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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
00560018020-R-C4430 Flachdichtring aus C4430
56x18x2 mm, DN10/PN63
nach DIN EN1514-1
10 63 Klinger C4430 18 56

Dokumente

Beschreibung

KLINGERSIL C-4430 besteht aus einer optimierten Kombination synthetischer Fasern, gebunden mit NBR (Nitril-Butadien-Kautschuk). Das Material ist asbestfrei und in Plattenformaten 1000×1500 mm sowie 2000×1500 mm in Dicken von 0,5 bis 3,0 mm lieferbar. Die Dickentoleranzen entsprechen DIN 28091-1.

Das Dichtungsmaterial zeichnet sich durch herausragende Druckstandfestigkeit aus: Bei 50 MPa und 175 °C beträgt der Wert nach DIN 52913 noch 39 MPa, bei 300 °C noch 35 MPa. Die Dickenabnahme bei 300 °C und 50 MPa liegt bei 11 %. Die Leckrate nach DIN 28090-2 beträgt 0,05 mg/(s×m), die spezifische Leckrate nach VDI 2440 liegt bei 2,13×10⁻⁵ mbar·l/(s×m). Die Klassifizierung nach BS 7531:2006 ergibt Grade AX.

C-4430 ist beständig gegen Wasser und Dampf bei hohen Temperaturen sowie gegen Öle, Gase, Salzlösungen, Kraftstoffe, Alkohole, schwache organische und anorganische Säuren, Kohlenwasserstoffe, Schmiermittel und Kältemittel. Gegen aromatische und chlorierte Kohlenwasserstoffe sowie konzentrierte Oxidationsmittel ist keine Beständigkeit gegeben.

Das Material verfügt über ein umfangreiches Zulassungspaket: BAM-geprüft, DIN-DVGW, DVGW VP 401, DIN-DVGW W 270, WRAS, Elastomerleitlinie, TA-Luft, DNV GL sowie Fire-Safe gemäß DIN EN ISO 10497 und ISO 19921. Es ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015.

Merkmale

  • WerkstoffSynthetische Fasern, NBR-gebunden (asbestfrei)
  • FarbeWeiß/Grün
  • Dichte1,8 g/cm³
  • Kompressibilität9 % (ASTM F 36 J)
  • Rückfederung55 % (ASTM F 36 J)
  • Druckstandfestigkeit (DIN 52913)39 MPa bei 50 MPa / 16 h / 175 °C; 35 MPa bei 50 MPa / 16 h / 300 °C
  • Druckstandfestigkeit (BS 7531)31 MPa bei 40 MPa / 16 h / 300 °C
  • Dickenabnahme bei 23 °C / 50 MPa8 %
  • Dickenabnahme bei 300 °C / 50 MPa11 %
  • Leckrate (DIN 28090-2)0,05 mg/(s×m)
  • Spezifische Leckrate (VDI 2440)2,13×10⁻⁵ mbar·l/(s×m)
  • Dickenquellung Öl IRM 903 (5 h / 150 °C)3 %
  • Dickenquellung Kraftstoff B (5 h / 23 °C)5 %
  • Klassifizierung BS 75312006: Grade AX
  • ASME-Code Dichtungsfaktor (2,0 mm, 0,1 mg/s×m)y = 20 MPa; m = 1,6
  • Wärmeleitfähigkeit0,38 W/(m·K)
  • Dickentoleranzennach DIN 28091-1
  • Plattengröße1000×1500 mm, 2000×1500 mm
  • Dicken0,5 / 1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm
  • ZertifikateBAM, DIN-DVGW, DVGW VP 401, DIN-DVGW W 270, WRAS, Elastomerleitlinie, TA-Luft, DNV GL, Fire-Safe gem. DIN EN ISO 10497, Fire-Safe gem. ISO 19921

