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Artikelnummer Druckstufe PN (Bar) Nennweite DN Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
00390022020-R-C8200 Flachdichtring aus C8200
39x22x2 mm, DN15
nach DIN EN1514-1, Form SR
40 15 Klinger C8200 22 39

Dokumente

Beschreibung

KLINGERSIL C-8200 ist eine glasfaserverstärkte Flachdichtung (CNAF), bei der Glasfasern mit speziellen säurebeständigen Elastomeren gebunden sind. Der säurebeständige Binder ist flammhemmend ausgeführt und verleiht dem weißen Dichtungsblatt erhöhte Ozonbeständigkeit gegenüber Standardmaterialien. Die Zulassungen DNV GL und TA-Luft belegen die Eignung für sicherheitskritische Anlagen.

Die chemische Beständigkeit ist auf saure Medien ausgerichtet: verdünnte Säuren und verdünnte Basen greifen das Material kaum an (Klasse A), ebenso Alkohole und Wasser. Gegen Kohlenwasserstoffe, Kraftstoffe, Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Mineralöle zeigt das Material starken Angriff (Klasse C) und ist dort nicht einsetzbar. Salpetersäure (HNO₃, 96 %) ist ausdrücklich ungeeignet; Schwefelsäure bis 96 % Konzentration ist mit einer Quellung von 15 % bei 18 h / 23 °C tolerierbar.

Die mechanischen Kennwerte bei Dicke 2,0 mm: Kompressibilität 9 % nach ASTM F 36 J, Rückfederung 55 %, Dichte 1,7 g/cm³. Die Standfestigkeit nach KLINGER-Methode beträgt 7 % Dickenabnahme bei 23 °C und 15 % bei 200 °C unter 25 MPa Flächenpressung. Die ASME-Dichtungsfaktoren liegen bei y = 20 MPa und m = 3,0 (2,0 mm Dicke). Das Material besitzt elektrische Isoliereigenschaften: Durchschlagsfestigkeit 17,0 kV/mm, Oberflächenwiderstand 5,8×10¹¹ Ω.

Die Plattengröße beträgt 2000×1500 mm, lieferbar in Dicken von 1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm. Die Dickentoleranz richtet sich nach DIN 28091-1; Längen- und Breitentoleranz je ±50 mm. Andere Abmessungen auf Anfrage. Das Herstellerwerk Rich. Klinger Dichtungstechnik GmbH & Co KG ist nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert.

Merkmale

  • WerkstoffGlasfasern mit säurebeständigen Elastomeren (CNAF)
  • FarbeWeiß
  • Dichte1,7 g/cm³
  • Kompressibilität9 % (ASTM F 36 J, 2,0 mm)
  • Rückfederung55 % (ASTM F 36 J, 2,0 mm)
  • Standfestigkeit (25 MPa)7 % bei 23 °C / 15 % bei 200 °C
  • Spez. Leckrate9,17×10⁻⁹ mbar·l/(s·m) nach VDI 2440
  • ASME-Dichtungsfaktor y20 MPa (alle Dicken)
  • ASME-Dichtungsfaktor m2,1 (1,0 mm) / 3,0 (2,0 mm) / 6,2 (3,0 mm)
  • Durchschlagsfestigkeit17,0 kV/mm
  • Oberflächenwiderstand5,8×10¹¹ Ω
  • Spez. Durchgangswiderstand4,1×10¹² Ω·cm
  • Plattenformat2000×1500 mm
  • Dicken1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm
  • Dickentoleranznach DIN 28091-1
  • ZertifikateDNV GL, TA-Luft
  • Hersteller-ZertifizierungDIN EN ISO 9001:2015

Vorteile

  • Beständig gegen verdünnte Säuren und Basen (Beständigkeitsklasse A), einschließlich Schwefelsäure bis 96 % Konzentration mit kontrollierter Quellung von 15 %
  • Flammhemmender Binder reduziert das Brandrisiko bei Leckagen in chemischen Anlagen
  • DNV GL-Zulassung und TA-Luft-Konformität belegen die Eignung für sicherheitsrelevante und emissionsüberwachte Anlagen
  • Sehr niedrige spezifische Leckrate von 9,17×10⁻⁹ mbar·l/(s·m) nach VDI 2440 erfüllt hohe Dichtheitsforderungen
  • Erhöhte Ozonbeständigkeit gegenüber Standard-CNAF verlängert die Standzeit bei Außenmontagen und ozonbelasteten Umgebungen
  • Elektrisch isolierend (Durchschlagsfestigkeit 17,0 kV/mm) verhindert elektrochemische Korrosion an Flanschverbindungen

