Beschreibung
AFM34 enthält Aramidfasern, anorganische Füllstoffe und weitere hochtemperaturbeständige Substanzen, die unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur mit Elastomeren gebunden sind. Das Material zeichnet sich durch hohe Zug-, Druck- und Scherfestigkeit aus und ist besonders gasdicht. AFM34 enthält keine physiologisch bedenklichen Stoffe und keine Farbzusätze.Das Material dichtet Gase und Flüssigkeiten ab: Öle, Lösungsmittel, Kraftstoffe, Frigene, Flüssiggase, Wasser-Frostschutzmittel-Gemische und Salzlösungen. Für Heißwasser und Dampf ist AFM34 bis ca. 200 °C bei stationären Vorgängen geeignet, bei einer Einbau-Flächenpressung von mindestens 50 N/mm². Maximale Dauertemperatur und maximaler Betriebsdruck dürfen nicht gleichzeitig auftreten.
AFM34 besitzt auf beiden Oberflächen eine Trenndecke (TD 2) mit hohem Reibwert, die den Ausbau erleichtert. Bei Bauteilen, die sich bei der Montage auf der Dichtung drehen (z. B. Verschraubungen, Radiatorenstopfen), wird eine ein- oder beidseitige Graphitierung empfohlen, da dort ein niedriger Reibwert erforderlich ist.
Aufgrund seiner physiologischen Unbedenklichkeit eignet sich AFM34 für den Einsatz im Trinkwasser- und Lebensmittelbereich sowie zur Abdichtung von verschmutzungsempfindlichen, hochreinen Produkten. Die Zulassungen umfassen DIN-DVGW nach DIN 3535 Teil 6, FDA nach 21 CFR § 177.2600, WRAS, TA Luft, BAM (Flanschverbindungen in Sauerstoff-Stahlrohrleitungen), Fire Safe nach BS 6755 und API 6FB sowie DNV GL für den Schiffbau.
Merkmale
- WerkstoffAramidfasern, anorganische Füllstoffe, hochtemperaturbeständige Elastomere (asbestfrei)
- Dichte1,8–2,0 g/cm³ (Nenndicke 2,00 mm)
- Dauertemperaturmax. 250 °C
- Dauertemperatur bei Wasserdampfmax. 200 °C
- Spitzentemperatur (kurzzeitig)400 °C
- Betriebsdruckmax. 150 bar
- Einbau-Flächenpressung (Minimum)50 N/mm²
- Zugfestigkeit (quer, nach ASTM F 152)> 18 N/mm²
- Zugfestigkeit (quer, nach DIN 52 910)> 12 N/mm²
- Druckstandfestigkeit (16 h, 175 °C, nach DIN 52 913)ca. 36 N/mm²
- Druckstandfestigkeit (16 h, 300 °C, nach DIN 52 913)ca. 25 N/mm²
- Zusammenpressung (nach ASTM F 36, Verfahren J)5–8 %
- Rückfederung (nach ASTM F 36, Verfahren J)> 55 %
- Dichtwirkung gegen Stickstoff (nach DIN 3535 Teil 6 FA)ca. 0,02 mg/(s·m)
- Glühverlust (nach DIN 52 911)< 34 %
- Wärmeleitfähigkeitca. 0,7 W/(m·K)
- Wasserlösliches Chlorid< 100 ppm
- OberflächeTrenndecke TD 2 beidseitig
- ZulassungenDIN-DVGW (DIN 3535 Teil 6), FDA (21 CFR § 177.2600), WRAS, TA Luft, BAM, Fire Safe (BS 6755, API 6FB), DIN 30653 (HTB), Grade X (BS 7531), DNV GL
Vorteile
- Asbestfrei und ohne physiologisch bedenkliche Stoffe: zugelassen für Trinkwasser (WRAS), Lebensmittel (FDA nach 21 CFR § 177.2600) und hochreine Medien.
- Gasdicht nach DIN 3535 Teil 6 FA mit einer spezifischen Leckagerate von ca. 0,02 mg/(s·m) gegen Stickstoff: geeignet für Gas- und Druckluftanwendungen.
- Breites Einsatzspektrum bis 150 bar Betriebsdruck und 250 °C Dauertemperatur: deckt die meisten Standard-Flanschverbindungen in Industrie und Anlagenbau ab.
- Hohe Rückfederung von über 55 % nach ASTM F 36: gleicht Setzverhalten und Flanschunebenheiten aus, ohne die Dichtheit zu verlieren.
- Beständig gegen Öle, Kraftstoffe, Lösungsmittel, Frigene, Flüssiggase und Wasser-Frostschutzmittel-Gemische: ein Werkstoff für viele Medien in der Verfahrenstechnik.
