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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
08100712020-R-C4509 Flachdichtring aus C4509
810x712x2 mm, DN700/PN10
nach DIN EN1514-1
700 10 Klinger C4509 712 810

Dokumente

Beschreibung

KLINGERSIL C-4509 ist eine Hochdruckflachdichtung auf Basis von Karbonfasern und speziellen hochtemperaturbeständigen Zusatzstoffen, gebunden mit NBR. Die einvulkanisierte Streckmetall-Armierung erhöht die mechanische Tragfähigkeit und macht die Dichtung für hohe Schraubenkräfte geeignet. Das Basisprodukt KLINGERSIL C-4500 ist fire safe-getestet.

Die Dichtung ist schwarz und hat eine Dichte von 2,0 g/cm³ bei einer Dicke von 1,5 mm. Die Kompressibilität beträgt 10 % nach ASTM F 36 J, die Rückfederung 62 %. Die Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 liegt bei 43 MPa (50 MPa / 16 h / 300 °C). ASME-Code-Dichtungsfaktoren für 1,5 mm Dicke: y = 30 MPa, m = 4,0.

Anwendungsschwerpunkte sind alkalische Medien und Dampf in der chemischen Industrie. Die chemische Beständigkeit gegenüber Paraffin-Kohlenwasserstoffen, Motorenölen, Alkoholen und Wasser ist sehr gut (Klasse A). Gegenüber Kraftstoff und mineralischen Schmierstoffen besteht ein geringer bis moderater Angriff (Klasse B). Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ketone und Ester greifen die Dichtung stark an (Klasse C).

Die Standardplatten sind in den Abmessungen 1000 x 1500 mm und 2000 x 1500 mm mit Dicken von 1,0 mm und 1,5 mm lieferbar. Toleranzen nach DIN 28091-1. Weitere Dicken und Abmessungen auf Anfrage. Die Produktion erfolgt zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015.

Merkmale

  • WerkstoffKarbonfasern mit hochtemperaturbeständigen Zusatzstoffen, gebunden mit NBR
  • ArmierungStreckmetall
  • FarbeSchwarz
  • Dichte2,0 g/cm³ (bei 1,5 mm Dicke)
  • Kompressibilität10 % (ASTM F 36 J)
  • Rückfederung62 % (ASTM F 36 J)
  • Druckstandfestigkeit43 MPa nach DIN 52913 (50 MPa, 16 h / 300 °C)
  • Druckstandfestigkeit41 MPa nach BS 7531 (40 MPa, 16 h / 300 °C)
  • ASME-Dichtungsfaktor y30 MPa (1,5 mm)
  • ASME-Dichtungsfaktor m4,0 (1,5 mm)
  • Dickenquellung in Öl IRM 9033 % (ASTM F 146, 5 h / 150 °C)
  • Dickenquellung in Kraftstoff B5 % (ASTM F 146, 5 h / 23 °C)
  • Standfestigkeit (23 °C, 50 MPa)Dickenabnahme 8 %
  • Standfestigkeit (300 °C, 50 MPa)Dickenabnahme 6 %
  • Plattenformat1000 x 1500 mm, 2000 x 1500 mm
  • Dicke1,0 mm, 1,5 mm
  • ToleranzDicke nach DIN 28091-1; Länge ±50 mm; Breite ±50 mm
  • ZertifizierungDIN EN ISO 9001:2015
  • ZulassungDNV GL

Vorteile

  • Streckmetall-Armierung erhöht die Druckstandfestigkeit auf 43 MPa nach DIN 52913, sodass die Dichtung auch bei hohen Schraubenkräften formstabil bleibt.
  • Sehr gute Beständigkeit gegen alkalische Medien und Dampf (Klasse A) ermöglicht den Einsatz in der chemischen Verfahrenstechnik ohne Werkstoffwechsel.
  • Hohe Rückfederung von 62 % nach ASTM F 36 J kompensiert setzungsbedingte Flächenpressungsverluste bei Temperaturwechseln.
  • Geringe Quellung in Öl IRM 903 (3 %) und Kraftstoff B (5 %) sichert Maßhaltigkeit auch bei Medienexposition.
  • DNV GL Zulassung bestätigt die Eignung für maritime Anwendungen und die Konformität mit internationalen Klassifikationsanforderungen.
  • Basismaterial KLINGERSIL C-4500 ist fire safe-getestet, was den Einsatz in sicherheitskritischen Anlagen erleichtert.

