Beschreibung
AFM 30 enthält Aramidfasern und weitere hochtemperaturbeständige Asbestsubstitute, die gemeinsam mit Elastomeren unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur verarbeitet werden. Das Ergebnis ist eine mechanisch-thermisch belastbare Dichtungsplatte, die sich für statische Flanschverbindungen in einem breiten Anwendungsspektrum eignet. Beide Oberflächen sind standardmäßig mit einer Trenndecke (TD 2) mit hohem Reibwert ausgestattet, was den Ausbau erleichtert und eine zusätzliche Oberflächenbehandlung in den meisten Fällen überflüssig macht.Die Dauertemperatur liegt bei maximal 250 °C, kurzzeitig sind Spitzentemperaturen bis 400 °C zulässig. Der maximale Betriebsdruck beträgt 125 bar. Dauertemperatur und Maximaldruck dürfen nicht gleichzeitig auftreten. Die Druckstandfestigkeit beträgt nach DIN 52 913 bei 300 °C über 16 Stunden rund 25 N/mm², bei 175 °C rund 36 N/mm².
AFM 30 ist beständig gegen Getriebe-, Hydraulik-, Kälte- und Motoröle, Kraftstoffe, Wasser-Frostschutzmittel-Gemische, Frigene/Freone, Laugen sowie Lösungsmittel. Die Dichtwirkung gegen Stickstoff liegt nach DIN 3535 Teil 6 bei etwa 0,05 mg/(s·m). Das Material besitzt Freigaben nach DIN-DVGW (DIN 3535 Teil 6), DIN 30653 für höher thermisch belastbare Dichtungen (HTB), BAM für Flanschverbindungen in Sauerstoff-Stahlrohrleitungen sowie DNV GL für den Schiffbau.
Lieferbar als Platte im Format 1500 × 1500 mm in Nenndicken von 0,30 bis 5,00 mm nach DIN 28091-1, sowie als Fertigdichtung nach Zeichnung oder Maßangaben.
Merkmale
- WerkstoffAramidfasern und Asbestsubstitute, elastomergebunden, asbestfrei
- OberflächeTrenndecke TD 2 (beidseitig, hoher Reibwert)
- Dichte1,75–1,95 g/cm³ (Nenndicke 2,00 mm)
- Zugfestigkeit> 12 N/mm² (ASTM F 152, quer); > 9 N/mm² (DIN 52 910, quer)
- Druckstandfestigkeit≈ 25 N/mm² bei 300 °C / 16 h; ≈ 36 N/mm² bei 175 °C / 16 h (DIN 52 913)
- Zusammenpressung7–15 % (ASTM F 36, Verfahren J)
- Rückfederung> 50 % (ASTM F 36, Verfahren J)
- Dichtwirkung gegen Stickstoff≈ 0,05 mg/(s·m) nach DIN 3535, Teil 6 FA
- Spezifische Leckagerate< 0,1 mg/(s·m) nach DIN 28091-2
- Restflächenpressung> 50 % nach 1000 h (Luft, 100 °C)
- Dauertemperatur maximal250 °C
- Spitzentemperatur kurzzeitig400 °C
- Betriebsdruck maximal125 bar
- Nenndicken0,30 / 0,50 / 0,75 / 1,00 / 1,50 / 2,00 / 3,00 / 4,00 / 5,00 mm (nach DIN 28091-1)
- Lieferformat Platten1500 × 1500 mm
- FreigabenDIN-DVGW nach DIN 3535 Teil 6, DIN 30653 (HTB), BAM (Sauerstoff-Rohrleitungen), DNV GL (Schiffbau)
Vorteile
- Asbestfrei nach aktuellem Stand der Technik: Aramidfasern und Hochtemperatur-Asbestsubstitute ersetzen Asbest vollständig, ohne die mechanisch-thermische Festigkeit zu verringern.
- Beständig gegen Getriebe-, Hydraulik-, Kältemaschinenöle und Kraftstoffe sowie gegen Wasser-Frostschutzmittel-Gemische und Frigene/Freone.
- Druckstandfestigkeit nach DIN 52 913 von rund 36 N/mm² bei 175 °C und rund 25 N/mm² bei 300 °C gewährleistet Langzeitdichtheit auch unter thermischer Wechselbeanspruchung.
