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Beschreibung
KLINGERSIL C-4409 ist eine faserverstärkte Flachdichtung (CNAF), deren Streckmetall-Armierung die Druckstandfestigkeit wesentlich erhöht. Bei einer Dicke von 1,5 mm beträgt die Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 (50 MPa, 16 h/300 °C) 35 MPa und nach BS 7531 (40 MPa, 16 h/300 °C) 32 MPa. Die geringe Dickenabnahme von 10 % sowohl bei 23 °C als auch bei 300 °C unter 50 MPa Belastung belegt die mechanische Stabilität auch bei thermischen Wechselbelastungen.Die Basis aus synthetischen Fasern, gebunden mit NBR, ergibt gute Beständigkeit gegen Paraffin-Kohlenwasserstoffe, Motorenöle, Alkohole und Wasser (chemische Beständigkeit Klasse A). Gegen Kraftstoff und mineralische Schmierstoffe ist die Dichtung mit Klasse B (geringer bis moderater Angriff) eingestuft; Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ketone und Ester greifen stärker an (Klasse C) und sind zu vermeiden. Die spezifische Leckrate nach VDI 2440 beträgt 5,2×10⁻⁵ mbar·l/(s·m) bei 1,5 mm Dicke.
Das Material trägt die DNV GL Zulassung und das TA-Luft-Zertifikat, was den Einsatz in emissionsüberwachten Anlagen gemäß TA-Luft ermöglicht. Die Klassifizierung nach BS 7531:2006 entspricht Grade Y. ASME-Code Dichtungsfaktoren für 1,5 mm: y = 30 MPa, m = 3,1 (Basisleckrate 0,1 mg/(s·m)). Andere Dicken, Abmessungen und Toleranzen sind auf Anfrage erhältlich; die Toleranz der Dicke folgt DIN 28091-1, Länge und Breite je ±50 mm.
Merkmale
- WerkstoffSynthetische Fasern, gebunden mit NBR, mit Streckmetall-Armierung
- FarbeGrün/Gelb
- Dichte2,0 g/cm³
- Kompressibilität7 % (ASTM F 36 J)
- Rückfederung50 % (ASTM F 36 J)
- Druckstandfestigkeit (DIN 52913, 50 MPa / 16 h / 300 °C)35 MPa
- Druckstandfestigkeit (BS 7531, 40 MPa / 16 h / 300 °C)32 MPa
- Dickenabnahme bei 23 °C / 50 MPa10 %
- Dickenabnahme bei 300 °C / 50 MPa10 %
- Spezifische Leckrate (VDI 2440)5,2×10⁻⁵ mbar·l/(s·m)
- Dickenquellung in Öl IRM 903 (5 h / 150 °C)5 %
- Dickenquellung in Kraftstoff B (5 h / 23 °C)10 %
- Klassifizierung nach BS 75312006: Grade Y
- ASME-Dichtungsfaktor y (1,5 mm)30 MPa
- ASME-Dichtungsfaktor m (1,5 mm)3,1
- ASME-Dichtungsfaktor y (1,0 mm)30 MPa
- ASME-Dichtungsfaktor m (1,0 mm)3,0
- ASME-Dichtungsfaktor y (3,0 mm)30 MPa
- ASME-Dichtungsfaktor m (3,0 mm)3,8
- Norm DickentoleranzDIN 28091-1
- Standardplatten1000×1500 mm, 2000×1500 mm
- Dicken1,0 mm, 1,5 mm
- ZertifikateDNV GL, TA-Luft
- QualitätsmanagementsystemDIN EN ISO 9001:2015
Vorteile
- Die Streckmetall-Armierung erhöht die Druckstandfestigkeit auf 35 MPa (DIN 52913) und verbessert die Ausblassicherheit bei hohen Innendrücken.
- Geringe Dickenabnahme von nur 10 % bei 300 °C und 50 MPa Flächenpressung sichert die Dichtwirkung auch bei thermischen Wechselbelastungen.
- DNV GL Zulassung ermöglicht den Einsatz in maritimen und schiffbaulichen Anwendungen nach international anerkannten Klassifikationsregeln.
