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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Breite H (mm) Typ Werkstoff
01201804-0505 Wellendichtring DIN 3760
Form BS 12x18x4,5 NBR
12 18 4,5 Form BS NBR

Dokumente

Beschreibung

Radial-Wellendichtringe (WDR) Form BS nach DIN 3760 kombinieren einen metallischen Außenring mit einer federvorgespannten Elastomer-Dichtlippe und einer zusätzlichen Staublippe. Der metallische Außenring sorgt beim Einpressen für eine exakt definierte axiale Bauhöhe, was besonders beim Einbau von zwei WDR Rücken an Rücken oder hintereinander wichtig ist. Da das Metallgehäuse keinen Ausgleich von Gehäuseunebenheiten ermöglicht, ist eine sorgfältige Bearbeitung der Aufnahmebohrung nach Toleranz H8 erforderlich.

Die Staublippe der Form BS schützt die Hauptdichtlippe vor dem Eindringen von Staub, Schmutz und Spritzwasser aus der Außenatmosphäre. Damit ist die Form BS gegenüber der Form B für Anwendungen in staubigen, schmutzigen oder feuchten Umgebungen besser geeignet. Die federvorgespannte Dichtlippe dichtet die Welle zuverlässig bis ca. 35 m/s bei drucklosen Anwendungen oder max. 0,5 bar bis zu 2,8 m/s ab.

Standardwerkstoffe sind NBR für Temperaturen von -40°C bis +100°C und FPM/Viton® für Temperaturen von -30°C bis +170°C. Die Welle muss im Dichtbereich drallfrei bearbeitet sein (Schleifen oder Glattwalzen) und eine Rauheit von Rt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm) aufweisen. Die Wellenhärte muss mindestens 45 HRC betragen; bei stärkerem Schmutzanfall oder Wellenumlaufgeschwindigkeiten über 4 m/s sind mindestens 55–60 HRC empfehlenswert.

Merkmale

  • NormDIN 3760
  • BauformBS (metallischer Außenring mit Staublippe)
  • AußenringUnlegierter Stahl DIN EN 10139 (SAE 1008)
  • Standardwerkstoffe DichtlippeNBR, FPM/Viton®
  • Temperaturbereich NBR-40°C bis +100°C
  • Temperaturbereich FPM-30°C bis +170°C
  • Max. Wellengeschwindigkeit NBR12 m/s
  • Max. Wellengeschwindigkeit FPM35 m/s
  • Max. Betriebsdruckdrucklos; max. 0,5 bar bis 2,8 m/s
  • Toleranz AufnahmebohrungH8, Rt max. 16 µm (Ra max. 3,2 µm)
  • Toleranz Welleh11, Rt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm), drallfrei
  • Wellenhärtemin. 45 HRC (bei Schmutzbelastung oder >4 m/s: 55–60 HRC)
  • AbmessungsbereichWellen-Ø 6–500 mm nach DIN 3760 Standardreihe

Vorteile

  • Die integrierte Staublippe hält Staub, Schmutz und Spritzwasser von der Hauptdichtlippe fern und verlängert die Standzeit in verunreinigten Umgebungen gegenüber der Form B ohne Staublippe.
  • Der metallische Außenring ermöglicht eine exakt definierte axiale Bauhöhe, was den Einbau zweier WDR Rücken an Rücken oder hintereinander ohne Spiel zulässt.
  • Das Einpressen in die Aufnahmebohrung ist durch das steife Metallgehäuse etwas erleichtert und gleichmäßiger als bei Formen mit elastomerem Außenmantel.
  • Federvorgespannte Dichtlippe nach DIN 3760 sichert zuverlässige Abdichtung rotierender Wellen bis ca. 35 m/s (FPM) bzw. 12 m/s (NBR) bei drucklosen Anwendungen.
  • Zwei Standardwerkstoffe (NBR bis +100°C, FPM bis +170°C) decken die gängigen Betriebstemperaturen von Getriebe- und Pumpenanwendungen ab; Sonderwerkstoffe auf Anfrage verfügbar.

