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Beschreibung
Milchrohrverschraubungsringe nach DIN 11851 in der Ausführung mit Bund verbinden Edelstahlarmaturen (V2A oder V4A) mit Schläuchen und Rohren in hygienisch kritischen Prozessen. Der Bund ist ein umlaufender Kragen an der Dichtungsgeometrie, der den Ring beim Einlegen in den Kegelstutzen zentriert und axial fixiert. Im Vergleich zur Standardausführung weist die Bund-Variante eine größere Schnurstärke (s2) auf, was die Dichtwirkung bei schwankenden Anpressdrücken stabilisiert.Alle Werkstoffe dieser Artikelgruppe entsprechen den Empfehlungen des BfR XXI bzw. XV Kategorie 4, den Anforderungen der FDA CFR 21 §177.2600 bzw. §177.1550 sowie der EU-Verordnung 1935/2004 und EG VO 10/2011 für Lebensmittelkontaktmaterialien. Die Maßtoleranzen sind nach ISO 3302 Teil 1 Klasse M2 festgelegt. Sämtliche Werkstoffe sind frei von Produkten tierischen Ursprungs (ADI-free, TSE/BSE-frei), frei von Bisphenolen A und B sowie phthalatfrei.
Die Werkstoffwahl richtet sich nach dem jeweiligen Medium und den Betriebstemperaturen: NBR für fett- und ölhaltige Medien bis +100 °C, EPDM für Reinigungsmittel, Heißwasser und Dampf bis +130 °C, FKM (Viton) für aggressive Chemikalien und Temperaturen bis +200 °C, MVQ (Silikon) für breite Temperaturbereiche von -60 °C bis +200 °C und PTFE für universelle chemische Beständigkeit. Alle Werkstoffe entsprechen den EU-Richtlinien EU 2023/2006 (GMP), 2011/65/EU (ROHS) und EU 1907/2006 (REACH).
Merkmale
- BauformAusführung mit Bund (erhöhte Schnurstärke s2)
- NormDIN 11851
- MaßtoleranzenISO 3302 Teil 1 Klasse M2
- Verfügbare WerkstoffeNBR, HNBR, EPDM, FKM (Viton), MVQ (Silikon), PTFE virginal, PTFE ummantelt
- LebensmittelkonformitätEU 1935/2004, EG VO 10/2011, FDA CFR 21 §177.2600 / §177.1550, BfR XXI bzw. XV Kategorie 4
- Weitere KonformitätenEU 2023/2006 (GMP), 2011/65/EU (ROHS), EU 1907/2006 (REACH)
- Temperaturbereich NBR-30 °C bis +100 °C
- Temperaturbereich EPDM-45 °C bis +130 °C
- Temperaturbereich FKM (Viton)-20 °C bis +200 °C
- Temperaturbereich MVQ (Silikon)-60 °C bis +200 °C
- Passende ArmaturenEdelstahl V2A (1.4301), V4A (1.4401/1.4404)
- BSE/TSE-StatusADI-free, frei von Produkten tierischen Ursprungs
- SchadstofffreiheitFrei von Bisphenol A und B, phthalatfrei
Vorteile
- Der Bund zentriert den Dichtungsring beim Einlegen im Kegelstutzen und verhindert Verrutschen während der Montage, was Einbaufehler reduziert.
- Alle Werkstoffe sind nach EU 1935/2004 und FDA CFR 21 für den Lebensmittelkontakt zugelassen, keine separate Materialprüfung erforderlich.
- Frei von Bisphenol A und B sowie Phthalaten gemäß REACH-Verordnung, geeignet für sensible Lebensmittel- und Pharmaprozesse.
- Breite Werkstoffauswahl von NBR bis PTFE ermöglicht den Einsatz über ein weites Spektrum an Medien und Betriebstemperaturen ohne Wechsel der Armatur.
- ADI-free und TSE/BSE-freie Werkstoffe erfüllen die Anforderungen international zertifizierter Lebensmittelbetriebe.
Einsatzgebiete
- Milch- und Molkereianlagen
- Dichtungsringe nach DIN 11851 verbinden Rohrleitungen, Ventile und Pumpen in Pasteurisierungs-, Homogenisierungs- und Abfüllanlagen, wo regelmäßige CIP-Reinigung erforderlich ist.
- Getränkeindustrie
- Einsatz in Bierbereitung, Fruchtsaftabfüllung und Softdrink-Produktion an Armaturen, die wiederholte Reinigungs- und Sterilisationszyklen durchlaufen.
- Pharmazeutische Produktion
- In Fermentern, Bioreaktoren und sterilen Abfüllanlagen werden FKM- oder PTFE-Varianten eingesetzt, die SIP-Verfahren mit Dampf bis +150 °C standhalten.
- Chemische Industrie
- FKM- und PTFE-Varianten werden in Rohrleitungssystemen für aggressive Säuren, Laugen und Lösungsmittel verwendet, wo Lebensmittelnormen keine Voraussetzung sind, aber Chemikalienbeständigkeit entscheidend ist.
- Kosmetik- und Körperpflegeindustrie
- In Mischern, Abfüllstationen und Reinigungsanlagen werden EPDM- oder Silikon-Varianten eingesetzt, die mit ätherischen Ölen und wässrigen Formulierungen kompatibel sind.
- Fleisch- und Geflügelverarbeitung
- NBR-Varianten für fetthältige Medien, HNBR für erhöhte Temperaturen und chemische Reinigung in Schlachtbetrieben und Kühlhäusern.