Vorteile

  • Herausragende Druckstandfestigkeit nach DIN 52913: nach 16 h bei 300 °C und 50 MPa bleiben noch 35 MPa Restspannung erhalten, was ein Setzen der Verbindung unter Betriebsbedingungen minimiert.
  • Sehr geringe Leckrate von 0,05 mg/(s×m) nach DIN 28090-2, geeignet für TA-Luft-pflichtige Anlagen und Gassysteme nach DVGW VP 401.
  • Fire-Safe nach DIN EN ISO 10497 und ISO 19921: die Dichtung behält ihre Dichtwirkung auch im Brandfall, was sie für sicherheitskritische Rohrleitungen in der Prozessindustrie qualifiziert.
  • Breite Medienbeständigkeit gegen Wasser, Dampf, Mineralöle, Kraftstoffe, Alkohole und schwache Säuren ermöglicht den Einsatz in Mehrmediensystemen ohne Materialwechsel.
  • Trinkwassereignung nach DIN-DVGW W 270 und WRAS-Zulassung für den Einsatz in der Trinkwasserversorgung und Lebensmittelinfrastruktur.
  • Geringer Quellwert in Mineralöl (3 % nach ASTM F 146 bei 150 °C) sichert Formstabilität in ölführenden Flanschverbindungen über die Lebensdauer.

Einsatzgebiete

Dampf- und Heißwasserleitungen in Kraftwerken und Energieanlagen
C-4430 wird zur Abdichtung von Dampfleitungsflanschen und Heißwasseranschlüssen eingesetzt, wo hohe Druckstandfestigkeit und thermische Beständigkeit bei gleichzeitig niedrigen Leckraten gefordert sind.
Prozessrohrleitungen in der Chemie- und Petrochemie
In Flanschverbindungen für Öle, Gase, Kohlenwasserstoffe und schwache Säuren schützt die TA-Luft-Zertifizierung und die geringe spezifische Leckrate nach VDI 2440 vor VOC-Emissionen.
Gasversorgungsnetze und -armaturen (DVGW-Bereich)
Durch die Zulassung nach DVGW VP 401 und DIN-DVGW ist C-4430 für Gasflanschverbindungen im Versorgungsnetz und in Gasdruckregel- und Messanlagen einsetzbar.
Trinkwasser- und Wasserversorgungsanlagen
Die Zulassung nach DIN-DVGW W 270 und WRAS qualifiziert das Material für Flanschverbindungen in Trinkwasserleitungen, Pumpen und Wasseraufbereitungsanlagen.
Marine- und Offshore-Anwendungen
Die DNV GL-Zulassung ermöglicht den Einsatz in Schiffsmaschinenzimmer-Rohrleitungen sowie in Offshore-Prozessanlagen, wo Brandschutzanforderungen nach ISO 19921 einzuhalten sind.
Lebensmittel- und Getränkeindustrie (Infrastrukturseite)
In Dampf- und Heißwasserversorgungsleitungen von Brauereien, Molkereien und Abfüllanlagen bietet C-4430 die erforderliche Beständigkeit und Trinkwassereignung für indirekt lebensmittelberührende Systeme.
Papier- und Zellstoffindustrie
In Dampf- und Prozessleitungen von Papiermaschinen und Trockenzylindern wird das Material wegen seiner kombinierten Beständigkeit gegen Dampf, Salzlösungen und schwache Säuren eingesetzt.

Do's and Dont's

Do's:
  • Lagerung kühl, trocken, UV-geschützt und fern von Ozon- und Wärmequellen gemäß DIN 7716
  • Chemische Beständigkeit des Materials für jedes geplante Medium individuell prüfen
  • Dichtung vor Einbau auf Unversehrtheit und korrekte Abmessung prüfen
  • Verschraubung kreuzweise in mehreren Durchgängen mit Drehmomentschlüssel anziehen
  • Für Gassysteme nach DVGW VP 401 und TA-Luft-pflichtige Anlagen ausdrücklich zugelassenes Material verwenden (C-4430 ist zertifiziert)
  • Bei Druckbereich 2 und 3 des P-T-Diagramms eine anwendungstechnische Überprüfung durchführen
Don'ts:
  • Nicht mit aromatischen Kohlenwasserstoffen (Toluol, Xylol) oder chlorierten Lösungsmitteln einsetzen
  • Nicht mit konzentrierten Oxidationsmitteln (z.B. Peressigsäure, konzentrierte Salpetersäure) einsetzen
  • Dichtungen nicht mehrfach verwenden: nach jeder Demontage Dichtung ersetzen
  • Schrauben im heißen Zustand der Anlage nicht nachziehen
  • Keine scharfen Montagewerkzeuge direkt auf der Dichtungsfläche einsetzen
  • Nicht außerhalb der im P-T-Diagramm freigegebenen Druck-Temperatur-Kombination betreiben ohne Rücksprache mit dem Hersteller