Einsatzgebiete

Industriegetriebe und Schaltgetriebe
WDR Form BS dichtet die Abtriebswelle gegen austretende Getriebeöle ab. Die Staublippe schützt die Hauptdichtlippe vor Metallabrieb und Schmutz, der in der Nähe von Zahnrädern entsteht.
Kreiselpumpen und Hydraulikpumpen
An der Pumpenwelle verhindert der WDR das Austreten von Betriebsmedium. Die Form BS wird gewählt, wenn die Pumpe in staubiger oder schmutziger Umgebung betrieben wird.
Elektromotoren und Servomotoren
An der Motorwelle dichtet der WDR Lagerfett nach außen ab und schützt gleichzeitig das Lager vor Staubeintrag durch die Staublippe. Häufig in der Erstausrüstung eingesetzt.
Landmaschinen (Zapfwellen, Achsgetriebe)
Die Kombination aus Metallgehäuse und Staublippe ist auf Landmaschinen zugeschnitten, wo Erd- und Pflanzenrückstände bei jeder Umdrehung auf die Dichtung treffen.
Bau- und Baustellenmaschinen
In Fahrantrieben, Drehdurchführungen und Getriebeeinheiten von Baumaschinen schützt die Staublippe die Dichtlippe vor grobem Schmutz, Sand und Spritzwasser.
Doppeleinbau bei getrennten Medien
Zwei WDR Form BS Rücken an Rücken oder hintereinander trennen zwei verschiedene Betriebsmedien (z. B. Getriebeöl und Kühlwasser) zuverlässig. Das Metallgehäuse sichert die exakte axiale Positionierung beider Ringe.
Windenergieanlagen (Nebenaggregategeneratorwellen)
In Hilfsaggregaten von Windenergieanlagen, wo Schmutz und Feuchtigkeit auftreten, sichert die Staublippe die Lebensdauer der Dichtlippe bei intermittierendem Betrieb.

Do's and Dont's

Do's:
  • Aufnahmebohrung auf Toleranz H8 mit Rt max. 16 µm bearbeiten
  • Welle drallfrei schleifen oder glattwalzen, Härte min. 45 HRC sicherstellen
  • Dichtlippe vor Montage mit kompatiblem Betriebsöl oder Dichtungsfett benetzen
  • WDR exakt senkrecht zur Wellenachse einpressen
  • Einlaufschrägen an Welle und Gehäuse nach DIN 3760 ausführen
  • Dichtringe bis zur Montage in Originalverpackung, kühl, trocken und UV-geschützt lagern (max. +25°C, gemäß DIN 7716)
  • Lagerzeit NBR max. 7 Jahre, FPM max. 10 Jahre; FIFO-Prinzip anwenden
Don'ts:
  • WDR nicht einschlagen; nur axiales Einpressen mit gleichmäßiger Kraft
  • Kein Fett auf den Außendurchmesser des Metallgehäuses auftragen
  • Nicht schräg einbauen (Pumpwirkung und Leckage)
  • Keine Werkzeuge mit scharfen Kanten bei der Montage verwenden
  • Nicht in Gehäusebohrungen mit Beschädigungen, Graten oder Rost einbauen: das Metallgehäuse der Form BS kann keine Gehäuseunebenheiten ausgleichen

