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Beschreibung
A37 sind Schmutzabstreifer aus NBR mit außen elastomerumhülltem Metallwinkelring. Der einvulkanisierte Metallring gibt dem Abstreifer eine hohe Eigensteifigkeit, sodass er durch einfaches Einpressen sicher in Aufnahmebohrungen mit ISO-Passung H8 sitzt. Die äußere NBR-Hülle gleicht Rautiefen der Aufnahmebohrung bis Ra 3,2 µm / Rt 16 µm aus und schützt den Metallring gleichzeitig vor Korrosion.A37 sind für Luft sowie Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis geeignet. Die Dauertemperatur liegt bei -30°C bis +100°C; kurzfristig kann der Einsatzbereich bis -40°C erweitert werden. Die maximale Gleitgeschwindigkeit beträgt 1,0 m/s. Vorzugsgrößen nach ISO 6195-B sind ab Lager lieferbar; weitere Abmessungen sind in der Regel ebenfalls prompt verfügbar.
Auf Anfrage sind A37 auch in FPM (Viton) erhältlich. Die FPM-Ausführung ist bis +200°C und für schwer entflammbare Druckflüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis geeignet.
Merkmale
- WerkstoffNBR (Buna-N), außen elastomerumhüllt
- VerstärkungMetallwinkelring (Stahl)
- Temperaturbereich-30°C bis +100°C (kurzfristig bis -40°C)
- Gleitgeschwindigkeitmax. 1,0 m/s
- Einbaupassung AufnahmebohrungISO H8
- Einbaupassung Kolbenstangef9
- Rautiefe Gleitfläche (Ø d1)Ra 0,1–0,4 µm / Rt max. 4 µm
- Rautiefe statische Flächen (Ø D1, Stirn)Ra max. 3,2 µm / Rt max. 16 µm
- Norm EinbauräumeISO 6195-B (für gekennzeichnete Vorzugsgrößen)
- MedienLuft, Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis
- AlternativwerkstoffFPM (Viton) auf Anfrage, bis +200°C
- Formelzeichen
- d1Stangendurchmesser (Toleranz f9)
- D1Außendurchmesser / Aufnahmebohrung (Toleranz H8)
- L1Einbaulänge (+0,2 / -0 mm)
- L2Gehäusetiefe
- SWandstärke Metallring
Vorteile
- Der einvulkanisierte Metallwinkelring verleiht dem Abstreifer eine hohe Bauteilsteifigkeit, die eine werkzeugfreie Passung in ISO-H8-Bohrungen ohne zusätzliche Haltenut ermöglicht.
- Die äußere NBR-Hülle gleicht Rautiefen der Aufnahmebohrung bis Ra 3,2 µm aus, sodass auch Gehäuse mit etwas rauerer Oberfläche ohne Nacharbeit genutzt werden können.
- Korrosionsschutz durch vollständige Elastomerumhüllung des Metallrings: keine freiliegenden Stahlflächen an der Gehäusebohrung.
- Kurzfristiger Einsatz bis -40°C möglich, was den Betrieb in kälteren Umgebungen (z.B. Außenhydraulik im Winter) erlaubt.
- Auf Anfrage als FPM-Variante erhältlich, die bis +200°C und für schwer entflammbare Medien auf Ester- oder synthetischer Basis geeignet ist.
Einsatzgebiete
- Hydraulikzylinder in Werkzeugmaschinen
- A37 schützen Kolbenstangen von Vorschub- und Spannzylindern vor Kühlmittelspritzern, Metallspänen und Schleifstaub. Die ISO-H8-Passung erlaubt den Einbau ohne eingestochene Nut direkt in die Zylinderkopfbohrung.
- Hydraulikzylinder in Baumaschinen und Mobilhydraulik
- Für Ausleger-, Schaufel- und Stielzylinder bei leichter bis mittelschwerer Schmutzbelastung. Der kurzfristige Betrieb bis -40°C deckt typische Winterbedingungen im Freien ab.
- Pneumatikzylinder in der Fertigungsautomation
- In Handhabungs- und Spannvorrichtungen werden A37 als Stangenschutz gegen Staub und Späne aus spanenden Bearbeitungsprozessen eingesetzt, bei Gleitgeschwindigkeiten bis 1,0 m/s.
- Linearachsen in Pressen und Umformmaschinen
- Wo Kolbenstangen axial durch offene Gehäusebohrungen geführt werden, verhindert der Metallwinkelring ein Verdrehen oder Lockern des Abstreifers durch Vibration und Stoßbelastung.
- Landmaschinen und Forsttechnik
- Hebe- und Lenkzylinder in Traktoren und Erntemaschinen arbeiten in schmutz- und feuchtigkeitsreicher Umgebung. Die elastomerumhüllte Metallkonstruktion des A37 hält diesem Umfeld stand.
- Industrielle Rohrbiegemaschinen und Gesenkschmiedepressen
- Kurzhubbewegungen mit hoher Wiederholfrequenz bei moderaten Geschwindigkeiten sind ein typisches Einsatzfeld; die starre Metallkonstruktion verhindert ein Kippen des Abstreifers im Gehäuse.