Einsatzgebiete

Dampfleitungen und Dampfarmaturen
KLINGERSIL C-4509 dichtet Flanschverbindungen in Dampfnetzen zuverlässig ab. Die hohe Druckstandfestigkeit und die gute Beständigkeit gegen Wasserdampf machen sie für Sattdampf- und Heißdampfanwendungen geeignet.
Chemieanlagen mit alkalischen Medien
In Reaktoren, Behältern und Rohrleitungen, die Laugen oder alkalische Prozessmedien führen, schützt die Karbonfaser-NBR-Matrix die Dichtung vor chemischem Angriff. Beständigkeit Klasse A gemäß Klinger-Beständigkeitstabelle.
Raffinerien und Öl- und Gasverarbeitung
Flanschverbindungen in der Kohlenwasserstoffverarbeitung, die mit Paraffinen, Motorenölen oder mineralischen Schmierstoffen in Kontakt stehen, können mit C-4509 abgedichtet werden. DNV GL Zulassung erleichtert die Zertifizierung in Offshore-Anlagen.
Kraftwerke und Energieerzeugung
In Dampfturbinen-Peripherie und Wärmetauschersystemen werden hohe mechanische Lasten und Temperaturschwankungen an Flanschen durch die Streckmetall-Armierung und die hohe Rückfederung von 62 % beherrscht.
Zellstoff- und Papierindustrie
Kocherleitungen und Eindampfanlagen arbeiten mit alkalischen Prozesslaugen bei erhöhten Temperaturen. Die Dichtung ist für diese Medienkombination ausgelegt.
Marine und Schiffbau
Flansche in Motorkühlsystemen, Dampferzeugern und Abgasleitungen an Bord, wo eine DNV GL Zulassung für den Klassifikationsnachweis erforderlich ist.
Allgemeiner Anlagen- und Apparatebau
Überall dort, wo standardisierte Flanschverbindungen nach DIN EN 1092-1 unter erhöhten Drücken und Temperaturen betrieben werden und asbestfreie, fire safe-getestete Dichtungswerkstoffe gefordert sind.

Do's and Dont's

Do's:
  • Medienbeständigkeit für das konkrete Medium vor dem Einbau verifizieren.
  • P-T-Diagramm des Herstellers für die gewählte Dichtungsdicke konsultieren, um Druck-Temperatur-Kombination zu bewerten.
  • Dichtung kühl, trocken und geschützt vor UV-Strahlung und Ozon lagern.
  • Schrauben nach Betriebsstart und Temperatureinwirkung nochmals kontrollieren und nachziehen.
  • Zuschnitte mit geeignetem Werkzeug (Wasserstrahl, Stanzwerkzeug) ausführen, um gratfreie Kanten zu gewährleisten.
Don'ts:
  • Nicht in Medien der Klasse C (Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ketone, Ester) ohne Rücksprache mit dem Hersteller einsetzen.
  • Keine scharfen Werkzeuge oder Klingen direkt auf die Dichtungsoberfläche aufsetzen, die die Streckmetall-Armierung beschädigen könnten.
  • Dichtung nicht mehrfach verwenden. Nach dem Öffnen einer Flanschverbindung ist eine neue Dichtung einzusetzen.
  • Keine Schmiermittel auf die Dichtfläche auftragen, sofern der Flansch und die Dichtungsauslegung dies nicht ausdrücklich vorsehen.

Montage

  1. Dichtflächen des Flansches vor dem Einbau auf Sauberkeit, Riefen und Beschädigungen prüfen. Verunreinigungen vollständig entfernen.
  2. Dichtung auf die korrekte Dicke (1,0 mm oder 1,5 mm) und Abmessung prüfen. Zuschnitte müssen gratfrei sein.
  3. Dichtung trocken und ohne Schmiermittel auf die Dichtfläche auflegen. Zentrieren, sodass alle Bolzenlöcher fluchten.
  4. Schrauben handfest eindrehen, dann in mehreren Schritten über Kreuz (Stern- oder Reihenfolge nach EN 1591) auf das vorgesehene Anzugsmoment anziehen.
  5. Nach dem ersten Druckaufbau und einer Betriebsphase mit Temperaturspreizung Schrauben nochmals kontrollieren und gegebenenfalls nachziehen.

