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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
00500022020-R-FP Flachdichtring aus FKM75
50x22x2 mm, DN15/PN10-40
nach DIN 2690
15 40 FKM 75 22 50

Beschreibung

FKM (Fluorkautschuk, auch bekannt als FPM oder unter dem Handelsnamen Viton®) ist ein synthetischer Elastomerwerkstoff mit außergewöhnlicher Beständigkeit gegen Hitze, aggressive Chemikalien, Mineralöle, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Kraftstoffe. Die FLADI FK75 hat eine Nennhärte von 75 Shore A und ist in Schwarz ausgeführt. Der Dauereinsatzbereich liegt bei -20 °C bis +200 °C, kurzzeitige Spitzentemperaturen bis +300 °C sind möglich.

FKM zeichnet sich durch geringe Gasdurchlässigkeit und hohe Dichte aus, wodurch die Flachdichtung auch bei niedrigem Anpressdruck gas- und flüssigkeitsdicht abdichtet. Die Werkstoffgruppe FKM umfasst Copolymere mit guter Tieftemperaturflexibilität sowie Terpolymere mit erweiterter Chemikalienbeständigkeit. Beide Typen sind alterungs- und witterungsbeständig.

FKM ist nicht beständig gegen Heißwasser, Wasserdampf, primäre Amine, polare Lösungsmittel (z. B. Ketone, Ester) und organische Säuren. In diesen Medien sind alternative Werkstoffe wie EPDM oder FFKM zu wählen. Für Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis ist FKM bis +200 °C einsetzbar; in HFA/HFB-Medien (Wasser-Öl-Emulsionen) nur bis +60 °C.

Die Flachdichtungen werden durch Stanzen aus FKM-Platten gefertigt und sind in verschiedenen Innen- und Außendurchmessern sowie Dicken erhältlich. Sie eignen sich als Ersatz für NBR-Dichtungen in Anwendungen mit erhöhten Temperaturen oder aggressiven Medien, wo NBR nicht mehr ausreicht.

Merkmale

  • WerkstoffFKM/FPM (Fluorkautschuk)
  • Härte75 Shore A (±5) nach DIN ISO 7619-1
  • FarbeSchwarz
  • Dichteca. 2,0 g/cm³
  • Temperaturbereich-20 °C bis +200 °C Dauerbetrieb; kurzfristig bis +300 °C
  • Reißfestigkeitca. 9–13 MPa nach DIN 53504
  • Reißdehnungca. 200–340 % nach DIN 53504
  • Druckverformungsrestca. 20–25 % (70 h / 200 °C nach DIN ISO 815-1)
  • Gasdurchlässigkeitgering
  • Lagerzeit10 Jahre nach DIN 7716 / BS 3574

Vorteile

  • Beständig gegen Mineralöle, Kraftstoffe, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Chlorkohlenwasserstoffe nach DIN 51524 und ISO 6743-4
  • Dauereinsatz bis +200 °C ohne bleibende Verformung, kurzzeitig bis +300 °C einsetzbar
  • Geringe Gasdurchlässigkeit und hohe Dichte (ca. 2,0 g/cm³) sichern dichte Flanschverbindungen auch bei niedrigem Schraubenanzugsdrehmoment
  • Hervorragende Alterungs- und Witterungsbeständigkeit; Lagerzeit 10 Jahre nach DIN 7716 ohne Qualitätsverlust
  • Flammwidrig: FKM brennt nicht in eigener Flamme, was den Einsatz in brandgefährdeten Bereichen ermöglicht
  • Direkter Ersatz für NBR-Flachdichtungen in Anwendungen mit Temperaturen über +100 °C oder bei NBR-inkompatiblen Medien

Einsatzgebiete

Chemische und petrochemische Anlagen
FKM-Flachdichtungen dichten Flanschverbindungen in Rohrleitungssystemen ab, die Mineralöle, Kraftstoffe, Säuren und Lösungsmittel führen. Die Beständigkeit gegen konzentrierte Säuren und Chlorkohlenwasserstoffe macht sie in der chemischen Verfahrenstechnik unersetzbar.
Hydrauliksysteme mit erhöhten Temperaturen
In Hydraulikaggregaten und Hochdrucksystemen, in denen Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten nach ISO 6743-4 bei Temperaturen über +100 °C eingesetzt werden, ersetzen FKM-Flachdichtungen NBR-Varianten zuverlässig.
Pumpen und Armaturen
Gehäusedichtungen in chemischen Pumpen und Industriearmaturen profitieren von der hohen Druckverformungsbeständigkeit des FKM. Die Flachdichtung bleibt auch bei wechselndem Druck dauerhaft formstabil.
Ventile und Absperrorgane
In Absperrventilen, Regelventilen und Schiebern von Raffinerien und Kraftwerken werden FKM-Flachdichtungen in Flanschverbindungen eingesetzt, wo Kraftstoffdämpfe oder aromatische Kohlenwasserstoffe auftreten.
Motorengehäuse und Getriebeabdeckungen
Als Gehäusedichtung in Verbrennungsmotoren, Getrieben und Kompressoren, wo Motoröl und Kraftstoffe bei dauerhaft hohen Betriebstemperaturen auftreten.
Kraftwerkstechnik
In Turbinen und Verdichteranlagen, wo Phosphorsäureester-Hydraulikflüssigkeiten (HFDR Aryl) nach ISO 6743-4 eingesetzt werden, ist FKM bis +150 °C kompatibel; NBR und HNBR sind in diesen Medien nicht einsetzbar.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung bis zur Montage in der Originalverpackung belassen, lichtgeschützt und kühl lagern (max. +25 °C)
  • Kompatibilität mit dem Betriebsmedium vor dem Einsatz prüfen, besonders bei Wasserdampf, Aminen und polaren Lösungsmitteln
  • Bei der Lagerung spannungsfreie Ablage in flacher Position einhalten, um Deformationen zu vermeiden
  • FIFO-Prinzip beim Lagerumschlag anwenden; Lagerzeit max. 10 Jahre nach DIN 7716
Don'ts:
  • Nicht in Heißwasser, Wasserdampf oder primären Aminen einsetzen; FKM quillt und verliert die Dichtwirkung
  • Nicht mit polaren Lösungsmitteln wie Ketonen, Estern oder Ethern in Kontakt bringen
  • Nicht in HFC-Hydraulikflüssigkeiten (Wasser-Glykol) einsetzen; FKM ist in diesem Medium nicht beständig
  • Keine scharfen Werkzeuge beim Einlegen verwenden; Kerbempfindlichkeit beachten
  • Keine Lagerung in Kontakt mit PVC, Kreosot oder Kupferverbindungen; Papier- oder PE-Zwischenlagen verwenden

