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Circometer ø20-300 mm

Beschreibung

Das Circometer ist ein zweiteiliges Umfangs-Bandmaß: Ein biege-elastisches Stahlband legt sich formschlüssig an das zu messende Werkstück an, ein aufgesetztes Deckblech mit Nonius zeigt den Außendurchmesser und den Außenumfang gleichzeitig ab. Die Auflösung am Nonius beträgt 0,1 mm. Die Skalierung ist lasergraviert nach DIN 866/B, was maximale Genauigkeit über die gesamte Messbandlänge sicherstellt.

Der Messbereich umfasst ø 20 bis ø 300 mm (entspricht einem Außenumfang von 60 bis 942 mm). Das Band ist aus biege-elastischem Federbandstahl gefertigt und lässt sich auch an nicht formstabilen Werkstücken wie Gummidichtungen und elastischen O-Ringen anlegen, ohne das Werkstück zu verformen.

Das Circometer ist als Absolutmessgerät ausgeführt: Es ist kein Nullabgleich erforderlich, und jede Messung liefert direkt den Außendurchmesser in mm. Das macht es besonders geeignet für den schnellen Einsatz in Wartung, Instandhaltung und Qualitätssicherung, wo Durchmesser bestehender Dichtungen ohne Ausbau der Gesamtbaugruppe bestimmt werden müssen.

Merkmale

  • Messbereich (Außendurchmesser)ø 20 bis ø 300 mm
  • Messbereich (Außenumfang)60 bis 942 mm
  • Ablesung (Nonius)0,1 mm
  • SkalierungLasergraviert, Millimeter-Skala
  • GenauigkeitsnormDIN 866/B
  • KalibrierungsnormDIN 2014/32EU Class II
  • BandwerkstoffFederbandstahl (biege-elastisch)
  • AufbauZweiteilig: Stahlband und Deckblech mit Nonius
  • Skalierungseinheitmm

Vorteile

  • Gleichzeitige Ablesung von Außendurchmesser und Außenumfang in einem Messvorgang spart Zeit bei der Dichtungsidentifikation und -nachbestellung.
  • Lasergravierte Skala nach DIN 866/B gewährleistet gleichbleibende Genauigkeit über die gesamte Bandlänge ohne Verschleiß der Teilung.
  • Absolutmessgerät ohne Nullabgleich: direkt einsatzbereit, kein Kalibrieraufwand vor jeder Messung.
  • Biege-elastischer Federbandstahl legt sich formschlüssig auch an nicht formstabile Werkstücke wie Gummidichtungen und O-Ringe an, ohne die Geometrie zu verfälschen.
  • Kalibrierungsnachweis gemäß DIN 2014/32EU Class II ermöglicht den Einsatz in dokumentationspflichtigen Qualitätssicherungsprozessen.

Einsatzgebiete

Dichtungsidentifikation und -nachbestellung
In Wartung und Instandhaltung wird das Circometer eingesetzt, um eingebaute O-Ringe und Flachdichtungen ohne vollständigen Ausbau zu vermessen und passende Ersatzdichtungen zu identifizieren.
Qualitätssicherung bei Gummiformteilen
In der Dichtungsproduktion und beim Wareneingang ermöglicht das Circometer die schnelle Maßkontrolle von O-Ringen und anderen Elastomerformteilen, auch bei nicht formstabilen Werkstücken.
Rohrleitungs- und Behälterbau
Im Rohrleitungs- und Tankbau dient das Circometer zur Bestimmung des Außendurchmessers von Rohren, Flanschen und Behältern, wo direkte Durchmessermessung mit Messschieber oder Mikrometerschraube nicht zugänglich ist.
Kessel- und Druckbehälterinspektion
Bei der Inspektion von Kesseln und Druckbehältern wird der Außenumfang für die Berechnung von Wanddicken, Spannungen und Flanschdimensionierungen gemessen.
Reifen- und Gummiindustrie
Reifenhersteller und -prüfstellen setzen das Circometer ein, um Reifenumfänge und Felgendurchmesser schnell und reproduzierbar zu bestimmen.
Forst- und Landwirtschaft
Forstbetriebe nutzen das Circometer zur Stammholzmessung, um aus dem gemessenen Stammumfang den Durchmesser für Holzmengenberechnungen abzuleiten.

