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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
00500036020-R-C4500 Flachdichtring aus C4500
50x36x2 mm, DN20
nach DIN EN1514-1, Form TG
20 40 Klinger C4500 36 50

Dokumente

Beschreibung

KLINGERSIL C-4500 besteht aus Carbonfasern und speziellen hochtemperaturbeständigen Zusatzstoffen, die mit NBR gebunden sind. Der Werkstoff wurde für den Einsatz in stark alkalischen Medien und Heißdampf bei erhöhten Temperaturen entwickelt. Zusätzlich ist das Material beständig gegen Öle, Gase, Salzlösungen, Kraftstoffe, Alkohole, schwache organische und anorganische Säuren, Kohlenwasserstoffe, Schmierstoffe und Kältemittel.

Die Dichtungsplatte erreicht bei 2,0 mm Dicke eine Kompressibilität von 11 % (ASTM F 36 J) und eine Rückfederung von 60 %. Die Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 beträgt 38 MPa bei 50 MPa Belastung, 16 Stunden und 175 °C sowie 30 MPa bei 300 °C. Die spezifische Leckrate nach VDI 2440 liegt bei 4,94×10⁻⁶ mbar×l/(s×m), die Dichtheitsklasse nach DIN 28090-2 bei 0,05 mg/(s×m).

Die Oberfläche ist serienmäßig mit einer gering haftenden Beschichtung ausgestattet. Auf Wunsch ist eine beidseitige Graphitierung lieferbar, die das Ablösen der Dichtung bei Wartungsarbeiten weiter erleichtert. Das Material ist schwarz eingefärbt und klassifiziert nach BS 7531:2006 Grade AX.

KLINGERSIL C-4500 ist zugelassen nach BAM, DIN-DVGW, DIN-DVGW W 270, Elastomerleitlinie, ÖVGW, DNV GL, TA-Luft und Fire-Safe gemäß DIN EN ISO 10497. Dickentoleranzen entsprechen DIN 28091-1, Längen- und Breitentoleranzen betragen ±50 mm. Die Platte ist in Dicken von 0,5 / 1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm verfügbar, Plattenformat 1000×1500 mm und 2000×1500 mm.

Merkmale

  • WerkstoffCarbonfasern + hochtemperaturbeständige Zusatzstoffe, gebunden mit NBR
  • FarbeSchwarz
  • Dichte1,6 g/cm³
  • Kompressibilität11 % (ASTM F 36 J, 2,0 mm)
  • Rückfederung60 % (ASTM F 36 J, 2,0 mm)
  • Druckstandfestigkeit nach DIN 5291338 MPa (50 MPa / 16 h / 175 °C); 30 MPa (50 MPa / 16 h / 300 °C)
  • Druckstandfestigkeit nach BS 753130 MPa (40 MPa / 16 h / 300 °C)
  • Dichtheit nach DIN 28090-20,05 mg/(s×m)
  • Spezifische Leckrate nach VDI 24404,94×10⁻⁶ mbar×l/(s×m)
  • Wärmeleitfähigkeit0,43 W/mK
  • Mittlerer Oberflächenwiderstand8,0×10⁴ Ω
  • KlassifizierungBS 7531:2006 Grade AX
  • ASME-Dichtungsfaktoren (2,0 mm)y = 20 MPa; m = 1,6
  • Max. Betriebsdruck63 bar
  • Dickenquellung ASTM F 1463 % (Öl IRM 903, 5 h/150 °C); 5 % (Kraftstoff B, 5 h/23 °C)
  • Dickentoleranzennach DIN 28091-1
  • Längen-/Breitentoleranzen±50 mm
  • Plattenformat1000×1500 mm, 2000×1500 mm
  • Dicken0,5 / 1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm
  • ZertifikateBAM, DIN-DVGW, DIN-DVGW W 270, Elastomerleitlinie, ÖVGW, DNV GL, TA-Luft, Fire-Safe (DIN EN ISO 10497), WRAS