Montage

  1. Dichtflächen von Flansch und Gegenlauffläche auf Sauberkeit, Kratzer und Beschädigungen prüfen. Riefen oder Korrosionsstellen können zur Undichtheit führen.
  2. Alte Dichtungsreste vollständig entfernen. Keine Lösungsmittel auf der FKM-Dichtung verwenden; zum Reinigen nur Seife und kaltes Wasser oder Methylalkohol einsetzen.
  3. Dichtung trocken einlegen; kein Fett oder Öl auf die Dichtfläche auftragen. FKM haftet ausreichend durch seine mechanischen Eigenschaften.
  4. Schrauben über Kreuz gleichmäßig anziehen, um gleichmäßige Flächenpressung zu erzielen. Empfohlene Flächenpressung nach Herstellerangabe des Flansches prüfen.
  5. Nach der Erstmontage bei Betriebstemperatur die Schrauben nachziehen, da FKM bei Wärme leicht nachgibt.

FAQ

Welche Medien verträgt eine FKM-Flachdichtung dauerhaft?

FKM ist beständig gegen Mineralöle, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Chlorkohlenwasserstoffe, Kraftstoffe sowie konzentrierte und verdünnte Säuren. Nicht geeignet ist FKM für Heißwasser, Wasserdampf, primäre Amine, polare Lösungsmittel (Ketone, Ester) und organische Säuren. Bei Unsicherheit ist eine Medienbeständigkeitsprüfung vor dem Einsatz empfohlen.

Bis zu welcher Temperatur ist die FKM-Flachdichtung FK75 dauerhaft einsetzbar?

Der Dauerbetriebsbereich liegt bei -20 °C bis +200 °C. Kurzzeitige Spitzentemperaturen bis +300 °C sind möglich. Unterhalb von -20 °C verliert FKM an Elastizität; bei sehr tiefen Temperaturen sind tieftemperaturfähige FKM-Sondertypen oder alternative Werkstoffe zu wählen.

Was ist der Unterschied zwischen FKM und NBR bei Flachdichtungen?

NBR-Flachdichtungen sind der Standardwerkstoff für Mineralölanwendungen bis ca. +100 °C und sind preiswerter. FKM bietet einen erweiterten Temperaturbereich bis +200 °C und ist zusätzlich beständig gegen Kraftstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe und viele Säuren, bei denen NBR versagt. FKM ist also der richtige Werkstoff, wenn NBR aufgrund der Temperatur oder des Betriebsmediums nicht ausreicht.

Kann ich FKM-Flachdichtungen in Wasser-Glykol-Hydraulikflüssigkeiten (HFC) einsetzen?

Nein. FKM ist in HFC-Hydraulikflüssigkeiten auf Wasser-Glykol-Basis nicht beständig. Für diese Medien sind EPDM oder HNBR geeignete Werkstoffe. Bei aryl-basierten Phosphorsäureestern (HFDR Aryl) hingegen ist FKM bis +150 °C einsetzbar.

Wie lange können FKM-Flachdichtungen gelagert werden?

Die Erstlagerzeit für FKM beträgt 10 Jahre nach DIN 7716 / BS 3574, sofern die Dichtungen kühl (max. +25 °C), trocken, UV-geschützt und spannungsfrei gelagert werden. Nach Ablauf der ersten Lagerperiode ist eine Qualitätsprüfung auf Risse, Verhärtung oder Erweichung erforderlich; bei Bestehen der Prüfung verlängert sich die Lagerzeit um weitere 5 Jahre.

Was bedeutet "75 Shore A" bei der FK75-Flachdichtung?

75 Shore A beschreibt die Härte des FKM-Werkstoffs nach DIN ISO 7619-1. Diese mittlere Elastomerhärte stellt einen Ausgleich zwischen ausreichender Elastizität für eine sichere Flanschabdichtung und genügender Formstabilität unter Betriebsdruck sicher. Weichere Werkstoffe (unter 60 Shore A) neigen bei höherem Betriebsdruck zur Extrusion aus dem Flanschspalt.