Zum Hauptinhalt springen
Sie haben das Produkt erfolgreich für die Anfrage vorgemerkt.
Sie haben das Produkt erfolgreich von Ihrer Anfrage-Liste entfernt.
Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Breite H (mm) Typ Werkstoff
03006212-0503 Wellendichtring DIN 3760
Form C 30x62x12 NBR
30 62 12 Form C NBR

Dokumente

Beschreibung

Radial-Wellendichtringe Form C nach DIN 3760 sind wie die Form B aufgebaut: Metallgehäuse am Außendurchmesser für exakte axiale Bauhöhe und erleichteres Einpressen. Zusätzlich trägt die Form C ein stirnseitiges Versteifungs- und Schutzblech, das die Dichtlippe vor Schmutz, Staub und mechanischen Einwirkungen aus der Umgebung schützt. Die Bauform eignet sich vor allem für größere Wellendurchmesser und stark belastete Einbausituationen.

Die federvorgespannte Dichtlippe liegt auf der rotierenden Welle an und dichtet drucklos bis maximal 0,5 bar bei Umfangsgeschwindigkeiten bis 2,8 m/s ab. Bei reinem Rotationsbetrieb sind bis ca. 35 m/s möglich. Die Dichtlippe kann wahlweise zum Medium (z. B. Lager, Getriebe) oder nach außen (Schmutz- und Staubabdichtung) ausgerichtet werden.

Standardwerkstoffe sind NBR für Temperaturen von -40 bis +100 °C und FPM (Viton®) für -30 bis +170 °C. Weitere Werkstoffe wie Silikon, EPDM, HNBR oder ACN sind auf Anfrage erhältlich. Das Metallgehäuse aus unvergütetem Stahl erfordert eine Aufnahmebohrung mit Toleranz H8.

Die Welle muss im Dichtungsbereich drallfreigeschliffen oder glattgewalzt sein, mit einer Rauheit Ra 0,2–0,4 µm (Rt 1–4 µm) und einer Mindesthärte von 45 HRC. Bei starkem Schmutzanfall oder Umfangsgeschwindigkeiten über 4 m/s sind 55–60 HRC erforderlich.

Merkmale

  • BauformForm C nach DIN 3760 (Metallgehäuse + stirnseitiges Versteifungs- und Schutzblech)
  • StandardwerkstoffeNBR, FPM (Viton®); weitere auf Anfrage (Silikon, EPDM, HNBR, ACN)
  • Temperaturbereich NBR-40 °C bis +100 °C
  • Temperaturbereich FPM-30 °C bis +170 °C
  • Max. Umfangsgeschwindigkeit NBR12 m/s
  • Max. Umfangsgeschwindigkeit FPM35 m/s
  • Max. Betriebsdruck0,5 bar (bis 2,8 m/s); drucklos im Normalbereich
  • Wellendurchmesser6–1000 mm
  • Wellentoleranzh11
  • AufnahmebohrungH8, Rt max. 16 µm (Ra max. 3,2 µm)
  • WellenoberflächeDrallfrei geschliffen oder glattgewalzt, Ra 0,2–0,4 µm, Rt 1–4 µm
  • Wellenhärtemind. 45 HRC; bei v > 4 m/s oder starkem Schmutz: 55–60 HRC
  • NormDIN 3760

Vorteile

  • Stirnseitiges Versteifungs- und Schutzblech schützt die Dichtlippe bei direkter Staubbelastung und mechanischen Einwirkungen von außen, wo Form A oder B ohne diesen Schutz auskommen müssen.
  • Metallgehäuse am Außendurchmesser ermöglicht eine exakt reproduzierbare axiale Bauhöhe, was bei Einbau zweier WDR Rücken an Rücken oder in Tandemanordnung erforderlich ist.
  • FPM-Ausführung bleibt bis +170 °C dauerhaft einsetzbar und ist beständig gegen Mineralöle, aliphatische Kohlenwasserstoffe und viele chemische Medien.
  • NBR-Ausführung verträgt Temperaturen bis -40 °C ohne Versprödung, geeignet für Außenanwendungen in Kaltklima.
  • Dichtlippe beidseitig einsetzbar: zum Medium hin für Ölabdichtung an Lagern und Getrieben, nach außen für reine Staub- und Schmutzabdichtung.

Einsatzgebiete

Getriebe und Achsantriebe
Form C dichtet Getriebeabtriebswellen und Achswellen drucklos gegen Ölverlust ab. Das Schutzblech verhindert Schmutzeinfall in die Dichtlippe bei Fahrzeugen und Arbeitsmaschinen.
Elektromotoren und Generatoren
WDR Form C werden an Motorwellen eingebaut, wo neben Lagerfettabdichtung auch Schutz vor Staub aus der Umgebung (Werkstätten, Außenmontage) erforderlich ist.
Pumpenantriebe
An Kreiselpumpen und Industriepumpen dichtet Form C die Antriebswelle gegen Medienübertritt ab. Die stirnseitige Blechverstärkung schützt bei Pumpen in staubbelasteten Prozessen.
Landmaschinen und Baumaschinen
Form C ist für raue Außenbetriebsbedingungen mit intensiver Staubbelastung geeignet, z. B. an Zapfwellen, Schneckenwellen oder Fahrwerkskomponenten.
Fördertechnik und Industriegetriebe
An Kettenantrieben, Schneckengetrieben und Stirnradgetrieben in der Fördertechnik dichtet Form C die Wellendurchführungen ab, auch unter schwingungsbehafteten Betriebsbedingungen.
Lüfter und Ventilatoren
WDR Form C schützen Lüfterwellenlager vor Staub- und Schmutzpartikel-Eintrag, wo der metallische Staubschutzdeckel der Form C gegenüber Form A oder B einen klaren konstruktiven Vorteil bietet.