Vorteile

  • Carbonfaserbasis mit NBR-Bindung ergibt eine Druckstandfestigkeit von 38 MPa bei 175 °C nach DIN 52913 und hält dauerhaft hohen Betriebsdrücken bis 63 bar stand.
  • Beständig gegen stark alkalische Medien und Heißdampf bei erhöhten Temperaturen, wo herkömmliche Faserstoffdichtungen versagen.
  • Fire-Safe-Zulassung gemäß DIN EN ISO 10497 macht das Material geeignet für sicherheitsrelevante Anwendungen mit Brandschutzanforderungen.
  • TA-Luft-Zertifizierung mit einer spezifischen Leckrate von 4,94×10⁻⁶ mbar×l/(s×m) nach VDI 2440 erfüllt die Anforderungen an emissionsarme Verbindungen in der chemischen Industrie.
  • Serienmäßige gering haftende Oberfläche erleichtert die Demontage; optionale beidseitige Graphitierung minimiert Klebeeffekte bei Wartung und Austausch.
  • Breites Zulassungsportfolio (BAM, DIN-DVGW, DNV GL, ÖVGW, WRAS) ermöglicht den Einsatz in Gas-, Wasser-, Marine- und Industrieanwendungen ohne zusätzliche Qualifizierung.

Einsatzgebiete

Flanschverbindungen in Chemie- und Petrochemieanlagen
KLINGERSIL C-4500 wird in Rohrleitungssystemen der chemischen Industrie eingesetzt, die stark alkalische Medien oder Laugen führen, wo das Material seine Carbonfaser-Verstärkung voll ausspielt.
Heißdampfleitungen und Dampfarmaturen
Dampfventile, Absperrschieber und Flansche in Kraftwerken und Industriedampfanlagen werden mit C-4500 abgedichtet, da das Material bei erhöhten Temperaturen eine hohe Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 aufweist.
Öl- und Gasverarbeitung
In Raffinerieanlagen und Gastransportleitungen dichtet C-4500 Flansche gegen Mineralöle, Kraftstoffe und Gase ab. Die BAM-Zulassung und die TA-Luft-Konformität sind für diese Anwendungen Voraussetzung.
Papier- und Zellstoffindustrie
Kocher, Bleichanlagen und Leitungssysteme in der Zellstoffverarbeitung arbeiten mit aggressiven Laugen und Dampf bei hohen Temperaturen. C-4500 ist für diese kombinierten Belastungen ausgelegt.
Meerestechnik und Schiffbau (Marine)
Die DNV GL-Zulassung ermöglicht den Einsatz in Marineanwendungen, etwa in Schiffsantriebssystemen, Dampf- und Kraftstoffleitungen auf See.
Wasserversorgung und Infrastruktur
Dank DIN-DVGW W 270-Zulassung eignet sich C-4500 für Flanschverbindungen in der Trinkwasserversorgung und in Gasnetzen nach DVGW-Anforderungen.
Lebensmittel- und Getränkeindustrie
Die Elastomerleitlinie-Konformität erlaubt den Einsatz in Prozessleitungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, wo Reinigungsmedien auf Laugen- oder Säurebasis eingesetzt werden.
Kraftwerkstechnik und Energieerzeugung
Hochtemperaturflansche in Wärmekraftwerken und industriellen Heizsystemen werden mit C-4500 abgedichtet, da das Material Fire-Safe gemäß DIN EN ISO 10497 zertifiziert ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • Chemische Beständigkeit für das konkrete Medium vor dem Einsatz prüfen.
  • Dichtungsdicke und Plattenformat gemäß Flanschnorm (DIN EN 1514-1, ehem. DIN 2690) auswählen.
  • Lagerung trocken, kühl und fern von direkter Sonneneinstrahlung; Temperaturlimits für die Lagerung beachten.
  • Bei Medien mit starker Quellneigung (Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe) Quellung nach ASTM F 146 in die Auslegung einbeziehen.
  • Dichtung nach längerem Stillstand oder Temperaturwechsel auf Setzen und Leckagebild prüfen.
Don'ts:
  • Nicht für stark oxidierende Säuren (z. B. konzentrierte Salpeter- oder Schwefelsäure) einsetzen, da das NBR-Bindemittel bei starkem Säureangriff (Beständigkeitsklasse C) versagt.
  • Nicht für aromatische Kohlenwasserstoffe (Benzol, Toluol) oder chlorierte Lösungsmittel als Dauereinsatz verwenden; Beständigkeitsklasse C erfordert vorherige Eignungsprüfung.
  • Keine beschädigten oder eingerissenen Platten einbauen.
  • Schrauben nicht in einem einzigen Anzugsschritt auf Endmoment bringen; dies erzeugt ungleichmäßige Flächenpressung.
  • Dichtung nicht mit Heißdampf-beständigen Schmiermitteln auf Silikonbasis behandeln; Silikonrückstände können die Dichtflächen kontaminieren.