- Rückfederung von mehr als 50 % (ASTM F 36) ermöglicht zuverlässige Abdichtung bei leichten Flanschunebenheiten und dynamischen Setzerscheinungen.
- Trenndecke TD 2 auf beiden Seiten mit hohem Reibwert: kein zusätzliches Trennmittel oder Einbauhilfsmittel erforderlich, Ausbau auch nach längerem Betrieb ohne Schäden an der Dichtfläche möglich.
- Mehrere unabhängige Freigaben (DIN-DVGW, BAM, DNV GL, DIN 30653 HTB) decken sicherheitsrelevante Anwendungen in Gas-, Sauerstoff- und Schiffbauanwendungen ab.
Einsatzgebiete
- Kompressoren
- AFM 30 dichtet Gehäusedeckel und Zwischenflansche in Kolben- und Schraubenkompressoren ab, wo Kältemittel (Frigene/Freone) und Verdichteröle gleichzeitig auftreten können.
- Rohrleitungsflansche
- Eingesetzt in Flanschverbindungen für Gas- und Flüssigkeitsleitungen in Anlagen des Maschinenbaus und der verfahrenstechnischen Industrie; die DIN-DVGW-Freigabe nach DIN 3535 Teil 6 deckt Gasleitungsanwendungen ab.
- Getriebe und Getriebegehäuse
- Dichtet Gehäusedeckel und Inspektionsdeckel an Industrie- und Fahrzeuggetrieben gegen Getriebeölaustritt ab.
- Gaszähler und Messarmaturen
- Wird als Flansch- und Gehäusedichtung in Gaszählern eingesetzt, wo die DIN-DVGW-Zulassung gefordert ist.
- Verbrennungsmotoren (Industrie- und Stationärmotoren)
- Dichtungsplatte für Neben-Flanschverbindungen an Motorgehäusen, Kühlwasserkreisläufen und Kraftstoffsystemen in stationären Industriemotoren und Generatoraggregaten.
- Apparate- und Behälterbau
- Geeignet für Flanschdichtungen an Behälterdeckeln, Wärmetauschern und Prozessbehältern in der chemischen und petrochemischen Industrie, auch bei Kontakt mit Laugen und Lösungsmitteln.
- Sauerstoffanlagen (BAM-Freigabe)
- Einsetzbar in Flanschverbindungen von Sauerstoff-Stahlrohrleitungen, wo die BAM-Freigabe für diesen Einsatzbereich zwingend erforderlich ist.
- Schiffbau und Marinetechnik (DNV GL)
- Zugelassen für Rohrleitungs- und Maschinendichtungen auf Schiffen mit DNV GL-Klassifizierung, z. B. in Kraftstoff-, Schmieröl- und Kühlwassersystemen.
Do's and Dont's
Do's:- Dichtung vor dem Einbau auf Beschädigungen prüfen
- Dichtflächen vor dem Einbau reinigen und trocknen
- Schrauben und Muttern schmieren, um die berechnete Flächenpressung zu erreichen
- Schrauben über Kreuz in mindestens drei Stufen anziehen
- Vor erster Inbetriebnahme alle Schrauben erneut auf 100 % nachziehen
- Lagerung kühl (unter +20 °C), trocken (relative Luftfeuchtigkeit 30–60 %), lichtgeschützt und ohne direkte Sonneneinstrahlung, UV-Licht oder Ozoneinwirkung
- Maximale Lagerdauer: 2–3 Jahre unter Normalbedingungen; bei kritischen Gasen (z. B. giftige Medien) nicht länger als 1 Jahr lagern
- Keine Fette, Trennmittel oder Dichtmassen auf die Dichtung oder die Dichtfläche auftragen
- Nicht gleichzeitig maximale Dauertemperatur (250 °C) und maximalen Betriebsdruck (125 bar) anlegen
- Keine korrodierten Schrauben oder Muttern verwenden
- Kein Nachziehen einer heißen Dichtung: nur im vollständig abgekühlten Zustand nachziehen
- Dichtung nicht verbiegen oder unter Spannung lagern
Montage
- Nur neue, unbeschädigte und trockene Dichtungen verwenden; Lagerbedingungen vor dem Einbau prüfen.
- Dichtflächen sorgfältig reinigen und trocknen, ohne die Oberfläche zu verkratzen oder zu beschädigen.
- Dichtung zentrisch auf die Dichtstelle auflegen. Keine Fette, Trennmittel oder Dichtmassen auf Dichtung oder Dichtfläche aufbringen; die integrierte Trenndecke TD 2 macht diese überflüssig.
