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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Breite H (mm) Typ Werkstoff
01001907-0519 Wellendichtring DIN 3760
Form AS-P 10x19x7 FPM
für Druckbelastung
10 19 7 Form AS-P druckverstärkt FPM

Beschreibung

Die Form AS-P ist die druckbelastbare Variante des Radial-Wellendichtrings nach DIN 3760. Sie unterscheidet sich von der Standard-Bauform AS durch eine verkürzte, besonders steife Dichtlippe, die gering kompresspressierbare Drücke bis ca. 10 bar bei niedrigen Drehzahlen aufnehmen kann. Die zusätzliche Staublippe verhindert das Eindringen von Schmutz und Staub von außen.

Der Aufbau besteht aus dem gummielastischen Außenmantel, der mit einem metallischen Versteifungsring fest zusammenvulkanisiert ist. Durch den Gummimantel am Außendurchmesser wird Rostbildung zwischen Gehäuse und Dichtring verhindert, und Wärmedehnungen sowie Rauheiten der Aufnahmebohrung werden ausgeglichen. Die federvorgespannte Dichtlippe erzeugt gleichmäßigen Anpressdruck auf die Welle.

Standardwerkstoffe sind NBR (Einsatztemperatur -40 °C bis +100 °C, max. 12 m/s Wellenumfangsgeschwindigkeit) und FPM/Viton® (-30 °C bis +170 °C, max. 35 m/s). Weitere Werkstoffe wie Silikon, EPDM, ACM und H-NBR sind auf Anfrage erhältlich. Die Wellentoleranzen betragen h11, die Aufnahmebohrung H8.

Die Dichtlippe kann zum Medium hin (z. B. Lager- oder Getriebeseite) oder als reine Schmutz- und Staubabdichtung nach außen gerichtet eingebaut werden. Diese Flexibilität erlaubt den Einsatz sowohl zur Abdichtung ölgefüllter Gehäuse als auch zur Außenabdichtung an staubreichen Umgebungen.

Merkmale

  • NormDIN 3760 / ISO 6194
  • BauformAS-P (druckbelastbar, mit Staublippe)
  • Werkstoff Dichtlippe (Standard)NBR oder FPM (Viton®); weitere Werkstoffe auf Anfrage
  • Temperaturbereich NBR-40 °C bis +100 °C
  • Temperaturbereich FPM-30 °C bis +170 °C
  • Max. Wellenumfangsgeschwindigkeit NBR12 m/s
  • Max. Wellenumfangsgeschwindigkeit FPM35 m/s
  • Max. Betriebsdruckbis ca. 10 bar bei niedriger Drehzahl (AS-P)
  • Wellendurchmesser-Bereich8–300 mm (d1, Toleranz h11)
  • AufnahmebohrungToleranz H8, Rt max. 16 µm (Ra max. 3,2 µm)
  • Wellenrauheit im DichtbereichRt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm), drallfrei
  • Wellenmindesthärte45 HRC (bei Schmutzanfall >4 m/s: 55–60 HRC)
  • AußenmantelGummielastisch, mit Metallversteifungsring zusammenvulkanisiert

Vorteile

  • Druckbelastbar bis ca. 10 bar bei niedriger Drehzahl dank verstärkter, kurzer Dichtlippe, die Standard-WDR nicht tolerieren könnten.
  • Gummielastischer Außenmantel verhindert Korrosion zwischen Gehäuse und Dichtring und überbrückt Rauheiten der Aufnahmebohrung bis Ra 3,2 µm.
  • Zusätzliche Staublippe schützt das Innere der Einheit zuverlässig gegen Schmutz- und Staubeintrag von außen.
  • FPM-Ausführung einsetzbar bis +170 °C Dauertemperatur und bis 35 m/s Wellenumfangsgeschwindigkeit, geeignet für Hochdrehzahlanwendungen.
  • Dichtlippe wahl orientierbar: zum Medium hin für Ölrückhaltung oder nach außen für Schmutzschutz, ohne Bauteiländerung.
  • Breites Abmessungsprogramm von 8 bis 300 mm Wellendurchmesser nach DIN 3760 ermöglicht direkten Austausch ohne Sonderanfertigung.

Einsatzgebiete

Getriebe in Antriebstechnik
WDR Form AS-P dichtet Getriebeausgangswellen ab, wo Getriebeöl zurückgehalten und gleichzeitig Schmutz von außen ferngehalten werden muss. Die Druckbelastbarkeit der Form AS-P erlaubt den Einsatz auch bei leichtem Überdruck im Getriebegehäuse.
Elektromotoren
An den Wellendurchführungen von Elektromotoren verhindert die AS-P Lagerfettpenetration nach außen und schützt die Lager vor Staubeintrag, insbesondere in staubbelasteten Produktionsumgebungen.
Pumpenantriebe
Bei Kreiselpumpen und Hydraulikpumpen mit rotierender Welle dichtet der WDR AS-P die Wellendurchführung gegen das Fördermedium ab. FPM-Ausführungen eignen sich dabei für höhere Betriebstemperaturen und aggressive Medien.
Land- und Baumaschinen
In Zapfwellen, Achsantrieben und Getriebeeinheiten von Landmaschinen wird die AS-P Form eingesetzt, weil die Staublippe grobe Verunreinigungen aus Feld und Baustelle abhält und die Hauptdichtlippe das Schmierfett im Lager hält.
Werkzeugmaschinen-Spindeln
An Werkzeugmaschinenspindeln mit geringen Drehzahlen und gelegentlichem Kühlmitteldruck eignet sich die druckbelastbare Form AS-P für die Wellenabdichtung, wo Standardformen versagen würden.
Lüfter und Kompressoren
Wellendurchführungen von Industrielüftern und Kolbenkompressoren profitieren von der kombinierten Dicht- und Staubschutzfunktion des AS-P, besonders in staubigen Industrieumgebungen.
Windkraftgetriebe
In Getriebestufen von Windkraftanlagen sind FPM-Ausführungen des WDR AS-P einsetzbar, da sie die geforderten Temperaturbereiche und Wellenumfangsgeschwindigkeiten abdecken.

