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Beschreibung
Der A839 ist auf der der Abstreiflippe gegenüberliegenden Seite als Nutring ausgebildet. Diese Doppelfunktion trennt ihn von einfachen Abstreifern: Die Abstreiflippe entfernt Schmutz und Feuchtigkeit von der ausfahrenden Stange, während die Nutringseite das an der Stangendichtung vorbeigeführte Druckmedium zurückhält und die Leckrate des Systems minimiert.Das Trägermaterial Hythane (TPU/40, Polyether-PU) zeichnet sich durch extreme Abriebfestigkeit und Hydrolysebeständigkeit aus. Die Härte liegt bei ca. 93 IRHD. Dieser Werkstoff ist für Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis und Luft geeignet. In Wasser, HFA- und HFB-Flüssigkeiten gilt eine eingeschränkte Temperaturgrenze von -20 °C bis +60 °C. Die Eignung für HFC-, HFD- und andere Flüssigkeiten ist im Einzelfall zu prüfen.
Die Vorspannung am Außendurchmesser verhindert, dass Verunreinigungen außen über den Nutraum in den Dichtraum eindringen. Alle Größen ab Ø 20 mm lassen sich ohne Hilfswerkzeug einschnappen. Die Einbauräume entsprechen der ISO-Norm 6195-C.
Variante A839N hat eine strukturierte Abstreiflippe an der Lauffläche, die das Rückfördervermögen bei Langhub-Zylindern verbessert. Sie wurde hauptsächlich für japanische Einbauräume entwickelt; es gelten daher abweichende Einbauraumtoleranzen (Ø D1: 0/-0,2 mm, L1: 0/+0,4 mm, Ø D2: 0/-0,1 mm).
Merkmale
- WerkstoffHythane (TPU/40, Polyether-Polyurethan)
- Härteca. 93 IRHD
- Temperaturbereich-45 °C bis +110 °C
- Temperaturbereich in Wasser/HFA/HFB-20 °C bis +60 °C
- Gleitgeschwindigkeit max.1,0 m/s
- Geeignete MedienLuft, Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis
- BauformNutring mit Doppellippe (Abstreifer + Abdichtung)
- Einbauraumtoleranz Ø d1f9
- Einbauraumtoleranz Ø D1H11
- Einbauraumtoleranz L1+0,2 / -0 mm
- Gleitflächenrauheit Ra (Ø d1)0,1 – 0,4 µm
- Gleitflächenrauheit Rt (Ø d1)max. 4 µm
- Statische Flächen Ra (Ø D1, Ø D2)max. 1,6 µm
- Norm EinbauräumeISO 6195-C
- Variante A839Nstrukturierte Abstreiflippe für verbesserte Rückförderung bei Langhubzylindern
Vorteile
- Die Doppellippe übernimmt gleichzeitig Abstreif- und Dichtwirkung, wodurch die Gesamtleckrate des Dichtsystems gegenüber einem einfachen Abstreifer reduziert wird.
- Hythane (Polyether-PU) ist hydrolysebeständig und widersteht damit dauerhaft Feuchtigkeit und Wasser, ohne zu erweichen oder zu quellen.
- Mit ca. 93 IRHD Härte bietet Hythane extreme Abriebfestigkeit, was die Standzeit des Abstreifers auch bei häufigen Lastwechseln verlängert.
- Kälteflexibilität bis -45 °C ermöglicht den Einsatz in Außenanlagen und Maschinen in kälteren Klimazonen ohne Verhärtung oder Dichtverlust.
- Die Vorspannung am Außendurchmesser erzeugt eine statische Abdichtung im Nutraum, die das Eindringen von Verunreinigungen über den Außenbereich verhindert.
- Ab Ø 20 mm ist die Montage ohne Hilfswerkzeug durch Einschnappen möglich, was den Montageaufwand im Vergleich zu zweiteiligen oder gewickelten Abstreifern verringert.