- Trenndecke TD 2 auf beiden Oberflächen erleichtert den Ausbau und verhindert Ankleben an Flanschflächen, was den Wartungsaufwand senkt.
- Fire Safe-Zulassung nach BS 6755 und API 6FB: einsetzbar in Armaturen und Rohrleitungen mit Brandschutzanforderungen.
Einsatzgebiete
- DIN- und ANSI-Rohrleitungsflanschverbindungen
- AFM34 dichtet Flanschverbindungen in Industrieanlagen nach DIN und ANSI ab, wo Gasdichtheit und Beständigkeit gegen Prozessmedien wie Öle, Lösungsmittel oder Salzlösungen gefordert sind.
- Apparate, Pumpen und Armaturen
- Einsatz als Gehäuse- und Deckeldichtung in Pumpen, Ventilen und Apparaten der Verfahrenstechnik, wo thermische und mechanische Wechselbelastungen auftreten.
- Verschraubungen mit schmaler Ringfläche
- Geeignet für Verschraubungen in Gas- und Warmwasserthermen, Solaranlagen sowie Heizkörperanschlüssen, wo die verfügbare Dichtfläche gering ist und hohe Flächenpressung auf kleiner Fläche aufgebracht wird.
- Verbrennungsmotoren und deren Versorgungsaggregate
- Dichtet thermisch-mechanisch hoch beanspruchte Verbindungen an Ölfiltern, Ansaugkrümmern sowie Öl-, Kraftstoff-, Wasser- und Vakuumpumpen ab.
- Getriebe und Kompressoren
- Einsatz als Gehäusedichtung in Getrieben, Kältekompressoren und Druckluftkompressoren, wo Beständigkeit gegen Kältemittel (Frigene) und Schmiermittel verlangt wird.
- Trinkwasser- und Lebensmitteltechnik
- Aufgrund der FDA-Konformität (21 CFR § 177.2600) und der WRAS-Zulassung einsetzbar in Armaturen und Verbindungen, die mit Trinkwasser, Lebensmitteln oder hochreinen Produkten (z. B. Lackrohstoffe, Vitaminlösungen) in Kontakt kommen.
- Dampf- und Heißwasserleitungen
- Dichtet stationäre Flanschverbindungen in Dampfverteilsystemen bis 200 °C und in Heißwassersystemen ab, sofern die Einbau-Flächenpressung mindestens 50 N/mm² beträgt.
- Schiffbau und Offshore
- DNV GL-Freigabe ermöglicht den Einsatz in Rohrleitungs- und Apparateverbindungen auf Schiffen und Offshore-Anlagen, wo erhöhte Zulassungsanforderungen gelten.
Do's and Dont's
Do's:- Dichtflächen vor der Montage auf Sauberkeit, Planheit und Beschädigungsfreiheit prüfen.
- Schrauben über Kreuz in mindestens drei Stufen anziehen (20 % / 60 % / 100 % des Solldrehmoments).
- Dichtungen kühl (unter 20 °C), bei 30–60 % relativer Luftfeuchtigkeit und ohne Sonneneinstrahlung lagern.
- Bei Verschraubungen und Radiatorenstopfen die Dichtungsfläche ein- oder beidseitig graphitieren, um Reibung zu reduzieren.
- Maximale Lagerdauer von zwei bis drei Jahren einhalten; bei kritischen Gasen auf ein Jahr beschränken.
- Vor der Inbetriebnahme Schrauben nach dem ersten Setzen erneut auf 100 % des Anzugsdrehmoments nachziehen.
- Keine Fette, Trennmittel oder Dichtmassen auf die Dichtung oder die Dichtstellen aufbringen.
- Nicht wiederverwenden: Bereits eingebaute und verpresste Dichtungen nicht erneut einsetzen.
- Korrodierte Schrauben, Muttern oder Unterlegscheiben nicht verwenden.
- Nicht im heißen Zustand nachziehen: Faserdichtungen dürfen nach Temperaturbelastung nur kalt und in mehreren Stufen nachgezogen werden.
- Maximale Dauertemperatur und maximalen Betriebsdruck nicht gleichzeitig ausreizen.
- Nicht unter UV-Licht oder Ozoneinfluss lagern.
Montage
- Nur neue, unbeschädigte und trockene Dichtungen verwenden. Dichtstellen sorgfältig reinigen, ohne sie zu verkratzen, und anschließend trocknen.
- Keine Hilfsmittel (Fette, Trennmittel oder Dichtmassen) auf Dichtungen oder Dichtstellen aufbringen. AFM34 besitzt eine Trenndecke TD 2, die zusätzliche Trennmittel in den meisten Fällen überflüssig macht.