Do's and Dont's

Do's:
  • Band vollflächig und gleichmäßig am Außenumfang des Werkstücks anlegen
  • Messung an einem sauberen, ölfreien Werkstück durchführen, um Ablesen zu erleichtern
  • Kalibrierungsnachweis nach DIN 2014/32EU Class II bei dokumentationspflichtigen Prüfungen beilegen
  • Band nach Gebrauch flach oder locker aufgerollt lagern
Don'ts:
  • Nicht mit übermäßigem Druck anlegen: weiche O-Ringe und Elastomerdichtungen verformen sich und liefern falsche Messwerte
  • Nicht knicken oder dauerhaft aufgerollt aufbewahren: Federbandstahl verliert durch Dauerverformung seine Messeigenschaften
  • Nicht für Innendurchmessermessungen verwenden: das Circometer ist ausschließlich für Außenumfänge ausgelegt

Montage

  1. Das Stahlband so um das zu messende Werkstück legen, dass es vollständig und gleichmäßig am Außenumfang anliegt. Auf Verdrehungen oder Überlappungen des Bandes achten.
  2. Das Band straff, aber ohne übermäßigen Druck anlegen. Zu starkes Andrücken verformt weiche Werkstücke wie O-Ringe und verfälscht das Messergebnis.
  3. Den Messwert am Nonius auf dem Deckblech ablesen: Die linke Skala zeigt den Außenumfang in mm, die rechte Skala den errechneten Außendurchmesser in mm.
  4. Nach der Messung das Band nicht aufgewickelt aufbewahren; flach oder locker aufgerollt lagern, um Dauerverformung des Federbandstahls zu vermeiden.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen dem Circometer und einem normalen Maßband?

Ein normales Maßband misst nur den Umfang. Das Circometer zeigt auf einer zweiten, lasergravierten Skala gleichzeitig den daraus berechneten Außendurchmesser an, ohne dass eine Umrechnung per Formel nötig ist. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 mm Noniusablesung nach DIN 866/B.

Kann ich mit dem Circometer auch Innendurchmesser messen?

Nein. Der Circometer CJU ist ausschließlich für Außenumfänge und Außendurchmesser ausgelegt. Für Innendurchmessermessungen gibt es eigene Innenmessgeräte der Serie IUB von Oskar Schwenk.

Wie genau ist das Circometer bei weichen Gummidichtungen?

Bei elastischen Werkstücken wie O-Ringen hängt die Messgenauigkeit davon ab, dass das Band nur mit gleichmäßiger, leichter Anlage angebracht wird. Zu starkes Andrücken verformt das Werkstück und verfälscht den Außendurchmesser. Die Instrumentengenauigkeit des Circometers beträgt 0,1 mm nach DIN 866/B.

Wofür steht die Klassifizierung DIN 2014/32EU Class II?

DIN 2014/32EU Class II ist die europäische Norm für Maßbänder und definiert die zulässigen Fehlermaße für die Skalierung. Class II erlaubt größere Fehlertoleranzen als Class I und ist für allgemeine Messtechnik und Qualitätssicherung in der Industrie geeignet. Ein Kalibrierungsnachweis nach dieser Norm kann für dokumentationspflichtige Prüfprozesse ausgestellt werden.

Kann das Circometer für nicht kreisrunde Werkstücke verwendet werden?

Das Circometer misst den Außenumfang und berechnet daraus einen Durchmesser unter der Annahme einer Kreisform. Bei nicht kreisrunden Werkstücken gibt die Durchmesserskala daher einen mittleren Wert aus, keinen tatsächlichen Durchmesser. Die Umfangsskala bleibt dabei geometrisch korrekt.