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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
01070061030-R-EP50 Flachdichtring aus EPDM50
107x61x3 mm, DN50/PN10-40
nach DIN 2690 / EN 1514-1
50 40 EPDM 50 61 107

Beschreibung

EPDM-Flachdichtungen dichten statische Flanschverbindungen gegen Wasser, Dampf, verdünnte Säuren und Basen sowie viele wässrige Medien ab. Der Werkstoff ist peroxidvernetzt und bleibt im Temperaturbereich von -40 °C bis +130 °C dauerhaft elastisch und druckbeständig. Für kurzzeitige Spitzen sind Temperaturen bis +160 °C möglich, sofern der Betriebsdruck entsprechend niedrig ist.

EPDM zeigt hervorragende Beständigkeit gegen Witterungseinflüsse, Ozon und UV-Strahlung. Das Material altert selbst bei Langzeiteinsatz unter Außenbedingungen kaum und ist daher auch für Anwendungen mit Freiluftexposition geeignet. Gegenüber verdünnten Säuren und alkalischen Medien verhält sich EPDM stabil, wobei konzentrierte oxidierende Säuren die zulässige Grenze darstellen.

Mineralöle, Fette und Kraftstoffe greifen EPDM an. Flanschverbindungen in Hydraulik- oder Schmierölsystemen erfordern daher NBR- oder FPM-Dichtungen. EPDM-Flachdichtungen sind passend zu den Flanschabmessungen nach DIN 2690 und EN 1514-1 erhältlich.

Merkmale

  • WerkstoffEPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk), peroxidvernetzt
  • BauformFlachdichtung (statisch)
  • Temperaturbereich-40 °C bis +130 °C (kurzzeitig bis +160 °C)
  • MedienbeständigkeitHeißwasser, Dampf, verdünnte Säuren, verdünnte Laugen, Ozon, Bremsflüssigkeiten DOT3/DOT4
  • Nicht beständig gegenMineralöle, Fette, Kraftstoffe, konzentrierte oxidierende Säuren
  • NormDIN 2690, EN 1514-1
  • Lagerzeitbis 10 Jahre gemäß DIN 7716 / BS 3574

Vorteile

  • Beständig gegen Heißwasser und Dampf bis +130 °C Dauertemperatur, ohne Quellung oder Erweichung
  • Witterungs-, ozon- und UV-beständig: kein vorzeitiges Verhärten oder Reißen bei Außeninstallationen
  • Beständig gegen verdünnte Säuren und Laugen in einem weiten pH-Bereich, geeignet für chemische Prozessleitungen
  • Geringe Druckverformungsrate im Vergleich zu Weich-PVC oder anderen Elastomeren bei statischen Flanschanwendungen
  • Lagerzeit bis zu 10 Jahren gemäß DIN 7716 ohne Qualitätsverlust bei sachgerechter Lagerung

Einsatzgebiete

Trinkwasser- und Trinkwarmwasserleitungen
EPDM-Flachdichtungen werden in Flanschverbindungen von Trinkwasserleitungen eingesetzt, da EPDM in DVGW-geprüften Qualitäten nach DIN EN 682 für Trinkwasserkontakt zugelassen ist.
Dampfleitungen in der Prozessindustrie
In Flanschverbindungen von Dampfleitungen und Dampfarmaturen bis +130 °C Dauertemperatur sind EPDM-Flachdichtungen geeignet, wo Metalldichtungen nicht erforderlich sind.
Kühlwassersysteme in Industrieanlagen
Für Flanschanschlüsse an Wärmetauschern, Kühlkreisläufen und Pumpengehäusen in Maschinen- und Anlagenbau, wo das Medium ausschließlich Wasser oder wässrige Kühlmittelmischungen ist.
Chemische Prozessrohrleitungen
In Rohrleitungssystemen für verdünnte Säuren und alkalische Reinigungsmedien, beispielsweise in Lebensmittel- oder Pharmabetrieben mit CIP-Reinigung (sofern keine Ölbestandteile vorkommen).
Bewässerungs- und Abwasseranlagen
In Flanschverbindungen von Bewässerungssystemen, kommunalen Wasserleitungen und Abwasserbehandlungsanlagen, wo dauerhafter Kontakt mit Wasser und alkalischen Abwässern auftritt.
Heizungsanlagen und Fernwärmenetze
Als Flanschdichtung in Heizungsverteilleitungen und Fernwärmeanschlüssen bei Wassertemperaturen bis +130 °C, wo der Einsatz ölfreier Medien sichergestellt ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung vor Montage auf Haarrisse, Verhärtungen und Maßhaltigkeit prüfen
  • Kühl, trocken, ozon- und UV-geschützt lagern gemäß DIN 7716 (max. +25 °C, Luftfeuchtigkeit 65 %)
  • FIFO-Lagerung anwenden, Lagerdauer auf max. 10 Jahre begrenzen
  • Schrauben über Kreuz und in mehreren Durchgängen gleichmäßig anziehen
  • Nur für ölfreie Medien (Wasser, Dampf, wässrige Lösungen, verdünnte Säuren/Laugen) einsetzen
Don'ts:
  • Nicht in Mineralöl-, Fett- oder Kraftstoffleitungen einsetzen: EPDM quillt und verliert die Dichtwirkung
  • Keine scharfkantigen Werkzeuge beim Einlegen verwenden, die die Dichtungsoberfläche beschädigen können
  • Dichtung nicht mit Kupfer, Mangan oder Kupferlegierungen in direkten Kontakt bringen während der Lagerung
  • Keine Lagerung in der Nähe von Elektromotoren oder Entladungsquellen (Ozonbildung)
  • Dichtung nicht mit organischen Lösungsmitteln reinigen; nur Seife und kaltes Wasser verwenden