Einsatzgebiete

Chemische Reaktoren und Behälterflansche
C-8200 dichtet Flanschverbindungen an Behältern und Reaktoren, die verdünnte bis konzentrierte Schwefelsäure (bis 96 %) führen. Die niedrige Leckrate nach VDI 2440 unterstützt die TA-Luft-Konformität der Anlage.
Säure-Rohrleitungssysteme
In Rohrleitungen für verdünnte Salz-, Schwefel- und Phosphorsäure übernimmt C-8200 die Flanschabdichtung. Die Glasfaserverstärkung hält dem Betriebsdruck ohne übermäßiges Setzen stand.
Pumpen und Armaturen in der Chemie
Pumpengehäuse und Ventilgehäuse, die aggressive Prozessmedien führen, werden mit C-8200-Zuschnitten aus der Plattenware abgedichtet. Die Beständigkeit gegen Alkohole und Wasser (Klasse A) deckt gängige Reinigungsmedien ab.
Wärmetauscher in der chemischen Industrie
Bei Wärmetauschern, in denen saure Prozessflüssigkeiten geführt werden, sichert C-8200 die Deckelflansche. Die flammhemmende Ausführung reduziert das Brandrisiko bei Leckage.
Anlagen der Papier- und Zellstoffindustrie
Bleichanlagen und Laugenbehälter in der Papierindustrie setzen C-8200 für Flanschdichtungen ein, wo verdünnte Basen und Säuren im Wechsel auftreten können.
Energieerzeugungsanlagen
In Kraftwerken und Energieanlagen, die mit Prozessdampf oder korrosiven Hilfsmedien arbeiten, kommt C-8200 an Flanschverbindungen zum Einsatz. Die DNV GL-Zulassung ist für den maritimen und Offshore-Energiebereich relevant.
Öl- und Gasanlagen (nicht kohlenwasserstoffführend)
Im Öl- und Gas-Sektor eignet sich C-8200 für saure Prozessströme wie Säurewäschen und Entwässerungsanlagen. Für kohlenwasserstoffführende Leitungen ist das Material nicht geeignet.

Do's and Dont's

Do's:
  • Medienbeständigkeit vor dem Einsatz prüfen
  • Schrauben in mindestens zwei Durchgängen über Kreuz anziehen
  • Nach Erstbetrieb bei Betriebsbedingungen nachziehen
  • Dichtung trocken und UV-geschützt lagern
  • Bei Betrieb nahe der P-T-Grenzlinie (Entscheidungsfeld 2 oder 3) anwendungstechnische Überprüfung beim Hersteller anfordern
Don'ts:
  • Nicht mit Salpetersäure (HNO₃, 96 %) einsetzen: Material ist laut Hersteller ungeeignet
  • Nicht in Kohlenwasserstoff-, Kraftstoff-, Aromaten- oder Ölanwendungen verwenden: starker Angriff (Klasse C)
  • Keine kohlenwasserstoffhaltigen Montagehilfsmittel oder Fette verwenden
  • Nicht übermäßig verpressen: maximale Flächenpressung im Betrieb dem P-T-Diagramm des Herstellers entnehmen
  • Beschädigte oder verformte Dichtungen nicht wiederverwenden

Montage

  1. Dichtflächen beider Flansche auf Sauberkeit, Riefen und Beschädigungen prüfen. Alte Dichtungsreste vollständig entfernen.
  2. Dichtung auf korrekte Abmessungen und unbeschädigte Oberfläche kontrollieren. Auf exakten Sitz der Schraubenlöcher achten.
  3. Dichtung trocken oder mit einem medienverträglichen, säurebeständigen Schmiermittel einlegen. Keine lösungsmittelhaltigen Pasten verwenden, da C-8200 gegen Kohlenwasserstoffe empfindlich ist.
  4. Schrauben handfest anziehen. Anschließend in mindestens zwei Durchgängen über Kreuz anziehen, bis die Ziellast erreicht ist. Die erforderliche Flächenpressung ergibt sich aus dem ASME-Dichtungsfaktor m und dem Betriebsdruck.
  5. Nach dem Erstbetrieb bei Betriebstemperatur und -druck Schrauben nachziehen, da das Material unter Wärme und Druck setzt. Dies gilt insbesondere bei Betriebstemperaturen über 100 °C.

