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Beschreibung
KLINGERSIL C-4400 besteht aus Aramidfasern, die mit NBR (Nitril-Butadien-Kautschuk) kalandriert werden. Die Aramidfasern verleihen dem Material hohe mechanische Festigkeit und thermische Stabilität; der NBR-Binder sorgt für niedrige Quellung in aliphatischen Kohlenwasserstoffen, Ölen, Kraftstoffen und Wasser. Die einheitliche Materialzusammensetzung über die gesamte Plattendicke macht die Dichtung dimensionsstabil und reduziert Maßabweichungen beim Zuschnitt.Gemäß dem P-T-Diagramm des Herstellers sind Betriebszustände innerhalb von Feld 1 ohne anwendungstechnische Überprüfung zulässig. Die Dichtheit nach DIN 28090-2 beträgt 0,02 mg/(s·m); die spezifische Leckrate nach VDI 2440 liegt bei 1,64×10⁻⁸ mbar·l/(s·m). Die Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 beträgt 37 MPa (50 MPa/16 h/175 °C) und 25 MPa (50 MPa/16 h/300 °C).
KLINGERSIL C-4400 ist nach BAM, DIN-DVGW, DIN-DVGW W 270, DVGW VP 401, der Elastomerleitlinie, ÖVGW, TA-Luft, DNV GL sowie Fire-Safe gemäß DIN EN ISO 10497 zugelassen. Die Klassifizierung nach BS 7531:2006 lautet Grade AY. Die Standardplatten (1000×1500 mm, 2000×1500 mm) werden in Dicken von 0,5, 1,0, 1,5, 2,0 und 3,0 mm geliefert; die Dickentoleranz folgt DIN 28091-1.
Merkmale
- BasisAramidfasern, gebunden mit NBR
- FarbeGrün
- Dichte1,6 g/cm³ (Dicke 2,0 mm)
- Kompressibilität (ASTM F 36 J)11 %
- Rückfederung (ASTM F 36 J)55 %
- Druckstandfestigkeit DIN 5291337 MPa (50 MPa, 16 h/175 °C) / 25 MPa (50 MPa, 16 h/300 °C)
- Druckstandfestigkeit BS 753125 MPa (40 MPa, 16 h/300 °C)
- Dichtheit DIN 28090-20,02 mg/(s·m)
- Spezifische Leckrate VDI 24401,64×10⁻⁸ mbar·l/(s·m)
- Dickenquellung ASTM F 146 (Öl IRM 903, 5 h/150 °C)3 %
- Dickenquellung ASTM F 146 (Kraftstoff B, 5 h/23 °C)5 %
- Wärmeleitfähigkeit λ0,42 W/mK
- Klassifizierung BS 75312006: Grade AY
- ASME-Dichtungsfaktor y (Dicke 2,0 mm, Basisleckrate 0,1 mg/s·m)15 MPa
- ASME-Dichtungsfaktor m (Dicke 2,0 mm)1,6
- Plattengrößen1000×1500 mm, 2000×1500 mm
- Dicken0,5 / 1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm
- Dickentoleranznach DIN 28091-1
- ZulassungenBAM, DIN-DVGW, DIN-DVGW W 270, DVGW VP 401, Elastomerleitlinie, ÖVGW, TA-Luft, DNV GL, Fire-Safe gem. DIN EN ISO 10497
Vorteile
- Beständig gegen eine breite Medienpalette (Öle, Wasser, Dampf, Gase, Kraftstoffe, Alkohole, Kältemittel, schwache Säuren und Laugen) laut Herstellerdatenblatt — kein Materialwechsel bei üblichen Prozessmedien erforderlich.
- Sehr gute Beständigkeit gegen Kältemittel und Kohlenwasserstoffe (Dickenquellung in Öl IRM 903 nur 3 % nach ASTM F 146).
- Niedrige Leckrate von 1,64×10⁻⁸ mbar·l/(s·m) nach VDI 2440 — geeignet für TA-Luft-pflichtige Anlagen.
- Fire-Safe-Zulassung nach DIN EN ISO 10497 — einsetzbar in sicherheitskritischen Rohrleitungssystemen, z. B. in der Öl- und Gasindustrie.
- Dimensionsstabile, einheitliche Materialzusammensetzung über die gesamte Plattendicke — maßgenaue Zuschnitte mit geringem Ausschuss.
- Umfangreiche Zulassungen (BAM, DIN-DVGW, DNV GL, ÖVGW, Elastomerleitlinie) decken Gas-, Wasser- und Schifffahrtsanwendungen ab.
