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Beschreibung
F307-Ringe werden spanabhebend aus dem Hartgewebe-Verbundwerkstoff HGW92 gefertigt. HGW92 besteht aus Kunstfasergewebe mit modifiziertem Phenolharz und zeichnet sich durch eine statische Druckfestigkeit bis 340 N/mm² bei +23°C aus. Der Reibungskoeffizient auf einer Stahlfläche mit 0,2 Ra µm beträgt 0,05, was im Vergleich zu Metall-Führungen den Verschleiß an metallischen Gegenflächen deutlich reduziert.Der Einsatztemperaturbereich liegt bei -40°C bis +120°C. Die maximale zulässige Gleitgeschwindigkeit beträgt 1,0 m/s. Die Flächenpressung ist bei +23°C auf unter 100 N/mm² begrenzt und sinkt bei +60°C auf unter 50 N/mm²: Bei der Auslegung der Führungslänge muss die Flächenpressung daher mit dem Sicherheitsfaktor 2 angesetzt werden.
F307 eignet sich für Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis sowie für umweltschonende Flüssigkeiten wie Bio-Öle und synthetische Ester. In Wasser, HFA-, HFB-, HFC- und schwerentflammbaren Flüssigkeiten kann die zulässige Einsatztemperatur eingeschränkt sein; dieser Einsatz muss im Einzelfall geprüft werden.
Jeder Ring wird montagefertig mit angefasten Kanten und Schrägschnitt geliefert, was das Einlegen in die Nut erleichtert und einen festen Sitz sicherstellt. Das Produktprogramm deckt Stangen-Ø ab 16 mm und Kolben-Ø ab 30 mm ab. Für größere Durchmesser empfiehlt HENNLICH den Führungsring F506.
Merkmale
- WerkstoffHGW92 (Kunstfasergewebe mit modifiziertem Phenolharz)
- Temperaturbereich-40°C bis +120°C
- Max. Gleitgeschwindigkeit1,0 m/s
- Statische Druckfestigkeit (+23°C)< 340 N/mm²
- Max. zulässige Flächenpressung (+23°C)< 100 N/mm²
- Max. zulässige Flächenpressung (+60°C)< 50 N/mm²
- Max. Wärmeausdehnung35 × 10⁻⁶ /°C
- Reibungskoeffizient (Stahlfläche 0,2 Ra µm)0,05
- Schnurstärke S2,5 mm
- Geeignete MedienMineralöl, Bio-Öle, synthetische Ester; HFA/HFB/HFC/Wasser nur nach Einzelfallprüfung
- LieferformSchrägschnitt, angefaste Kanten, montagefertig
- d1Stangen-Außendurchmesser (Nenn-Ø)
- D1Kolbenrohr-Innendurchmesser (Nenn-Ø)
- D2 / d2Nutgrund-Durchmesser
- D3 / d3Nutaußendurchmesser (berechnet aus Nenn-Ø ± G)
- L1Führungsringbreite
- SWandstärke
- GSpaltmaß (G min./G max. aus Maßtabelle entnehmen)
Vorteile
- Reibungskoeffizient 0,05 auf Stahlflächen schont metallische Gegenflächen und reduziert den Energiebedarf bei Zylinderbewegungen.
- Druckausgleich durch axiale Spalte des Kunststoff-Führungsrings bereits gegeben, hydrodynamischer Schleppdruck wird damit vermieden.
- Nicht messbare Wasseraufnahme des HGW92-Materials verhindert quellungsbedingtes Klemmen im Betrieb.
- Schrägschnitt und angefaste Kanten ermöglichen das Einlegen ohne Spezialwerkzeug und verkürzen die Montagezeit.
- Ab Lager verfügbar für Stangen-Ø 16–80 mm und Kolben-Ø 30–90 mm; Sonderabmessungen mit kurzen Lieferzeiten auf Anfrage.
Einsatzgebiete
- Hydraulikzylinder (Leicht- und Mittelhydraulik)
- F307-Ringe führen Kolben und Stangen in Hydraulikzylindern bei Betriebsdrücken bis 350 bar (Leichthydraulik) bzw. 500 bar (Mittelhydraulik). Bevorzugter Einsatz bei kleineren Durchmessern bis Ø 90 mm.
- Werkzeugmaschinen
- Einsatz in Vorschubzylindern und Spannzylindern, wo geringe Reibung und präzise Führung bei Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten gefordert sind.
- Hebezeuge und Hebebühnen
- Führung von Hubzylindern in Kfz-Hebebühnen und Industriehebezeugen; das geringe Stick-Slip-Verhalten von HGW92 trägt zu ruhigem Hubverhalten bei.
- Spritzgussmaschinen
- Führung von Schließ- und Einspritzzylindern, wo die nicht messbare Wasseraufnahme des Materials Maßhaltigkeit über Betriebstemperatur-Schwankungen hinweg sicherstellt.
- Säulenführungen in Pressen und Stanzautomaten
- F307-Ringe führen Holme und Säulen in Stanzpressen und ähnlichen Maschinen, wo hohe seitliche Kräfte auf der Führungsfläche auftreten.
- Landmaschinen-Anbaugeräte
- Hydraulikzylinder in Anbaugeräten (Pflüge, Mähwerke) arbeiten mit Mineralöl und Bio-Ölen; F307 ist für beide Medien geeignet und hält wechselnden Temperaturen stand.