Für jede Anwendung ist die Medienbeständigkeit anhand der chemischen Beständigkeitstabelle zu prüfen. Bei Grenzfällen empfiehlt der Hersteller eine anwendungstechnische Überprüfung (P-T-Diagramm Entscheidungsfelder 2 und 3).

FAQ

Kann KLINGERSIL C-8200 mit Salpetersäure eingesetzt werden?

Nein. Laut Herstellerdatenblatt ist C-8200 für konzentrierte Salpetersäure (HNO₃, 96 %) ungeeignet. Für Schwefelsäure bis 96 % gibt der Hersteller eine Dickenquellung von 15 % bei 18 h/23 °C an, was in vielen Anwendungen tolerierbar ist. Die chemische Beständigkeit ist immer im Detail über die Klinger-Beständigkeitstabelle zu prüfen.

Ist C-8200 für Mineralöl- oder Kraftstoffleitungen geeignet?

Nein. Das Material zeigt gegen Paraffinkohlenwasserstoffe, Kraftstoff, Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Mineralöle starken Angriff (Beständigkeitsklasse C). Für diese Medien sind andere KLINGERSIL-Typen wie C-4300 oder C-4400 einzusetzen.

Was bedeuten die ASME-Dichtungsfaktoren m und y bei der Flanschauslegung?

Der Faktor y (hier 20 MPa für alle Dicken) ist die Mindest-Flächenpressung beim Einbau, die benötigt wird, um die Dichtfläche zu schließen. Der Faktor m multipliziert mit dem Betriebsdruck ergibt die notwendige Betriebsflächenpressung zur Aufrechterhaltung der Dichtheit. Für eine 2,0 mm dicke C-8200-Dichtung beträgt m = 3,0; bei 10 bar Betriebsdruck sind also mindestens 30 bar Flächenpressung im Betrieb sicherzustellen.

Warum setzt die Dichtung nach dem Erstmontieren nach, und was ist zu tun?

Faserverstärkte Flachdichtungen (CNAF) verdichten sich unter Wärme und Betriebsdruck geringfügig weiter. Bei C-8200 beträgt die Standfestigkeit 7 % Dickenabnahme bei 23 °C und 15 % bei 200 °C. Nach Erstbetrieb bei Betriebsbedingungen sind die Schrauben nachzuziehen, um Leckageverluste zu vermeiden.

Welche Dicke ist für welchen Anwendungsfall zu wählen?

Dünnere Dichtungen (1,0 mm) haben einen niedrigeren ASME-m-Faktor (2,1) und eignen sich für Flansche mit sehr guten Dichtflächen und hoher Schraubenkraft. Dickere Dichtungen (3,0 mm, m = 6,2) gleichen rauere oder unregelmäßigere Dichtflächen aus, benötigen jedoch höhere Einbaukräfte. Die 2,0 mm-Dicke ist der Standardwert für die meisten PN-Flansche.

Was bedeutet die DNV GL-Zulassung für den Einsatz auf Schiffen?

Die DNV GL-Zulassung bestätigt, dass C-8200 die Anforderungen des Schiffsregisters Det Norske Veritas Germanischer Lloyd erfüllt. Das Material ist damit für den Einsatz in sicherheitsrelevanten Flanschverbindungen an Bord von Schiffen und auf Offshore-Plattformen zugelassen, sofern das Medium kompatibel ist.

Ist C-8200 wiederverwendbar?

Nein. Faserverstärkte Flachdichtungen dürfen nach einmaligem Einbau und Betrieb nicht wiederverwendet werden. Das Material verformt sich plastisch unter Betriebsbedingungen. Bei jeder Flanschöffnung ist eine neue Dichtung einzusetzen.