Einsatzgebiete
- Rohrleitungen in der chemischen Industrie
- KLINGERSIL C-4400 wird in Flanschverbindungen für Rohrleitungen eingesetzt, die verdünnte Säuren, Laugen, Salzlösungen und aliphatische Kohlenwasserstoffe führen. Die TA-Luft-Zulassung erlaubt den Einsatz in emissionsüberwachten Anlagen.
- Gas- und Wasserleitungen
- Die DIN-DVGW- und DVGW VP 401-Zulassungen machen das Material geeignet für Flanschverbindungen in Erdgasleitungen und Trinkwasserinstallationen. Die DIN-DVGW W 270-Zulassung bestätigt Hygienekonformität für den Trinkwasserkontakt.
- Dampf- und Wärmesysteme
- In Dampfleitungen, Wärmetauschern und Heizsystemen dichtet KLINGERSIL C-4400 Flanschverbindungen ab, bei denen Temperaturen und Drücke innerhalb der P-T-Diagramm-Grenzen liegen.
- Öl- und Gasanlagen (offshore und onshore)
- Die DNV GL-Zulassung und Fire-Safe-Ausführung nach DIN EN ISO 10497 erlauben den Einsatz in sicherheitskritischen Flanschverbindungen der Öl- und Gasindustrie sowie in marinen Systemen.
- Kälte- und Klimatechnik
- Wegen der sehr guten Beständigkeit gegen Kältemittel (Beständigkeitsklasse A laut Herstellerdatenblatt) wird das Material in Kälteanlagen-Flanschverbindungen eingesetzt.
- Kraftstoff- und Schmierstoffanlagen
- In Motoren- und Getriebesystemen sowie Kraftstoffleitungen dichtet KLINGERSIL C-4400 Flansche gegen Mineralöle und aliphatische Kohlenwasserstoffe ab. Die BAM-Prüfung erlaubt den Einsatz mit Sauerstoff und oxidierenden Medien unter bestimmten Bedingungen.
- Papier- und Zellstoffindustrie
- In Prozessrohrleitungen für Bleichmittel, Dampf und Wasserkreisläufe wird KLINGERSIL C-4400 aufgrund seiner kombinierten Beständigkeit gegen Dampf und wässrige Medien eingesetzt.
- Schiffstechnik (Marine)
- Die DNV GL-Zulassung ermöglicht den Einsatz in Flanschverbindungen von Kühl-, Schmierstoff- und Kraftstoffsystemen an Bord von Schiffen.
Do's and Dont's
Do's:- Medienbeständigkeit anhand der chemischen Beständigkeitstabelle des Herstellers für jeden Einsatzfall prüfen.
- Dichtungsplatten kühl, trocken und UV-geschützt lagern.
- Schrauben und Auflageflächen beim Anziehen ölen, um reproduzierbare Flächenpressung zu erzielen.
- Dichtung kreuzweise in mehreren Stufen mit einem Drehmomentschlüssel anziehen.
- Beim Zuschnitt auf die Dickentoleranz nach DIN 28091-1 achten.
- P-T-Diagramm des Datenblattes für die jeweilige Dichtungsdicke konsultieren.
- Nicht bei Medien mit starkem Angriff (z. B. aromatische Kohlenwasserstoffe, chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ketone, Ester) ohne Rücksprache mit dem Hersteller einsetzen — diese fallen in Beständigkeitsklasse C.
- Gebrauchte Dichtungen nicht wiederverwenden.
- Flanschverbindung nicht ohne Drehmomentschlüssel montieren — unzureichende oder übermäßige Flächenpressung ist die häufigste Ursache für Dichtungsversagen.
- Schrauben nach Temperaturbelastung nicht nachziehen.
- Keine Dichthilfsmittel (Pasten, Silikone) auf die Dichtfläche aufbringen.
Montage
- Flanschflächen vor dem Einbau auf Beschädigungen, Verschmutzungen und Korrosion prüfen. Nicht parallele oder deformierte Flansche können die Dichtfunktion beeinträchtigen.
- Alte Dichtung vollständig entfernen; Rückstände von der Dichtfläche reinigen. Keine scharfen Werkzeuge verwenden, die die Flanschoberfläche verkratzen.
- Neue Dichtung nicht wiederverwenden — Weichstoffdichtungen nach jedem Öffnen der Flanschverbindung ersetzen.