Do's and Dont's

Do's:
  • Welle im Dichtbereich drallfrei schleifen oder glattwalzen (Ra 0,2–0,4 µm, Rt 1–4 µm)
  • Wellenhärte auf mindestens 45 HRC sicherstellen; bei Schmutzanfall oder Wellengeschwindigkeit über 4 m/s mindestens 55–60 HRC
  • Dichtlippe vor Montage mit kompatiblem Fett (HZ 103) leicht einölen
  • WDR senkrecht zur Wellenachse einpressen, mit geeignetem Einpresswerkzeug oder Montagehülse
  • Lagerung kühl, trocken, UV-geschützt und ohne mechanische Verformung des Dichtrings
Don'ts:
  • WDR niemals einschlagen, immer gleichmäßig einpressen
  • Dichtring nicht schräg montieren, da sonst Pumpwirkung und Leckage entstehen
  • Kein Fett am Außendurchmesser auftragen (beeinträchtigt den Presssitz)
  • Drehzahl- und Druckgrenzen des gewählten Werkstoffs nicht überschreiten (NBR max. 12 m/s / 0 bar; AS-P max. 10 bar nur bei niedriger Drehzahl)
  • Nicht in Medien einsetzen, gegen die der Werkstoff nicht beständig ist (z. B. NBR nicht in EPDM-spezifische Medien wie Bremsflüssigkeit DOT3/DOT4)

Montage

  1. Aufnahmebohrung und Welle vor der Montage auf Sauberkeit, Beschädigungen und korrekte Oberflächenrauheit prüfen (Bohrung Ra max. 3,2 µm, Welle Ra 0,2–0,4 µm drallfreie Bearbeitung).
  2. Welleneinlauffase und Gehäusefase müssen ausreichend gerundet sein (gemäß Tab. 5 und 7 in DIN 3760). Fehlen Einlauffasen: Montagehülse mit gut gerundetem Übergang verwenden.
  3. Dichtlippe vor dem Einbau leicht mit einem kompatiblen Fett (z. B. HENNLICH HZ 103) benetzen; kein Fett auf den Außendurchmesser auftragen.
  4. WDR exakt senkrecht zur Wellenachse in die axial offene Aufnahmebohrung einpressen, niemals einschlagen. Schräges Einpressen erzeugt Pumpwirkung und führt zu Leckage.
  5. Nach der Wellenmontage Sitz des Dichtrings und der Feder prüfen; Dichtring muss gerade und nicht schräg sitzen. Dichtlippe nochmals nachfetten (Einlauferleichterung).
  6. Einbaurichtung der Dichtlippe festlegen: bei Ölabdichtung zeigt die Lippe zum Lager/Medium, bei Schmutzabdichtung nach außen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Form AS und Form AS-P?

Die Bauform AS ist der Standard-Radial-Wellendichtring mit gummielastischem Außenmantel und Staublippe, ausgelegt für drucklose Anwendungen bis ca. 0,5 bar. Die Form AS-P hat eine verkürzte, besonders steife Dichtlippe und ist ausdrücklich druckbelastbar: in Einzelfällen sind bis ca. 10 bar bei niedriger Drehzahl zulässig. Für genaue Einsatzbedingungen empfiehlt sich Rücksprache mit einem Anwendungstechniker.

Bis zu welcher Temperatur ist der WDR AS-P dauerhaft einsetzbar?

In NBR-Ausführung beträgt der Dauertemperaturbereich -40 °C bis +100 °C. In FPM-Ausführung (Viton®) sind -30 °C bis +170 °C möglich. Weitere Werkstoffe wie Silikon, EPDM oder H-NBR sind auf Anfrage erhältlich und erweitern den Temperaturbereich je nach Anwendung.

Welche Wellenoberfläche ist für den WDR AS-P erforderlich?

Die Welle muss im Dichtbereich drallfrei bearbeitet sein, entweder geschliffen oder glattgewalzt. Die geforderte Rauheit beträgt Rt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm). Drallstrukturen auf der Wellenoberfläche erzeugen eine Pumpwirkung und führen zu Leckage.

Warum darf der WDR AS-P nicht eingeschlagen werden?

Einschlagen erzeugt ungleichmäßige Schlagbelastungen, die den Metallversteifungsring verformen und den Presssitz im Gehäuse beschädigen können. Der WDR muss gleichmäßig senkrecht zur Wellenachse eingepresst werden. Schräges Einpressen führt zusätzlich zu Pumpwirkung und damit zu Leckage im Betrieb.

Kann ich einen WDR AS-P in NBR mit aggressiven Ölen einsetzen?

NBR ist beständig gegen Mineralöle, aliphatische Kohlenwasserstoffe und Schmierfette nach DIN 51524. Nicht geeignet ist NBR für EPDM-affine Medien wie DOT-Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis, aromatische Kohlenwasserstoffe oder stark chlorierte Medien. Für solche Medien ist die FPM-Ausführung zu wählen.

Wie ist die Staublippe am WDR AS-P ausgerichtet?

Die Staublippe zeigt stets nach außen und ist damit zur Umgebungsseite hin orientiert. Sie verhindert das Eindringen von Staub, Schmutz und Spritzwasser in das Lager- oder Getriebegehäuse. Die Hauptdichtlippe kann wahlweise zum Medium (Ölrückhaltung) oder ebenfalls nach außen (reine Schmutzabdichtung) ausgerichtet werden.