Einsatzgebiete
- Hydraulikzylinder in Werkzeugmaschinen
- Der A839 wird als Abstreifer in Vorschub- und Spannzylindern eingesetzt, wo Kühlschmierstoff und Metallspäne die Stange verschmutzen und von der Dichtung ferngehalten werden müssen.
- Mobilhydraulik in Bau- und Landmaschinen
- Kippzylinder, Auslegerzylinder und Lenkhydraulik erfordern Abstreifer mit hoher Kälteflexibilität und Abriebfestigkeit. Der A839 ist bis -45 °C einsetzbar und hält Schlamm, Sand und Feuchtigkeit von der Stangendichtung fern.
- Hydraulikzylinder in Pressen und Stanzen
- In Arbeitszylinder-Anwendungen, bei denen Mineralöl als Druckmedium genutzt wird, dichtet der A839 den Restölfilm an der Stange ab und reduziert damit die Leckage im Dichtsystem.
- Langhub-Zylinder (Variante A839N)
- Bei Zylindern mit langen Hüben erhöht die strukturierte Abstreiflippe der Variante A839N das Rückfördervermögen des ausgeschleppten Ölfilms und senkt dadurch die Betriebsleckage.
- Hydraulikzylinder in Förder- und Hebetechnik
- Teleskopzylinder und Hubzylinder in Gabelstaplern oder Hubtischen setzen Abstreifer mit zuverlässiger Schmutzabdichtung voraus. Die Snap-Montage des A839 vereinfacht den Austausch bei Wartungsarbeiten.
- Pneumatikzylinder in der Industrieautomation
- In Druckluftzylindern mit normaler bis moderater Belastung kann der A839 als Abstreifer verwendet werden, sofern die Gleitgeschwindigkeit 1,0 m/s nicht übersteigt.
Do's and Dont's
Do's:- Abstreifer bis zur Montage in der Originalverpackung lassen; kühl, trocken und dunkel lagern.
- Stange und Einbaunut vor der Montage reinigen und auf Grate oder Riefen kontrollieren.
- Gleit- und Dichtflächen vor der Montage mit HZ103 (Ölhydraulik) oder HZ103W (Wasser) benetzen.
- Bei Langhub-Zylindern die Variante A839N mit strukturierter Abstreiflippe einsetzen.
- Eine Entlastungsbohrung zwischen Stangendichtung und Abstreifer vorsehen, wenn die Primärdichtung einen hohen Restölfilm erzeugt.
- Einbauraumtoleranzen nach ISO 6195-C einhalten (bzw. japanische Toleranzen bei A839N).
- Nicht in HFC-, HFD- oder anderen Flüssigkeiten einsetzen, ohne die Medienverträglichkeit im Einzelfall zu prüfen.
- In Wasser, HFA- und HFB-Flüssigkeiten nicht oberhalb +60 °C betreiben.
- Keine scharfen oder metallischen Montagewerkzeuge verwenden; diese beschädigen die Dichtlippen dauerhaft.
- Den Ring nicht über scharfe Kanten, Gewinde oder Bohrungen auf der Gleitfläche ziehen.
- Nicht verdrehen oder überdehnen beim Einlegen; eine gleichmäßige Verformung über die gesamte Ringgeometrie ist einzuhalten.
Montage
- Einbaunut und alle anliegenden Flächen auf Schmutz, Metallspäne, Grate und Beschädigungen prüfen. Alle Kanten müssen gratfrei und gut verrundet sein.
- Stange und Einbauräume mit sauberem, medienverträglichem Fett benetzen (empfohlen: HZ103 für Ölhydraulik, HZ103W für Wasseranwendungen).
- Den Ring oval verformen, an einer Stelle in die Aufnahmenut einsetzen und anschließend gleichmäßig rundum nachdrücken, bis er vollständig im Nutraum sitzt.
- Ab Ø 20 mm kann der Ring ohne Hilfswerkzeug eingeschnappt werden. Bei kleinen Durchmessern ein glattes, gratfreies Kunststoff-Hilfswerkzeug verwenden.
