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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Breite H (mm) Typ Werkstoff
00601002-0509 Wellendichtring DIN 3760
Form AO 6x10x2 NBR
ohne Feder
6 10 2 Form AO ohne Feder NBR

Dokumente

Beschreibung

Der Wellendichtring Form AO nach DIN 3760 ist eine federlose Variante des Standard-Radial-Wellendichtrings. Er besteht aus einer Dichtlippe ohne Zugfeder, einem metallischen Versteifungsring und einem gummielastischen Außenmantel. Durch den gummierten Außenmantel werden Wärmedehnungen und Unebenheiten der Aufnahmebohrung ausgeglichen, Korrosion zwischen Gehäuse und Dichtring verhindert und die Gefahr von Gehäusebeschädigungen beim Dichtringtausch minimiert.

Die federlose Ausführung erzeugt geringere Reibung als federvorgespannte Bauformen, was sie besonders für Anwendungen mit niedrigen Drehzahlen und engen Einbauräumen geeignet macht. Form AO wird typischerweise zur Abdichtung von Nadellagern eingesetzt, wo die reduzierte axiale Bauhöhe entscheidend ist. Der Dichtring dichtet drucklos ab; in Einzelfällen sind bis 0,5 bar bei max. 2,8 m/s Umfangsgeschwindigkeit zulässig.

Standardmäßig wird Form AO in NBR (−40 bis +100 °C, max. 12 m/s) und FPM/Viton (−30 bis +170 °C, max. 35 m/s) geliefert. Weitere Werkstoffe wie Silikon, EPDM, H-NBR oder ACN sind auf Anfrage erhältlich. Die Welle muss im Dichtungsbereich drallfreigeschliffen oder glattgewalzt sein und eine Rauheit von max. Rt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm) aufweisen. Die Wellentoleranz ist h11, die Aufnahmebohrung H8.

Merkmale

  • BauformAO – federlos, kleinbauend
  • NormDIN 3760
  • AußenmantelGummielastisch (Elastomer)
  • VersteifungsringMetall
  • ZugfederKeine
  • StandardwerkstoffeNBR, FPM (Viton®)
  • Temperaturbereich NBR−40 °C bis +100 °C
  • Temperaturbereich FPM−30 °C bis +170 °C
  • Max. Umfangsgeschwindigkeit NBR12 m/s
  • Max. Umfangsgeschwindigkeit FPM35 m/s
  • Max. Betriebsdruck0 bar (drucklos); Einzelfall max. 0,5 bar bis 2,8 m/s
  • Wellentoleranzh11
  • Wellenhärtemin. 45 HRC (bei Schmutzanfall und v > 4 m/s: 55–60 HRC)
  • WellenrauheitRt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm), drallfreier Schliff
  • GehäusebohrungstoleranzH8
  • GehäuserauheitRt max. 16 µm (Ra max. 3,2 µm)
  • Mindestschnurstärke d2≥ 3 mm

Vorteile

  • Federlose Konstruktion erzeugt geringere Reibung als federvorgespannte Bauformen, was die Verlustleistung bei niedrigen Drehzahlen reduziert.
  • Sehr kleinbauend: geeignet für Einbauräume mit geringer axialer Tiefe, z. B. bei Nadellagern.
  • Gummierter Außenmantel gleicht Wärmedehnungen und Rauheiten der Aufnahmebohrung aus und verhindert Kontaktkorrosion zwischen Dichtring und Gehäuse.
  • Beim Dichtringtausch ist das Verletzungsrisiko für die Gehäusebohrung durch den elastischen Außenmantel geringer als bei metallischen Außendurchmessern (Bauform B/BO).
  • Verfügbar in NBR und FPM für Einsatztemperaturen von −40 bis +170 °C je nach Werkstoff; weitere Werkstoffe auf Anfrage.

Einsatzgebiete

Nadellagergehäuse in Getrieben
Form AO dichtet Nadellager in Getrieben ab, wo der Einbauraum axial begrenzt ist und federvorgespannte Bauformen nicht passen. Die geringere Reibung der federlosen Dichtlippe schont das Lagerschmiermittel.
Lagerstellen in Fördertechnik
In Förderbändern und Förderanlagen werden AO-Wellendichtringe verwendet, um Lagerfett einzuschließen und Staub oder Schmutz auszusperren, wenn der verfügbare axiale Bauraum minimal ist.
Elektromotoren und Kleinstgetriebe
Bei kleinen Elektromotoren und Kleinstgetrieben mit geringer axialer Baulänge verhindert der AO-Dichtring den Ölaustritt an der Wellendurchführung ohne merkliche Erhöhung der Reibungsverluste.
Landmaschinen und Anbaugeräte
In Zapfwellengetrieben und Anbaugeräten der Landtechnik sichert Form AO die Lagergehäuse gegen Eintreten von Erde und Feuchtigkeit bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen.
Pumpengehäuse (drucklose Wellendurchführung)
An der Saugseite von Kreiselpumpen sowie an drucklosen Wellendurchführungen von Dosierpumpen dichtet Form AO zuverlässig ab, solange der Systemdruck 0 bar beträgt.
Haushalts- und Gewerbegeräte
In Waschmaschinentrommeln, Geschirrspülern und Gewerbegeschirrspülern wird Form AO als platzsparende Abdichtung der Lagerwelle gegen Spritz- und Leckagewasser eingesetzt.
Werkzeugmaschinenspindeln (niedrige Drehzahl)
Bei Hilfsantrieben und Nebenspindeln in Werkzeugmaschinen bietet Form AO Schmierölrückhalt ohne die für höhere Drehzahlen ausgelegte Federspannung.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtring vor Montage auf mechanische Beschädigungen, Haarrisse und Verhärtungen prüfen.
  • Dichtlippe vor Einbau dünn mit Betriebsmedium oder kompatiblem Einbaufett einfetten.
  • Lagerung kühl (max. +25 °C), trocken, UV-geschützt und spannungsfrei gemäß DIN 7716.
  • Wellenfläche im Dichtbereich drallfreischleifen (Ra 0,2–0,4 µm); Wellenhärte min. 45 HRC sicherstellen.
  • Einbauschrägen an Welle und Gehäuse nach DIN 3760 ausführen.
  • FIFO-Lagerung einhalten; NBR-Dichtringe bis zu 7 Jahre lagerbar.
Don'ts:
  • Nicht einschlagen – ausschließlich einpressen.
  • Nicht schräg montieren, da sonst Pumpwirkung und Leckage entstehen.
  • Kein Fett auf den Außendurchmesser auftragen.
  • Nicht für Betriebsdrücke über 0,5 bar einsetzen; für Druckanwendungen Bauform AS-P oder vergleichbare druckbelastbare Typen verwenden.
  • Nicht in direktem Kontakt mit Lösungsmitteln, PVC oder kupferhaltigen Metallen lagern.
  • NBR-Dichtringe nicht in unverträglichen Medien wie Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis einsetzen.