Montage

  1. Aufnahmebohrung und Welle auf Sauberkeit, Freiheit von Graten und Beschädigungen prüfen. Aufnahmebohrung muss Toleranz H8 aufweisen (Rt max. 16 µm / Ra max. 3,2 µm).
  2. Welle im Dichtbereich muss drallfrei bearbeitet sein (Schleifen oder Glattwalzen), Rauheit Rt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm), Härte min. 45 HRC. Ausreichende Einlaufschrägen oder Montagegleitfasen nach DIN 3760 Tab. 5 und 7 sicherstellen.
  3. Dichtlippe vor der Montage leicht mit Betriebsöl oder einem kompatiblen Fett (z. B. HENNLICH Dichtungsfett HZ 103) benetzen. Kein Fett auf den Außendurchmesser des WDR auftragen.
  4. WDR exakt senkrecht zur Wellenachse in die axial offene Aufnahmebohrung einpressen. Nicht einschlagen; ausschließlich gleichmäßige axiale Presskraft verwenden, z. B. mit geeignetem Einpressdorn oder Montagehülse.
  5. Schräger Einbau erzeugt eine Pumpwirkung und führt zu Leckage. Nach dem Einpressen sicherstellen, dass der WDR gerade und bündig im Gehäuse sitzt.
  6. Nach der Wellenmontage Sitz der Dichtlippe und der Feder prüfen. Dichtlippe nochmals leicht nachfetten (Einlauferleichterung).

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen WDR Form B und Form BS?

Form B hat einen metallischen Außenring ohne weitere Schutzmaßnahmen an der Außenseite der Dichtlippe. Form BS hat zusätzlich eine Staublippe, die Staub, Schmutz und Spritzwasser davon abhält, die Hauptdichtlippe zu erreichen. Form BS ist deshalb für staubige, schmutzige oder feuchte Umgebungen zu wählen, Form B reicht für saubere Einbauräume aus.

Warum erfordert die Form BS eine genauere Bearbeitung der Aufnahmebohrung als Form A?

Das Metallgehäuse der Form BS kann Unebenheiten, Kratzer oder Maßabweichungen in der Gehäusebohrung nicht ausgleichen. Der gummierte Außenmantel der Form A hingegen dichtet auch bei kleinen Gehäuseunebenheiten ab. Für Form BS ist die Toleranz H8 mit Rt max. 16 µm zwingend einzuhalten.

Bis zu welcher Temperatur ist ein NBR-Wellendichtring Form BS dauerhaft einsetzbar?

NBR-Wellendichtringe nach DIN 3760 sind dauerhaft bis +100°C einsetzbar. Der untere Grenzwert liegt bei -40°C. Für höhere Betriebstemperaturen bis +170°C ist die FPM/Viton®-Ausführung zu wählen.

Welche Wellenrauheit und Wellenhärte sind für WDR DIN 3760 erforderlich?

Die Welle muss im Dichtbereich drallfrei bearbeitet sein (Schleifen oder Glattwalzen) und eine Rauheit von Rt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm) aufweisen. Die Wellenhärte muss mindestens 45 HRC betragen. Bei erhöhter Schmutzbelastung oder Wellenumlaufgeschwindigkeiten über 4 m/s sind 55–60 HRC empfehlenswert, um Verschleiß an der Dichtlippe zu minimieren.

Kann ein WDR Form BS unter Druck eingesetzt werden?

WDR nach DIN 3760 sind für drucklose Anwendungen ausgelegt. In Einzelfällen sind bis zu 0,5 bar bei Wellenumlaufgeschwindigkeiten bis 2,8 m/s zulässig. Für höhere Betriebsdrücke sind Sonderbauformen oder PTFE-Lippendichtungen erforderlich.

Warum darf ein Wellendichtring nicht eingeschlagen, sondern nur eingepresst werden?

Beim Einschlagen entsteht eine ungleichmäßige Kraftverteilung, die das Metallgehäuse verformt oder die Dichtlippe beschädigt. Ein schräger Einbau erzeugt zudem eine Pumpwirkung, die zur Leckage führt. WDR sind mit einem geeigneten Einpressdorn exakt senkrecht zur Wellenachse mit gleichmäßiger Axialkraft einzupressen.

Welche Werkstoffe außer NBR und FPM sind für Wellendichtringe Form BS verfügbar?

Neben den Standardwerkstoffen NBR und FPM/Viton® sind weitere Elastomere wie Silikon (MVQ), EPDM, H-NBR und ACM auf Anfrage lieferbar. Die Werkstoffwahl richtet sich nach dem Betriebsmedium, dem Temperaturbereich und allfälligen chemischen Anforderungen.