- TA-Luft-Zertifikat nach VDI 2440 mit spezifischer Leckrate 5,2×10⁻⁵ mbar·l/(s·m) erlaubt den Einsatz in emissionsüberwachten Industrieanlagen.
- Gute Beständigkeit (Klasse A) gegen Paraffin-Kohlenwasserstoffe, Motorenöle, Alkohole und Wasser deckt ein breites Medienspektrum in der Prozessindustrie ab.
- Rückfederung von 50 % (ASTM F 36 J) reduziert den Vorspannverlust nach dem Anziehen der Flanschschrauben und verringert die Nachziehhäufigkeit.
Einsatzgebiete
- Chemische Prozessanlagen
- Flanschdichtungen in Rohrleitungssystemen und Behältern, die mit Paraffin-Kohlenwasserstoffen, Alkohole oder Wasser führenden Medien betrieben werden; die TA-Luft-Zulassung erlaubt den Einsatz in emissionsüberwachten Anlagen.
- Öl- und Gasanlagen
- Abdichtung von Flanschverbindungen in der Öl- und Gasförderung sowie -verarbeitung, wo Mineralöle, Erdgas und Kohlenwasserstoffe unter erhöhtem Druck und Temperatur geführt werden.
- Kraftwerke und Energieanlagen
- Einsatz an Dampfleitungsflanschen und Druckbehältern, wo hohe Temperaturen und Drücke gemeinsam auftreten und die Druckstandfestigkeit von 35 MPa bei 300 °C benötigt wird.
- Marine und Schiffbau
- Dank DNV GL Zulassung geeignet für Flanschverbindungen in Schiffsmotoren, Kühlwassersystemen und Kraftstoffleitungen unter maritimen Klassifikationsanforderungen.
- Papier- und Zellstoffindustrie
- Dichtungen in dampfführenden Leitungen und Kocher-Flanschverbindungen, wo Dampfbeständigkeit und mechanische Belastbarkeit kombiniert werden müssen.
- Automobilindustrie und Motorentechnik
- Flanschabdichtungen an Motorenprüfständen und Abgassystemen, wo Öl-, Kraftstoff- und Wärmebeständigkeit gefordert sind.
- Allgemeine Industrie und Apparatebau
- Standardflachdichtungen nach DIN 2690 / EN 1514-1 für Rohrleitungsflansche in allgemeinen Industrie- und Versorgungsanlagen, wo erhöhte Drucksicherheit gegenüber ungearmierten Materialien gefordert ist.
Do's and Dont's
Do's:- Dichtung bei Verwendung im TA-Luft-relevanten Bereich gemäß VDI 2440 auswählen und dokumentieren
- Chemische Beständigkeit für das konkrete Betriebsmedium anhand der Klinger-Beständigkeitstabelle prüfen
- Lagerung trocken, kühl und lichtgeschützt; Dichtungsplatten flach lagern, um Verformung zu vermeiden
- Bei Drücken und Temperaturen im Entscheidungsfeld 2 oder 3 des pT-Diagramms eine anwendungstechnische Prüfung durchführen
- Schraubengewinde schmieren und Schrauben kreuzweise in mindestens drei Stufen anziehen
- Nicht in Kontakt mit Aromaten, chlorierten Kohlenwasserstoffen, Ketonen oder Estern einsetzen (Beständigkeitsklasse C)
- Keine Dichthilfsmittel (Dichtungspasten, Klebstoffe) auf die Dichtfläche aufbringen
- Dichtung nicht verbiegen oder knicken beim Einlegen; keine Metallwerkzeuge verwenden, die die Oberfläche beschädigen
- Nicht in Anwendungen einsetzen, bei denen Temperatur und Druck außerhalb des zulässigen pT-Bereichs liegen, ohne Rücksprache mit dem Hersteller
Montage
- Dichtflächen, Schraubenbolzen, Muttern und Unterlegscheiben vor dem Einbau von Schmutz, Rost und alten Dichtungsresten reinigen. Dichtflächen auf radiale Kratzer und Verwerfungen prüfen; beschädigte Teile austauschen.