- Dichtung zentrisch auflegen. Bei Bauteilen, die sich bei der Montage auf der Dichtung drehen (z. B. Verschraubungen, Radiatorenstopfen), ist eine ein- oder beidseitige Graphitierung der Dichtungsfläche erforderlich.
- Keine korrodierten Schrauben, Muttern oder Unterlegscheiben verwenden. Schrauben und Muttern mit Schmiermittel einstreichen, damit errechnete und tatsächliche Flächenpressung übereinstimmen.
- Zweite Dichtstelle planparallel montieren und Schrauben zunächst von Hand festziehen. Anschließend Schrauben über Kreuz in mindestens drei Stufen anziehen: 1. Stufe 20 %, 2. Stufe 60 %, 3. Stufe 100 % des erforderlichen Anzugsdrehmoments.
- Alle Schrauben müssen dasselbe Endanzugsdrehmoment aufweisen. Vor der ersten Inbetriebnahme Schrauben erneut auf 100 % des Drehmoments nachziehen, da jede Dichtung sich setzt.
- Nachziehen einer bereits auf höhere Betriebstemperatur gebrachten Faserdichtung nur im kalten Zustand und mit größter Vorsicht in mehreren Stufen. Bei ausgehärteten Faserdichtungen besteht sonst Zerstörungsgefahr.
FAQ
- Bis zu welcher Temperatur ist AFM34 dauerhaft einsetzbar?
Die maximale Dauertemperatur beträgt 250 °C. Für Wasserdampf gilt ein niedrigerer Grenzwert von 200 °C bei stationären Betriebsbedingungen. Kurzzeitige Spitzentemperaturen bis 400 °C sind zulässig. Maximale Dauertemperatur und maximaler Betriebsdruck dürfen dabei nicht gleichzeitig auftreten.
- Welchen maximalen Betriebsdruck verträgt AFM34?
Der maximale Betriebsdruck liegt bei 150 bar. Ob dieser Wert bei einer konkreten Einbausituation erreichbar ist, hängt von der Betriebstemperatur und dem Medium ab.
- Welche Medien dichtet AFM34 zuverlässig ab?
AFM34 ist beständig gegen Öle, Lösungsmittel, Kraftstoffe, Frigene, Flüssiggase, Wasser-Frostschutzmittel-Gemische und Salzlösungen. Außerdem dichtet es Heißwasser und Dampf bis ca. 200 °C ab.
- Kann AFM34 in Trinkwasser- oder Lebensmittelanlagen eingesetzt werden?
Ja. AFM34 ist FDA-konform nach 21 CFR § 177.2600 und trägt die WRAS-Zertifizierung für Trinkwasser. Es enthält keine physiologisch bedenklichen Stoffe und eignet sich für alle Arten von Lebensmitteln sowie hochreine Medien wie Lackrohstoffe und Vitaminlösungen.
- Warum darf AFM34 nicht mit Fett oder Trennmittel montiert werden?
AFM34 besitzt eine beidseitige Trenndecke TD 2, die den Ausbau erleichtert und den Reibwert definiert. Fette oder Trennmittel verändern die tatsächliche Flächenpressung und können die Dichtheit beeinträchtigen. Nur bei drehenden Bauteilen (z. B. Verschraubungen) ist eine Graphitierung der Dichtfläche erforderlich.
- Was ist beim Nachziehen von AFM34-Dichtungen im Betrieb zu beachten?
Nachziehen darf nur im kalten Zustand und in mehreren Stufen erfolgen. Bei Dichtungen, die bereits auf erhöhte Betriebstemperatur gebracht wurden, besteht beim Nachziehen im warmen Zustand die Gefahr der Zerstörung, besonders wenn das Fasermaterial bereits ausgehärtet ist.
- Welche Lagerbedingungen gelten für AFM34?
AFM34 ist bei Temperaturen unter 20 °C, einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30–60 %, ohne direkte Sonnen- oder UV-Einstrahlung und ohne Ozoneinfluss zu lagern. Die maximale Lagerdauer beträgt zwei bis drei Jahre. Bei Einsatz zur Abdichtung kritischer Gase sollte die Lagerdauer auf ein Jahr begrenzt werden.
- Welche Zulassungen besitzt AFM34?
AFM34 trägt folgende Zulassungen: DIN-DVGW nach DIN 3535 Teil 6, H2-Prüfung nach DVGW-Zertifizierungsprogramm 5123, FDA nach 21 CFR § 177.2600, WRAS (Trinkwasser nach BS 6920), TA Luft, BAM (Sauerstoff-Stahlrohrleitungen), Fire Safe nach BS 6755 und API 6FB, DIN 30653 (höher thermisch belastbare Dichtungen), Grade X nach BS 7531 sowie DNV GL für den Schiffbau.