Do's and Dont's

Do's:
  • WDR in der Originalverpackung bei max. +25 °C, 65 % Luftfeuchtigkeit, lichtgeschützt und ozonfreilagern (gemäß DIN 7716).
  • Dichtlippe vor Einbau auf mechanische Beschädigungen, Haarrisse und Verhärtung prüfen.
  • Welle im Dichtungsbereich drallfreibearbeiten (Ra 0,2–0,4 µm) und auf Mindesthärte 45 HRC prüfen.
  • NBR-Dichtringe bei Lagerzeiten über 7 Jahre vor Einbau erneut auf Werkstoffeigenschaften kontrollieren (DIN 7716).
  • FPM-Dichtringe können bis zu 10 Jahre eingelagert werden, dann erneute Kontrolle.
Don'ts:
  • WDR nicht einschlagen — nur einpressen, exakt senkrecht zur Wellenachse.
  • Dichtlippe nicht mit Lösungsmitteln (Trichlorethylen, Tetrachlorkohlenstoff, Petroleum) reinigen.
  • WDR nicht unter Spannung oder aufgehängt lagern — verformungsfreie Lagerung ist Pflicht.
  • Metallgehäuse der Form C nicht mit Mangan, Kupfer oder Kupferverbindungen in direktem Lager kontakt bringen.
  • Keine WDR Form C bei Dauerbetrieb über 0,5 bar Wellendruck einsetzen — für Druckanwendungen AS-P oder CARCOSEAL AP verwenden.

Montage

  1. Aufnahmebohrung und Welle auf Sauberkeit, Gratfreiheit und Oberflächenbeschädigungen prüfen.
  2. Wellendurchmesser mit Toleranz h11, Aufnahmebohrung mit H8 ausführen. Rauheit der Aufnahmebohrung: Rt max. 16 µm (Ra max. 3,2 µm).
  3. Einbauschrägen an Welle und Gehäuse nach DIN 3760, Tab. 5 und 7, ausreichend dimensionieren und verrunden.
  4. WDR exakt senkrecht zur Wellenachse in die Aufnahmebohrung einpressen. Einschlagen ist nicht zulässig — Verzug und Leckage durch Pumpwirkung sind die Folge.
  5. Dichtlippe vor der Montage leicht mit dem Betriebsmedium oder geeignetem Schmierfett (z. B. HZ 103) benetzen, um den Einlauf zu erleichtern.
  6. Dichtring muss nach der Montage gerade in der Bohrung sitzen, ohne Schrägstellung.
  7. Einbaurichtung der Dichtlippe beachten: bei Ölabdichtung zum Lager gerichtet, bei Staub-/Schmutzabdichtung nach außen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen WDR Form B und Form C?

Form B hat einen metallischen Außenring für exakte axiale Einbaumaße. Form C enthält zusätzlich ein stirnseitiges Versteifungs- und Schutzblech, das die Dichtlippe mechanisch schützt und den Eintrag von Staub und Schmutz von außen reduziert. Form C wird bevorzugt bei größeren Wellendurchmessern und in rauen Betriebsumgebungen eingesetzt.

Bis zu welchem Druck können WDR Form C eingesetzt werden?

WDR Form C nach DIN 3760 sind für drucklosen Betrieb ausgelegt. In Einzelfällen ist ein Überdruck von max. 0,5 bar bei Umfangsgeschwindigkeiten bis 2,8 m/s zulässig. Für höhere Drücke sind Spezialausführungen wie der AS-P oder CARCOSEAL AP erforderlich.

Welchen Werkstoff wähle ich für ölführende Wellen mit erhöhten Temperaturen?

FPM (Viton®) ist für Temperaturen bis +170 °C dauerhaft beständig und verträgt Mineralöle, aliphatische Kohlenwasserstoffe sowie viele synthetische Schmierstoffe. NBR ist die kostengünstigere Wahl für Temperaturen bis +100 °C in Standardölumgebungen. Bei Temperaturen über +100 °C oder bei speziellen Medien ist FPM die richtige Wahl.

Welche Wellenoberfläche ist für WDR nach DIN 3760 erforderlich?

Die Welle muss im Dichtungsbereich drallfreigeschliffen oder glattgewalzt sein. Die Rauheit beträgt Ra 0,2–0,4 µm (Rt 1–4 µm). Drallspuren durch falschen Schleifwinkel erzeugen eine Pumpwirkung, die zur Leckage führt. Die Wellenhärte muss mindestens 45 HRC betragen, bei Geschwindigkeiten über 4 m/s oder starkem Schmutzanfall 55–60 HRC.

Kann ich WDR Form C in beide Richtungen einbauen?

Die Dichtlippe kann in zwei Orientierungen eingebaut werden: zum Medium zeigend (Ölabdichtung, z. B. Lager oder Getriebe) oder nach außen zeigend (Schmutz- und Staubabdichtung). Die Einbaurichtung muss vor der Montage festgelegt werden, da ein späteres Umdrehen nicht möglich ist.

Wie lange können WDR aus NBR oder FPM eingelagert werden?

NBR-Dichtringe sind gemäß DIN 7716 bis zu 7 Jahre lagerbar, danach ist eine Qualitätskontrolle erforderlich. FPM-Dichtringe können bis zu 10 Jahre eingelagert werden. Lagerung bei max. +25 °C, 65 % Luftfeuchtigkeit, lichtgeschützt und frei von Ozon und Lösungsmitteln ist Voraussetzung.