Das P-T-Diagramm des Herstellers (Klinger) ist vor jeder Auslegung zu prüfen: In Entscheidungsfeld 1 ist keine anwendungstechnische Überprüfung erforderlich, in Feld 2 wird sie empfohlen, in Feld 3 ist sie zwingend. Die Medienbeständigkeit ist für jeden Einsatzfall gesondert zu überprüfen.

FAQ

Welche Drücke und Temperaturen verträgt KLINGERSIL C-4509?

Die maximale Belastbarkeit hängt von der Kombination aus Druck und Temperatur ab und ist im P-T-Diagramm des Herstellers für die jeweilige Dichtungsdicke dargestellt. Die Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 beträgt 43 MPa bei 50 MPa Flächenpressung und 300 °C über 16 Stunden. Für Auslegungen nahe diesen Grenzen empfiehlt Klinger eine anwendungstechnische Überprüfung.

Warum ist KLINGERSIL C-4509 mit Streckmetall armiert?

Die Streckmetall-Armierung erhöht die mechanische Tragfähigkeit der Dichtung unter hohen Schraubenkräften und verhindert ein Ausblasen bei Druckspitzen. Sie verbessert zudem die Ausblassicherheit gegenüber nicht armierten Faserdichtungen, was beim Einsatz in Hochdrucksystemen sicherheitsrelevant ist.

Ist KLINGERSIL C-4509 für den Einsatz mit Kraftstoff oder Aromaten geeignet?

Nein. Gegenüber Kraftstoff besteht laut Beständigkeitstabelle ein geringer bis moderater Angriff (Klasse B), gegenüber Aromaten und chlorierten Kohlenwasserstoffen sogar ein starker Angriff (Klasse C). Für diese Medien sollte ein anderer Dichtungswerkstoff gewählt werden. Die Beständigkeit für das konkrete Medium ist immer vorab bei Klinger zu verifizieren.

Was bedeutet die DNV GL Zulassung für KLINGERSIL C-4509?

Die DNV GL Zulassung bestätigt, dass die Dichtung die Anforderungen des Klassifikationsunternehmens Det Norske Veritas Germanischer Lloyd erfüllt. Sie ist damit für den Einsatz in zertifizierungspflichtigen maritimen Anlagen und Offshore-Strukturen zugelassen und erleichtert die Abnahme durch Schiffsbauklassifikatoren.

Was bedeutet fire safe-getestet beim Basismaterial C-4500?

Das Basismaterial KLINGERSIL C-4500 wurde nach einer anerkannten fire safe-Norm geprüft. Im Brandfall behält die Dichtung ihre Abdichtfunktion über eine definierte Zeitspanne, was in sicherheitskritischen Anlagen der Petrochemie und Energieerzeugung eine Voraussetzung für den Einsatz sein kann.

Kann KLINGERSIL C-4509 nach dem Öffnen einer Flanschverbindung wiederverwendet werden?

Nein. Flachdichtungen aus faserverstärktem Material sind Einwegartikel. Nach dem Öffnen und Lösen der Schrauben hat die Dichtung durch Setzung und plastische Verformung ihre ursprüngliche Geometrie verändert. Eine gebrauchte Dichtung kann die geforderte Dichtheit nicht mehr zuverlässig gewährleisten.

Welche Flächenpressung ist beim Einbau von KLINGERSIL C-4509 erforderlich?

Die erforderliche Einbauflächenpressung ist über das Dichtverhalten-Diagramm ermittelbar, das auf dem EN 13555-Prüfverfahren basiert (Innendruck Helium 40 bar). Die ASME-Code-Dichtungsfaktoren für 1,5 mm Dicke sind y = 30 MPa (Mindestflächenpressung zum Dichtstellen) und m = 4,0 (Betriebserhöhungsfaktor). Konkrete Anzugsmomente sind aus der Flanschberechnung nach EN 1591 oder ASME PCC-1 abzuleiten.