- Dichtung auf korrektes Material und korrekte Abmessung prüfen. Die Flachdichtung sauber, trocken und ohne Dichthilfsmittel in den Dichtungsspalt einlegen; die Schraubenbolzen müssen die Dichtung gut zentrieren.
- Flansche planparallel ausrichten. Die Ausrichtung muss ohne nennenswerte Kraftanwendung möglich sein; Abweichungen sind zu melden.
- Schraubengewinde und Schraubenunterkopf mit einem geeigneten Schmiermittel versehen, das die Dichtfläche nicht verunreinigt. Gehärtete oder nitrierte Unterlegscheiben verwenden.
- Schrauben kreuzweise in mindestens drei Durchgängen anziehen: zunächst auf ca. 30 %, dann 60 %, abschließend 100 % des Anziehdrehmomentes. Danach jede Schraube im Uhrzeigersinn kontrollieren.
- Bei Betriebstemperaturen über 100 °C nach dem ersten Aufheizen auf Betriebstemperatur die Schrauben im laufenden oder abgekühlten Zustand nachziehen, sofern die Anlagenbedingungen dies erlauben. Für TA-Luft-Anwendungen ist das Nachziehintervall gemäß VDI 2440 festzulegen.
FAQ
- Worin unterscheidet sich KLINGERSIL C-4409 von einer ungearmierten CNAF-Flachdichtung?
KLINGERSIL C-4409 enthält eine einvulkanisierte Streckmetall-Armierung, die die Druckstandfestigkeit auf 35 MPa (DIN 52913, 300 °C) erhöht und die Ausblassicherheit bei hohen Innendrücken verbessert. Ungearmierten Materialien fehlt diese Verstärkung, weshalb sie bei Druckspitzen anfälliger für plastische Verformung sind.
- Für welche Medien ist KLINGERSIL C-4409 geeignet?
Die Dichtung ist beständig (Klasse A) gegen Paraffin-Kohlenwasserstoffe, Motorenöle, Alkohole und Wasser. Gegen Kraftstoff und mineralische Schmierstoffe besteht geringer bis moderater Angriff (Klasse B). Aromaten, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ketone und Ester greifen stark an (Klasse C) und sind nicht geeignet.
- Was bedeutet das TA-Luft-Zertifikat für diese Flachdichtung?
Das TA-Luft-Zertifikat bescheinigt, dass KLINGERSIL C-4409 die Emissionsgrenzwerte der TA Luft einhält, gemessen nach VDI 2440. Die spezifische Leckrate beträgt 5,2×10⁻⁵ mbar·l/(s·m) bei 1,5 mm Dicke. Damit ist die Dichtung für den Einsatz in emissionsüberwachten Anlagen der chemischen und petrochemischen Industrie zugelassen.
- Welche Flächenpressung ist beim Einbau erforderlich?
Die ASME-Dichtungsfaktoren für 1,5 mm Dicke betragen y = 30 MPa (Mindest-Einbauflächenpressung) und m = 3,1. Der Faktor y gibt die erforderliche Mindestflächenpressung an, die beim Einbau aufgebracht werden muss, damit die Dichtung schließt. Im Betrieb muss die verbleibende Flächenpressung mindestens m-mal den Betriebsdruck betragen.
- Kann KLINGERSIL C-4409 für Dampfanwendungen eingesetzt werden?
Ja. Dampf ist eines der genannten Einsatzmedien. Der zulässige Druck-Temperatur-Bereich ist dem pT-Diagramm des Herstellers zu entnehmen. Im Entscheidungsfeld 2 empfiehlt Klinger eine anwendungstechnische Prüfung; im Entscheidungsfeld 3 ist diese verpflichtend.
- Muss die Dichtung nach dem ersten Aufheizen nachgezogen werden?
Bei erhöhten Betriebstemperaturen ist in der Regel ein einmaliges Nachziehen der Flanschschrauben nach dem ersten Aufheizen auf Betriebstemperatur empfehlenswert, um den durch Setzen und Kriechverformung entstandenen Vorspannverlust auszugleichen. Ob das Nachziehen im warmen oder abgekühlten Zustand erfolgt, hängt von den anlagenspezifischen Sicherheitsvorschriften ab.