Montage

  1. Dichtungsplatten vor dem Zuschnitt auf Beschädigungen und Verunreinigungen prüfen. Nur scharfe, saubere Schneidwerkzeuge verwenden, um gratfreie Kanten zu erzielen.
  2. Beide Flanschflächen reinigen, entfetten und auf Beschädigungen sowie auf Planparallelität prüfen. Beschädigte oder verschmutzte Flanschflächen beeinträchtigen die Dichtwirkung.
  3. Dichtung trocken und ohne Schmiermittel einlegen. C-4430 erfordert keine Paste oder Kleber; eine dünne Beschichtung mit einem geeigneten, medienverträglichen Montagemittel ist nur bei besonders rauer Flanschfläche zulässig.
  4. Schrauben in mehreren Durchgängen kreuzweise mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel bis zur erforderlichen Flächenpressung anziehen. Die ASME-Faktoren (y = 20 MPa, m = 1,6 für 2,0 mm Dicke) sind für die Auslegung der Verschraubung heranzuziehen.
  5. Flansche während des Anzugs parallel halten. Seitlicher Versatz und nicht-parallele Flächen erhöhen das Leckagerisiko.
  6. Nach dem ersten Aufheizen auf Betriebstemperatur ist ein Nachziehen der Verbindungselemente zulässig, solange die Dichtung noch nicht erhöhten Temperaturen ausgesetzt war. Ein Nachziehen im heißen Zustand ist nicht erlaubt, da dies zu Schraubenbruch führen kann.
  7. Dichtungen sind Einmalelemente: nach Demontage einer Flanschverbindung immer eine neue Dichtung einbauen.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur und welchem Druck kann KLINGERSIL C-4430 eingesetzt werden?

Die zulässigen Druck-Temperatur-Kombinationen sind im P-T-Diagramm des Datenblatts festgelegt, das drei Entscheidungsfelder ausweist. Bei moderaten Bedingungen (Feld 1) ist keine gesonderte Überprüfung erforderlich. Die Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 beträgt 39 MPa nach 16 h bei 50 MPa und 175 °C sowie 35 MPa bei 300 °C.

Ist KLINGERSIL C-4430 für Trinkwasseranwendungen zugelassen?

Ja. C-4430 verfügt über eine DIN-DVGW W 270-Zulassung und eine WRAS-Zulassung, die den Einsatz in Trinkwasseranlagen bestätigen. Die Beständigkeit des Materials für den jeweiligen Einsatzfall ist vor Verwendung individuell zu prüfen.

Welche Medien sind für KLINGERSIL C-4430 nicht geeignet?

C-4430 ist nicht beständig gegen aromatische Kohlenwasserstoffe (z.B. Toluol, Xylol), chlorierte Lösungsmittel sowie konzentrierte Oxidationsmittel wie konzentrierte Salpetersäure oder Peressigsäure. Für diese Medien sind PTFE-basierte oder Graphit-Dichtungsmaterialien geeigneter. Die vollständige Beständigkeitstabelle ist beim Hersteller verfügbar.

Wie unterscheidet sich KLINGERSIL C-4430 von KLINGERSIL C-4400?

C-4430 ist speziell auf Heißwasser und Hochtemperaturdampf optimiert und bietet eine höhere Druckstandfestigkeit sowie verbesserte Kohlenwasserstoffbeständigkeit im Vergleich zum universell ausgelegten C-4400. Beide Materialien sind asbestfrei und NBR-gebunden; C-4430 ist die Wahl bei höheren thermischen und mechanischen Anforderungen.

Kann KLINGERSIL C-4430 in TA-Luft-pflichtigen Anlagen eingesetzt werden?

Ja. C-4430 ist TA-Luft-zertifiziert. Die spezifische Leckrate nach VDI 2440 beträgt 2,13×10⁻⁵ mbar·l/(s×m), was die Anforderungen der TA Luft an diffuse Emissionen erfüllt. Zusätzlich liegt eine DVGW VP 401-Zulassung für den Gaseinsatz vor.

Muss KLINGERSIL C-4430 mit einem Schmiermittel oder einer Montagepaste eingebaut werden?

Nein. Das Material wird üblicherweise trocken eingebaut. Ein Montagemittel ist nur bei sehr rauen Flanschflächen und nur dann zulässig, wenn es medienverträglich ist. Schmiermittel können die Leckrate beeinflussen und sind vor Verwendung mit den Anlagenspezifikationen abzustimmen.