- Keine zusätzlichen Dichthilfsmittel (Pasten, Silikone) auf die Dichtungsfläche auftragen, sofern der Hersteller nichts anderes vorschreibt.
- Schrauben und Muttern ölen (Gesamtreibungszahl μ = 0,14 für geölte, nicht beschichtete Oberflächen); dies erhöht die Vorspannkraft bei gleichem Anzugsdrehmoment erheblich, da Reibungsanteile fast 90 % des Gesamtdrehmomentes ausmachen.
- Schrauben kreuzweise in mindestens drei Stufen anziehen (z. B. 40 %, 70 %, 100 % des Zieldrehmomentes) bis zur erforderlichen Flächenpressung gemäß P-T-Diagramm des Datenblattes.
- Nach dem ersten Betrieb unter Temperatur und Druck kein Nachziehen der Schrauben — einmal erwärmte Weichstoffdichtungen dürfen nicht nachgezogen werden, da dies die Dichtungsstruktur schädigt.
FAQ
- Bis zu welcher Temperatur ist KLINGERSIL C-4400 dauerhaft einsetzbar?
Die maximale Betriebstemperatur hängt vom gleichzeitig anliegenden Druck ab und ist dem P-T-Diagramm des Datenblatts zu entnehmen. Die Druckstandfestigkeit beträgt 25 MPa bei 300 °C (nach DIN 52913 und BS 7531).
- Welche Medien greife KLINGERSIL C-4400 stark an?
Aromatische Kohlenwasserstoffe (z. B. Toluol, Xylol), chlorierte Kohlenwasserstoffe, Ketone und Ester werden vom Hersteller als Medien mit starkem Angriff (Klasse C) eingestuft. Kraftstoffe liegen in Klasse B (geringer bis moderater Angriff). Für diese Medien sollte die vollständige Beständigkeitstabelle unter www.klinger.co.at konsultiert werden.
- Kann KLINGERSIL C-4400 in TA-Luft-pflichtigen Anlagen eingesetzt werden?
Ja. Das Material verfügt über eine TA-Luft-Zulassung. Die spezifische Leckrate nach VDI 2440 beträgt 1,64×10⁻⁸ mbar·l/(s·m), was die Anforderungen der TA Luft erfüllt.
- Warum ist die Schmierung der Schrauben bei der Flanschmontage wichtig?
Das Reibungsmoment macht fast 90 % des Gesamtanzugsmomentes aus. Bei trockenen Schrauben entfällt nur etwa 11 % der aufgebrachten Kraft auf die tatsächliche Vorspannkraft. Geölte Schrauben (μ = 0,14) erzeugen bei gleichem Drehmoment deutlich höhere Flächenpressung und damit eine sichere Abdichtung. Versuche zeigen, dass trockene Flanschverbindungen auch bei korrektem Drehmoment undicht bleiben können.
- Darf eine gebrauchte KLINGERSIL C-4400 Dichtung wiederverwendet werden?
Nein. Weichstoffdichtungen wie KLINGERSIL C-4400 dürfen nach dem Öffnen einer Flanschverbindung nicht wiederverwendet werden. Die mechanische Beanspruchung beim ersten Anziehen und thermische Belastung im Betrieb verändern das Material dauerhaft. Eine neue Dichtung stellt die Dichtheitsklasse zuverlässig wieder her.
- Was ist der Unterschied zwischen KLINGERSIL C-4400 und Graphit-Dichtungsplatten?
KLINGERSIL C-4400 ist ein faserverstärktes Gummibindungsmaterial (CNAF) aus Aramidfasern und NBR. Es ist für ein breites Medienspektrum einschließlich Kältemitteln und Kraftstoffe geeignet, hat aber Grenzen bei aromatischen Lösungsmitteln. Graphit-Dichtungsplatten (z. B. Reingraphit) sind chemisch gegen fast alle Medien beständig und für höhere Temperaturen geeignet (bis 450 °C Dauertemperatur im Dampfbetrieb bis 650 °C), aber weniger dimensionsstabil und teurer.
- Welche Dicke von KLINGERSIL C-4400 ist für Standard-Flanschverbindungen geeignet?
Die technischen Daten im Herstellerdatenblatt beziehen sich auf die Dicke 2,0 mm, die für die meisten Standard-Flanschverbindungen nach DIN EN 1092-1 geeignet ist. Dünnere Ausführungen (0,5–1,5 mm) eignen sich für glattere Flanschoberflächen mit höherer Flächenpressung; dickere Ausführungen (3,0 mm) gleichen größere Flanschunebenheiten aus.