- Korrekte Einbaurichtung sicherstellen: Die Abstreiflippe muss zur Außenseite des Zylinders zeigen.
- Zylinder nach Montage sorgfältig entlüften, um Luftschäden (Dieseleffekt, Kavitation) zu vermeiden.
Hinweis: Beim Einsatz von Doppelabstreifern kann in Abhängigkeit von der Primärdichtung und der Gleitgeschwindigkeit ein Druckaufbau zwischen Abstreifer und Stangendichtung entstehen. Um ein Herauspressen aus der Nut zu vermeiden, kann eine Entlastungsbohrung zwischen Dichtung und Abstreifer erforderlich sein.
FAQ
- Was unterscheidet den Doppelabstreifer A839 von einem einfachen Abstreifer?
Der A839 kombiniert zwei Funktionen in einem Bauteil: Die Abstreiflippe entfernt Schmutz und Feuchtigkeit von der ausfahrenden Kolbenstange. Die gegenüberliegende Nutringseite dichtet gleichzeitig das durch die Stangendichtung durchgezogene Druckmedium ab und reduziert damit die Gesamtleckrate des Dichtsystems. Ein einfacher Abstreifer erfüllt nur die erste dieser beiden Funktionen.
- Warum kann zwischen Doppelabstreifer und Stangendichtung ein Druckaufbau entstehen?
Die Nutringseite des A839 dichtet den Bereich zwischen Abstreifer und Stangendichtung gegenüber der Umgebung ab. Wenn die Primärdichtung einen Restölfilm auf der Stange zieht, sammelt sich Öl in diesem Zwischenraum und kann Druck aufbauen. Um ein Herauspressen des Abstreifers aus der Nut zu verhindern, ist in solchen Fällen eine Entlastungsbohrung zwischen Stangendichtung und Abstreifer vorzusehen.
- Welche Medien sind für den A839 aus Hythane geeignet?
Der A839 ist für Luft und Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis ausgelegt. In Wasser, HFA- und HFB-Flüssigkeiten ist die Einsatzgrenze auf -20 °C bis +60 °C eingeschränkt. Die Verträglichkeit in HFC-, HFD- und anderen Flüssigkeiten ist im Einzelfall zu prüfen.
- Wann sollte die Variante A839N anstelle des Standard-A839 gewählt werden?
Die Variante A839N hat eine strukturierte Abstreiflippe an der Lauffläche. Diese Struktur verbessert das Rückfördervermögen des ausgeschleppten Ölfilms bei Zylindern mit langen Hüben. Bei kurzhubigen Zylindern oder wenn der Einbauraum nach japanischen Toleranzen ausgeführt ist, ist die Verwendung von A839N ebenfalls geeignet. Zu beachten sind die abweichenden Einbauraumtoleranzen: Ø D1: 0/-0,2 mm, L1: 0/+0,4 mm, Ø D2: 0/-0,1 mm.
- Welche Oberflächenrauheit muss die Kolbenstange für den Einsatz des A839 aufweisen?
Die Gleitfläche (Ø d1) muss einen Ra-Wert von 0,1 bis 0,4 µm und einen Rt-Wert von maximal 4 µm aufweisen. Zu glatte Oberflächen (Ra unter 0,1 µm) behindern den Schmierfilmaufbau und führen zu erhöhtem Verschleiß. Empfohlen werden geschliffene und polierte Stangen mit einer Oberflächenhärte von ca. 55–60 HRC.
- Kann der A839 ohne Werkzeug montiert werden?
Ab einem Stangeninnendurchmesser von Ø 20 mm kann der Ring ohne Hilfswerkzeug eingeschnappt werden. Für kleinere Durchmesser ist ein glattes, gratfreies Kunststoff-Hilfswerkzeug zu verwenden. Beim Einlegen den Ring oval verformen, an einer Stelle in die Aufnahmenut einsetzen und anschließend gleichmäßig rundum nachdrücken.