Do's and Dont's
Do's:- Abstreifer bis zur Montage in der Originalverpackung lassen; kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
- Aufnahmebohrung auf Rauheit und Maßhaltigkeit nach ISO H8 prüfen, bevor der Abstreifer eingepresst wird.
- Einführschräge der Aufnahmebohrung auf vorgeschriebenes Maß (C = 0,8–1,5 mm je nach L1) ausarbeiten, damit die Abstreiflippe beim Einpressen nicht einreißt.
- Gleitfläche der Kolbenstange auf Rautiefe Ra 0,1–0,4 µm halten, um Verschleiß der Abstreiflippe zu minimieren.
- FPM-Ausführung anfragen, wenn Betriebstemperaturen über +100°C oder schwer entflammbare Medien auf Ester- oder synthetischer Basis vorliegen.
- Nicht verkanten beim Einpressen: ein schräg gesetzter Abstreifer dichtet nicht zuverlässig und kann die Lippe dauerhaft beschädigen.
- Keine scharfen oder gratbehafteten Werkzeuge direkt auf die Abstreiflippe setzen; ausschließlich passgenaue Druckhülse verwenden.
- Nicht für Druckflüssigkeiten auf Glykol- oder Esterphosphat-Basis (HFB, HFDR) in NBR-Ausführung einsetzen; für diese Medien FPM-Variante anfragen.
- NBR-Ausführung nicht dauerhaft über +100°C betreiben; die Abstreiflippe verhärtet und verliert ihre Dichtwirkung.
Montage
- Aufnahmebohrung und Stange vor der Montage auf Schmutz, Span- und Grat-Reste prüfen. Alle Einführkanten müssen sauber gefast sein (Einführschräge C je nach Einbaulänge L1: 0,8–1,5 mm; max. Radius r1: 0,4 mm).
- Abstreifer gerade und eben in die Einführschräge der Aufnahmebohrung setzen. Kein Verkanten oder seitliches Kippen.
- Abstreifer mit einer passenden Druckhülse gleichmäßig einpressen, bis er bündig im Gehäuse sitzt. Niemals direkt auf die Abstreiflippe drücken.
- Nach der Montage Stangenbewegung prüfen: Die Abstreiflippe muss gleichmäßig an der Stange anliegen und darf sich nicht einseitig aufgestellt haben.
FAQ
- Welche Medien verträgt der NBR-Abstreifer A37?
A37 in NBR-Ausführung sind für Luft und Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis geeignet. Für schwer entflammbare Flüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis sowie für Temperaturen über +100°C ist die FPM-Ausführung des A37 erforderlich, die auf Anfrage lieferbar ist.
- Bis zu welcher Temperatur ist der A37 dauerhaft einsetzbar?
Die NBR-Ausführung ist dauerhaft von -30°C bis +100°C einsetzbar. Kurzfristig kann der Betrieb bis -40°C ausgedehnt werden. Die FPM-Variante erweitert den Bereich auf bis zu +200°C.
- Warum gibt es beim A37 zwei Ausführungen mit freiliegendem und umhülltem Metallring?
Die Ausführung mit außen elastomerumhülltem Metallring (Standardausführung A37) schützt den Metallring vor Korrosion und erlaubt rauere Oberflächen der Aufnahmebohrung bis Ra 3,2 µm. Die Ausführung mit freiliegendem Metallring (A37 M) ist für Anwendungen vorgesehen, bei denen der Außendurchmesser sehr eng toleriert werden muss oder eine metallische Passung im Gehäuse gefordert ist.
- Welche Oberflächengüte muss die Kolbenstange für den A37 haben?
Die Gleitfläche der Kolbenstange (Ø d1, Toleranz f9) soll Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm aufweisen. Zu raue Oberflächen erhöhen den Abstreiferverschleiß; zu glatte Oberflächen (Ra unter 0,1 µm) können dazu führen, dass die Abstreiflippe keinen ausreichenden Kontakt hält.
- Kann der A37 ohne eingestochene Nut montiert werden?
Ja. Der Metallwinkelring gibt dem Abstreifer eine ausreichende Eigensteifigkeit, um durch einfaches Einpressen in eine glattwandige Aufnahmebohrung mit ISO-Passung H8 zu halten. Eine eingestochene Haltenut ist nicht erforderlich, vereinfacht jedoch die Wiederholung des Ausbaus.
- Was passiert, wenn der A37 beim Einpressen verkantet wird?
Ein verkanteter Abstreifer liegt an der Kolbenstange nicht gleichmäßig an: Eine Seite der Abstreiflippe wird übermäßig belastet und verschleißt schnell, die andere Seite dichtet nicht mehr. Im schlimmsten Fall wird die Lippe bereits beim Einpressen eingerissen. Deshalb muss der Abstreifer immer gerade und mit einer passenden Druckhülse eingebaut werden.