- Keine korrodierten Schrauben, Muttern oder Unterlegscheiben verwenden. Schrauben und Muttern mit einem geeigneten Schmiermittel einstreichen, damit die errechnete Flächenpressung tatsächlich erreicht wird.
- Zweite Dichtfläche planparallel ansetzen und Schrauben von Hand anziehen. Dann über Kreuz in mindestens drei Stufen anziehen: 1. Stufe 20 %, 2. Stufe 60 %, 3. Stufe 100 % des erforderlichen Anzugsdrehmoments.
- Vor der ersten Inbetriebnahme alle Schrauben erneut auf 100 % des Anzugsdrehmoments nachziehen, da jede Dichtung sich bei längerem Anziehen setzen kann.
- Nachziehen einer Dichtung, die bereits hohe Betriebstemperaturen erreicht hat, nur im kalten Zustand und in mehreren Stufen durchführen. Bei ausgehärteten Faserdichtungen besteht sonst die Gefahr der Zerstörung.
FAQ
- Bis zu welcher Temperatur kann AFM 30 dauerhaft eingesetzt werden?
AFM 30 ist für eine Dauertemperatur von maximal 250 °C ausgelegt. Kurzzeitige Spitzentemperaturen bis 400 °C sind zulässig. Maximale Dauertemperatur und maximaler Betriebsdruck (125 bar) dürfen nicht gleichzeitig auftreten.
- Welche Medien dichtet AFM 30 zuverlässig ab?
AFM 30 ist beständig gegen Getriebe-, Hydraulik-, Kältemaschinenöle und Motoröle, Kraftstoffe, Wasser-Frostschutzmittel-Gemische (50:50), Frigene/Freone, Laugen und Lösungsmittel. Stickstoff wird nach DIN 3535 Teil 6 mit einer Leckagerate von etwa 0,05 mg/(s·m) abgedichtet.
- Muss AFM 30 vor dem Einbau mit Fett oder Trennmittel behandelt werden?
Nein. AFM 30 besitzt standardmäßig auf beiden Seiten eine Trenndecke TD 2 mit hohem Reibwert, die den Ausbau erleichtert. Ein zusätzliches Trennmittel oder Fett auf der Dichtfläche ist in den meisten Fällen nicht notwendig und kann die Dichtwirkung negativ beeinflussen.
- Wie lange darf AFM 30 gelagert werden?
Unter empfohlenen Bedingungen (Temperatur unter +20 °C, relative Luftfeuchtigkeit 30–60 %, ohne UV-Licht oder Ozoneinwirkung) beträgt die maximale Lagerdauer 2–3 Jahre. Bei kritischen Medien wie giftigen Gasen sollte die Lagerdauer 1 Jahr nicht überschreiten.
- Was ist der Unterschied zwischen AFM 30 und AFM 34?
AFM 34 besitzt eine höhere Zugfestigkeit (> 18 N/mm² nach ASTM F 152 gegenüber > 12 N/mm² bei AFM 30) und eine geringere Zusammenpressung (5–8 % statt 7–15 %). AFM 34 ist daher für Anwendungen mit sehr hohen mechanischen Anforderungen geeignet. AFM 30 bietet durch die höhere Zusammenpressung und Rückfederung eine bessere Anpassung an leicht unebene Dichtflächen.
- Welche Zulassungen und Freigaben besitzt AFM 30?
AFM 30 ist freigegeben nach DIN-DVGW gemäß DIN 3535 Teil 6 für Gasanwendungen, nach DIN 30653 für höher thermisch belastbare Dichtungen (HTB), durch die BAM für Flanschverbindungen in Sauerstoff-Stahlrohrleitungen sowie durch den Germanischen Lloyd (DNV GL) für den Schiffbau.
- Kann AFM 30 für Dampfanwendungen eingesetzt werden?
AFM 30 ist nicht explizit für Wasserdampfanwendungen freigegeben. Für Heißdampf-Flanschdichtungen bis 650 °C sind Graphit-Dichtungsplatten (z. B. GP1520 oder NA1100) oder Metalldichtungen die geeigneteren Werkstoffe. Bei Unsicherheit über die Medienverträglichkeit empfiehlt sich eine Rückfrage unter Angabe der genauen Betriebsbedingungen.