Montage

  1. Aufnahmebohrung und Welle vor der Montage auf Sauberkeit, Beschädigungen und Maßhaltigkeit prüfen. Gehäusebohrung mit Toleranz H8 ausführen.
  2. Dichtlippe vor der Montage dünn mit Betriebsmedium oder Einbaufett (z. B. HZ 103) benetzen. Kein Fett auf den Außendurchmesser des Dichtrings auftragen.
  3. WDR Form AO in axial offene Aufnahmebohrung einpressen, nicht einschlagen. Der Dichtring muss exakt senkrecht zur Wellenachse montiert werden, damit keine Schrägstellung entsteht.
  4. Welle und Gehäuse müssen gerundete, ausreichende Einbauschrägen nach DIN 3760 (Tabelle 5 und 7) aufweisen. Ohne Einbauschrägen Montagehülsen mit gut gerundeten Übergängen verwenden.
  5. Dichtlippe zum abzudichtenden Medium hin ausrichten (z. B. bei Lagerabdichtung zur Lagerfettseite). Für Schmutzabdichtung die Lippe nach außen anordnen.
  6. Nach der Montage sicherstellen, dass der Dichtring gerade sitzt und die Feder (falls vorhanden) nicht verdreht oder beschädigt ist.

Wellenhärte mindestens 45 HRC; bei starkem Schmutzanfall und Umfangsgeschwindigkeiten über 4 m/s mindestens 55–60 HRC. Wellenfläche im Dichtungsbereich drallfreischleifen oder glattwalzen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Wellendichtring Form A und Form AO?

Form A hat eine federvorgespannte Dichtlippe, die auch bei Druckschwankungen und höheren Drehzahlen zuverlässig dichtet. Form AO hat keine Zugfeder, erzeugt dadurch weniger Reibung und baut axial kleiner. AO ist für drucklose Anwendungen und enge Einbauräume gedacht, z. B. zur Abdichtung von Nadellagern.

Bis zu welcher Umfangsgeschwindigkeit ist Form AO einsetzbar?

In NBR beträgt die maximale Umfangsgeschwindigkeit 12 m/s, in FPM/Viton 35 m/s. Da Form AO keine Zugfeder hat, ist die Dichtleistung bei sehr hohen Drehzahlen geringer als bei federvorgespannten Bauformen; für Hochdrehzahlanwendungen sind daher Form A oder AS vorzuziehen.

Kann Form AO unter Druck eingesetzt werden?

Form AO ist für drucklosen Betrieb ausgelegt. In Einzelfällen sind bis 0,5 bar bei einer Umfangsgeschwindigkeit von max. 2,8 m/s zulässig. Für Anwendungen mit höherem Betriebsdruck sind druckbelastbare Bauformen wie AS-P erforderlich.

Welche Wellenoberflächenqualität ist für Form AO erforderlich?

Die Welle muss im Dichtungsbereich drallfreischliffen oder glattgewalzt sein und eine Rauheit von Rt 1–4 µm (Ra 0,2–0,4 µm) aufweisen. Drallspuren in der Wellenoberfläche erzeugen eine Pumpwirkung, die zu Leckage führt. Die Wellenhärte muss mindestens 45 HRC betragen; bei starkem Schmutzanfall oder Umfangsgeschwindigkeiten über 4 m/s sind 55–60 HRC erforderlich.

Warum darf Form AO nicht eingeschlagen, sondern muss eingepresst werden?

Beim Einschlagen wirken Schlagkräfte ungleichmäßig auf den Dichtring. Das kann den Versteifungsring verformen, die Dichtlippe beschädigen oder den Dichtring schräg in die Bohrung treiben. Eine Schrägstellung erzeugt eine Pumpwirkung und führt zu Leckage. Das Einpressen mit gleichmäßiger axialer Kraft stellt den geraden Sitz sicher.

Wie lange können NBR- und FPM-Wellendichtringe Form AO gelagert werden?

NBR-Dichtringe sind bei sachgemäßer Lagerung bis zu 7 Jahre haltbar, FPM-Dichtringe bis zu 10 Jahre. Lagertemperatur max. +25 °C, keine direkte UV-Einstrahlung, keine mechanischen Spannungen gemäß DIN 7716. Nach Ablauf der ersten Lagerperiode ist eine Sichtprüfung auf Risse, Verhärtungen und Verformungen erforderlich.