite empfiehlt generell einen Sicherheitsfaktor von 2:1, d. h. die tatsächliche Betriebslast sollte maximal die Hälfte der zulässigen Flächenpressung betragen. Die Bruchflächenpressung liegt bei 450 MN/m².
- Wie wird das Führungsband durch die Mikrostrukturen selbstschmierend?
Die Oberfläche des Hallite 506 Bandes ist mit Mikrostrukturen versehen, die Hydraulikflüssigkeit einschließen. Diese eingeschlossene Flüssigkeit wirkt beim Betrieb als Schmierfilm. Der dynamische Reibungskoeffizient sinkt dadurch von 0,50 (trocken) auf 0,06 (geschmiert) auf einer polierten Stahloberfläche.