- Flurförderzeuge
- Hubmast-Zylinder in Gabelstaplern und ähnlichen Fahrzeugen nutzen die kompakte Bauform der F307-Ringe bei kleinen bis mittleren Zylinderdurchmessern.
Do's and Dont's
Do's:- Führungsringbreite und Flächenpressung mit Sicherheitsfaktor 2 auslegen
- Gleitflächen vor der Montage mit HZ103 oder kompatiblem Fett einölen
- Einbaumaße nach Datenblatt einhalten: Stange f9/f8, Kolben H11/H8
- Vor der Montage auf Führung bestehende Kanten gratfrei und verrundet prüfen
- Lagerung kühl, trocken und lichtgeschützt bis zur Montage
- Einsatz in HFA-, HFB-, HFC- oder Wasserhydraulik ohne vorherige Temperatur- und Medienprüfung
- Gleitgeschwindigkeit über 1,0 m/s
- Flächenpressung über 100 N/mm² bei +23°C bzw. über 50 N/mm² bei +60°C
- Radialbohrungen auf aktiven Gleitflächen, die Dichtungen oder Führungsringe überlaufen
- Montage mit scharfen Metallwerkzeugen, die den Ring einschneiden oder beschädigen
Montage
- Nut, Zylinderrohr und Stange vor der Montage von Schmutz, Metallspänen und Verunreinigungen reinigen; Einbauräume auf Beschädigungen prüfen.
- Alle Kanten an Gleitflächen müssen gratfrei und gut verrundet sein; Radialbohrungen auf Gleitflächen sind zu vermeiden, da sie Dichtungselemente und Führungen abscheren können.
- Gleitflächen der Metallteile vor dem Einlegen mit einem sauberen, nicht aggressiven Fett einfetten (z.B. HENNLICH Dichtungsfett HZ103).
- F307-Ring mit dem Schrägschnitt positionieren und gleichmäßig in die Nut einlegen; kein Verdrehen, kein übermäßiges Dehnen.
- Einbaumaße prüfen: Stange Ø d1 nach f9 (besser f8); Kolbenrohr Ø D1 nach H11 (besser H8). Gleitflächen-Rautiefe max. Ra 0,4 µm / Rt 4 µm; statische Flächen max. Ra 3,2 µm / Rt 16 µm.
- Spaltmaß G zwischen G min. und G max. aus der Maßtabelle einhalten; bei der Führungslängenberechnung Flächenpressung mit Sicherheitsfaktor 2 ansetzen.
- Zylinder nach der Montage sorgfältig entlüften, um Lufteinschlüsse zu vermeiden, die Dichtungen und Führungen schädigen können.
FAQ
- Bis zu welcher Temperatur sind F307-Führungsringe dauerhaft einsetzbar?
F307-Ringe aus HGW92 sind für den Dauerbetrieb bei -40°C bis +120°C ausgelegt. In schwerentflammbaren Druckflüssigkeiten (HFA, HFB, HFC) sowie in Wasser kann der obere Grenzwert eingeschränkt sein und muss im Einzelfall geprüft werden.
- Was ist der Unterschied zwischen F307 und F506?
F307 wird für kleinere Durchmesser eingesetzt und aus dem Werkstoff HGW92 (Kunstfasergewebe mit modifiziertem Phenolharz) spanabhebend gefertigt. F506 ist das Premiumprodukt aus einem Polyester-Feingewebe-Verbundwerkstoff mit PTFE-Schmierstoffzusatz und eignet sich für größere Durchmesser sowie anspruchsvollere Belastungsprofile.
- Wie bestimme ich das richtige Spaltmaß G für die Nut?
Das Spaltmaß G wird aus der Maßtabelle im Datenblatt entnommen (G min. und G max. je nach Durchmesser und Wandstärke S). Bei Anwendungen ohne Dichtungen gelten eigene G-Werte; bei kombinierten Führungs- und Dichtungsnuten muss zwischen den G-Anforderungen ein Kompromiss gefunden werden. HENNLICH-Anwendungstechniker beraten bei der Auslegung.
- Kann ich F307 in biologisch abbaubaren Hydraulikflüssigkeiten einsetzen?
Ja. F307 ist für Bio-Öle (biologisch abbaubare Ester und ähnliche umweltschonende Flüssigkeiten) freigegeben. Für den Einsatz in HFA-, HFB- und HFC-Flüssigkeiten sowie in Wasser ist die zulässige Betriebstemperatur im Einzelfall zu prüfen.
- Welche Oberflächenrauheit muss die Gegenfläche (Stange/Zylinderrohr) aufweisen?
Die Gleitfläche (Stange oder Zylinderbohrung) darf maximal Ra 0,4 µm und Rt 4 µm aufweisen. Statische Flächen (Nutgrund, Nutaußenwand) sind auf max. Ra 3,2 µm / Rt 16 µm begrenzt. Stangen werden üblicherweise hartverchromt und auf Mindesthärte 45 HRC geschliffen, Zylinderrohre werden gehont.
- Warum muss die Flächenpressung mit Sicherheitsfaktor 2 ausgelegt werden?
Die im Datenblatt angegebenen Flächenpressungs-Grenzwerte (100 N/mm² bei +23°C, 50 N/mm² bei +60°C) sind Maximalwerte. Da Druckstöße im Betrieb ein Vielfaches des Systemdrucks erreichen können und die Festigkeit von Kunststoffwerkstoffen mit steigender Temperatur sinkt, schreibt HENNLICH vor, bei der Berechnung der Führungslänge den Sicherheitsfaktor 2 anzuwenden.