Montage

  1. Dichtflächen von Flanschen vor dem Einbau auf Verunreinigungen, Beschädigungen und Korrosion prüfen. Alte Dichtungsreste vollständig entfernen.
  2. Dichtungszuschnitt auf korrekte Abmessung und einwandfreie Oberfläche (keine Risse, Einschlüsse) prüfen.
  3. Dichtung trocken und ohne Schmiermittel einlegen, sofern keine medienspezifische Vorgabe gilt. Bei stark haftenden Medien kann ein dünner Graphitfilm auf den Dichtflächen das spätere Öffnen erleichtern.
  4. Schrauben gleichmäßig über Kreuz anziehen. Mehrere Anzugsdurchgänge in aufsteigender Drehmomentstufe durchführen, um eine gleichmäßige Flächenpressung zu erreichen.
  5. Bei Heißdampf- oder Hochtemperaturanwendungen: Schrauben nach dem ersten Aufheizen auf Betriebstemperatur nachziehen, da thermisches Setzen die Flächenpressung reduzieren kann.
  6. P-T-Diagramm des Herstellers für die jeweilige Dichtungsdicke konsultieren. Bei Betriebspunkten im Entscheidungsfeld 2 oder 3 des Diagramms ist eine anwendungstechnische Überprüfung erforderlich.

FAQ

Welche Medien verträgt KLINGERSIL C-4500 dauerhaft?

KLINGERSIL C-4500 ist beständig (Klasse A, kein oder sehr geringer Angriff) gegen Paraffinkohlenwasserstoffe, Motorenöle, Alkohole, Wasser, verdünnte Säuren und verdünnte Basen. Kraftstoffe und mineralische Schmierstoffe werden mit Klasse B (geringer bis moderater Angriff) eingestuft. Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ketone und Ester sind mit Klasse C (starker Angriff) bewertet und erfordern vor dem Einsatz eine Eignungsprüfung.

Bis zu welchem Druck und welcher Temperatur ist C-4500 einsetzbar?

Der maximale Betriebsdruck beträgt 63 bar. Den zulässigen Temperaturbereich in Abhängigkeit vom Druck gibt das P-T-Diagramm des Herstellers für die jeweilige Dichtungsdicke an. Betriebspunkte in Entscheidungsfeld 1 des Diagramms erfordern keine weitere Prüfung; in den Feldern 2 und 3 empfiehlt KLINGER eine anwendungstechnische Überprüfung.

Was bedeutet die TA-Luft-Zertifizierung für KLINGERSIL C-4500?

Die TA-Luft-Zertifizierung bescheinigt, dass die spezifische Leckrate nach VDI 2440 bei 4,94×10⁻⁶ mbar×l/(s×m) liegt und damit die Anforderungen der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft erfüllt. Für Anlagen in Deutschland und Österreich, die unter TA-Luft fallen, ist dies eine behördliche Voraussetzung für den Einsatz der Dichtung.

Welche Dicke sollte ich für Heißdampfanwendungen wählen?

Die optimale Dicke hängt von der Flanschgeometrie, der Flanschnorm und dem Betriebspunkt im P-T-Diagramm ab. In der Praxis wird für Heißdampfanwendungen häufig die 2,0 mm-Ausführung gewählt, für die alle publizierten Kennwerte (Kompressibilität, Druckstandfestigkeit, ASME-Faktoren) gelten. Größere Unebenheiten in der Dichtfläche erfordern tendenziell eine dickere Ausführung.

Worin unterscheidet sich KLINGERSIL C-4500 von C-4400 oder C-4300?

C-4500 verwendet Carbonfasern als Verstärkung und ist speziell auf alkalische Medien und Dampf bei hohen Temperaturen ausgelegt. C-4400 und C-4300 sind ebenfalls NBR-gebundene Faserstoffdichtungen, die aber für andere Medienprofile konzipiert sind. Für stark alkalische Prozessbedingungen ist C-4500 die von KLINGER empfohlene Materialwahl aus dieser Produktfamilie.

Was ist der Unterschied zwischen der Standardausführung und der Ausführung mit Graphitierung?

Die Standardausführung von C-4500 hat eine serienmäßig gering haftende Oberfläche. Die optionale beidseitige Graphitierung reduziert den Klebeeffekt an den Dichtflächen zusätzlich und erleichtert die Demontage besonders bei Heißdampf- oder Hochtemperaturanwendungen, bei denen Dichtungen zum Anbacken neigen.