Montage

  1. Flanschdichtflächen vor der Montage auf Sauberkeit, Riefen und Beschädigungen prüfen. Alte Dichtungsreste vollständig entfernen.
  2. EPDM-Flachdichtung auf Sitzpassung und Unversehrtheit kontrollieren. Keine Dichtungen mit Haarrissen, dauerhafter Verformung oder Oberflächenverhärtung verwenden.
  3. Dichtung trocken oder mit einem mediumverträglichen Schmiermittel (kein Mineralöl oder Fett) leicht benetzen, um das Einlegen zu erleichtern und Beschädigungen beim Anziehen zu vermeiden.
  4. Dichtung mittig und ohne Verdrehung zwischen den Flanschflächen einlegen.
  5. Schrauben gleichmäßig über Kreuz in mindestens drei Anzugsdurchgängen anziehen, um eine gleichmäßige Flächenpressung auf der gesamten Dichtfläche zu erzielen.
  6. Nach dem Erstbetrieb unter Betriebsdruck die Schraubenanzugsmomente erneut prüfen und ggf. nachziehen, da EPDM unter Drucklast nachfedert.

FAQ

Welche Medien sind für EPDM-Flachdichtungen ungeeignet?

EPDM ist nicht beständig gegen Mineralöle, tierische und pflanzliche Fette sowie Kraftstoffe. Bei Kontakt mit diesen Medien quillt der Werkstoff und verliert die Dichtwirkung dauerhaft. Für Öl- und Kraftstoffleitungen sind NBR- oder FPM-Flachdichtungen zu verwenden.

Bis zu welcher Temperatur sind EPDM-Flachdichtungen dauerhaft einsetzbar?

EPDM-Flachdichtungen sind dauerhaft bis +130 °C einsetzbar. Kurzfristige Temperaturspitzen bis +160 °C sind bei entsprechend niedrigem Betriebsdruck möglich. Unterhalb von -40 °C wird die Elastizität stark eingeschränkt.

Können EPDM-Flachdichtungen in Trinkwasseranlagen eingesetzt werden?

EPDM ist in DVGW-geprüften Qualitäten nach DIN EN 682 für den Einsatz in Trinkwasserleitungen und Trinkwarmwassersystemen zugelassen. Die Eignung für Trinkwasserkontakt muss durch die KTW-Zulassung des jeweiligen Produkts bestätigt sein.

Wie lange können EPDM-Flachdichtungen gelagert werden?

Gemäß DIN 7716 und BS 3574 beträgt die Erstlagerzeit für EPDM bis zu 10 Jahre bei sachgerechter Lagerung (max. +25 °C, geschützt vor Licht, Ozon und Verformung). Nach Ablauf der Erstlagerzeit ist eine Sichtprüfung auf Risse, Verhärtungen und Maßhaltigkeit durchzuführen, bevor die Dichtungen verwendet werden.

Was ist der Unterschied zwischen EPDM- und NBR-Flachdichtungen?

EPDM ist für wässrige Medien, Dampf, verdünnte Säuren und Laugen geeignet, nicht aber für Öle und Kraftstoffe. NBR verhält sich genau umgekehrt: hohe Beständigkeit gegen Mineralöle und Kraftstoffe, aber ungeeignet für Heißwasser und Dampf. Die Mediengruppe des Betriebssystems entscheidet die Werkstoffwahl.

Welche Norm gilt für EPDM-Flachdichtungen an Rohrflanschen?

In Europa sind Flachdichtungen für PN-Flansche nach DIN EN 1092-1 durch die Norm EN 1514-1 definiert. Ältere Flanschverbindungen nach DIN 2690 sind ebenfalls abgedeckt. Die Auswahl der richtigen Dichtungsabmessung erfolgt nach Nennweite (DN) und Nenndruck (PN) der jeweiligen Flanschverbindung.