Do's and Dont's
Do's:- Werkstoff entsprechend dem Betriebsmedium und der Betriebstemperatur auswählen (NBR für Öle/Fette, EPDM für Dampf/Reiniger, FKM für aggressive Chemikalien).
- Dichtungsringe kühl, trocken, lichtgeschützt und frei von Ozon lagern gemäß DIN 7716.
- Bei CIP-/SIP-Prozessen Werkstoff auf Beständigkeit gegen das jeweilige Reinigungs- und Sterilisationsmittel sowie die Prozesstemperatur prüfen.
- Bei der Montage darauf achten, dass der Bund plan auf der Stirnfläche des Kegelstutzens aufliegt.
- Keine Mischung von Bauformen (Standard und mit Bund) innerhalb einer Verschraubung.
- NBR-Ringe nicht mit Dampf, Heißwasser über +100 °C oder alkalischen Reinigungsmitteln einsetzen.
- Keine scharfen Werkzeuge bei der Montage verwenden, die den Bund oder die Dichtfläche beschädigen könnten.
- Dichtungsringe nicht über längere Zeit UV-Licht oder Ozon aussetzen, da dies die Elastomere vorzeitig spröde macht.
Montage
- Kontaktflächen von Kegelstutzen und Überwurfmutter auf Sauberkeit und Beschädigungsfreiheit prüfen.
- Dichtungsring in den Kegelstutzen einlegen. Der Bund liegt dabei bündig auf der Stirnfläche des Kegelkörpers auf und verhindert axiales Verschieben beim Aufschrauben der Überwurfmutter.
- Überwurfmutter von Hand anziehen, bis die Verbindung spürbar dichtet. Kein übermäßiges Drehmoment aufwenden, da zu hohe Flächenpressung den Dichtungsring verformt und die Dichtwirkung mindert.
- Nach der ersten Inbetriebnahme die Verbindung auf Leckagefreiheit prüfen. Bei Bedarf leicht nachziehen.
- Dichtungsring bei jeder Demontage visuell prüfen. Deformierte, eingeschnittene oder ausgehärtete Ringe austauschen.
FAQ
- Was ist der Unterschied zwischen der Standardausführung und der Ausführung mit Bund?
Die Standardausführung hat eine flache Scheibenform mit definierter Schnurstärke s1. Die Ausführung mit Bund weist eine größere Schnurstärke s2 auf und verfügt über einen umlaufenden Kragen (Bund), der den Ring beim Einlegen im Kegelstutzen axial fixiert und das Verrutschen beim Aufschrauben der Überwurfmutter verhindert. Die Bund-Variante ist bevorzugt dort einsetzbar, wo häufige Demontagen stattfinden oder der Ring schwer zugänglich ist.
- Welchen Werkstoff soll ich für CIP-Reinigungsanlagen wählen?
Für CIP-Prozesse mit alkalischen Reinigern (z.B. NaOH) und Temperaturen bis +90 °C ist EPDM die erste Wahl, da der Werkstoff sehr gute Beständigkeit gegen alkalische Medien und Heißwasser aufweist. Bei sauren Reinigern oder höheren Temperaturen über +130 °C sind FKM oder PTFE zu bevorzugen. NBR ist für CIP-Anwendungen nicht geeignet, da der Werkstoff gegen wässrige alkalische Medien und Dampf nicht ausreichend beständig ist.
- Bis zu welcher Temperatur ist der EPDM-Dichtungsring einsetzbar?
EPDM-Milchrohrverschraubungsringe sind dauerhaft bis +130 °C einsetzbar. Für SIP-Anwendungen (Sterilization in Place) mit Sattdampf sind FKM- oder PTFE-Varianten zu wählen, da diese Temperaturen über +150 °C standhalten.
- Sind die Dichtungsringe für den direkten Lebensmittelkontakt zugelassen?
Ja. Alle Werkstoffe dieser Artikelgruppe entsprechen den Anforderungen der EU-Verordnung 1935/2004, der EG VO 10/2011, den Empfehlungen des BfR XXI bzw. XV Kategorie 4 sowie der FDA CFR 21 §177.2600 bzw. §177.1550. Die Werkstoffe sind ADI-free (frei von Produkten tierischen Ursprungs, TSE/BSE-frei), frei von Bisphenol A und B sowie phthalatfrei.
- Welche Werkstoffvariante ist für aggressive Reinigungsmittel mit Chlor geeignet?
Für chlorhaltige Reiniger und Desinfektionsmittel ist EPDM bedingt geeignet bei niedrigen Konzentrationen und Raumtemperatur. FKM (Viton) und PTFE bieten die bessere Beständigkeit gegen oxidative Medien wie Chlor, Ozon und Wasserstoffperoxid, die in der Getränke- und Pharmaindustrie als Desinfektionsmittel eingesetzt werden.
- Können die Dichtungsringe zusammen mit Edelstahl-Verschraubungen anderer Hersteller verwendet werden?
Ja, sofern die Gegenstücke ebenfalls der DIN 11851 entsprechen. Die Norm definiert die Kegelgeometrie, das Rundgewinde und die Maßtoleranzen einheitlich, sodass Dichtungsringe und Armaturen verschiedener Hersteller innerhalb der Normtoleranzen austauschbar sind. Die Maßtoleranzen der Dichtungsringe sind nach ISO 3302 Teil 1 Klasse M2 festgelegt.