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Beschreibung
Die Type 72B ist eine geflochtene Stopfbuchspackung aus einem Diagonalgeflecht aus expandiertem PTFE-Garn (ePTFE), das mit hochreinen mineralischen Füllstoffen versehen ist. Die gleichmäßige Dichte von 2,0 g/cm³ über den gesamten Querschnitt resultiert aus der aufwendigen Flechtweise und sorgt für einen konsistenten Abdichtdruck ohne Druckspitzen.PTFE bietet eine chemische Beständigkeit gegen nahezu alle Industriemedien im pH-Bereich 0–14. Nicht einsetzbar ist die Packung mit geschmolzenen Alkalimetallen und Fluorverbindungen bei hohen Temperaturen und Drücken. Der nutzbare Temperaturbereich reicht von -200°C bis +280°C, was den Einsatz in Tiefkühl- und Hochtemperaturanwendungen ermöglicht.
Die Lebensmittelkonformität ist durch mehrere unabhängige Zulassungen belegt: FDA nach 21 CFR 177.1550 und 21 CFR 177.2260, EG-Verordnung 1935/2004 und EU 10/2011. Das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung hat die Migrationswerte für den Einsatz in lebensmittelverarbeitenden Maschinen bis 200°C bestätigt.
Die hohe Geschmeidigkeit der Packung reduziert den Wartungsaufwand auf ein Minimum. Im Vergleich zu herkömmlichen Packungswerkstoffen sind niedrigere Reibungswerte erreichbar, was den Wellenverschleiß und den Energiebedarf der Anlage senkt.
Merkmale
- WerkstoffExpandiertes PTFE (ePTFE) mit hochreinen mineralischen Füllstoffen (Bariumsulfat)
- FlechtweiseDiagonalgeflecht
- Dichte2,0 g/cm³
- Temperaturbereich-200°C bis +280°C
- Maximaldruck rotierend20 bar
- Maximaldruck oszillierend150 bar
- Maximaldruck statisch250 bar
- Max. Gleitgeschwindigkeit5 m/s
- pH-Bereich0–14
- ZulassungenFDA (21 CFR 177.1550, 21 CFR 177.2260), EG 1935/2004, EU 10/2011
Vorteile
- Beständig gegen nahezu alle Industriemedien (pH 0–14), einschließlich aggressiver Säuren, Laugen und Lösungsmittel, ohne Einschränkung durch das Trägermaterial
- Lebensmittelkonform nach FDA 21 CFR 177.1550/177.2260, EG 1935/2004 und EU 10/2011; geeignet für Lebensmittelverarbeitungsmaschinen, pharmazeutische Anlagen und Getränketechnik
- Temperaturbereich von -200°C bis +280°C deckt sowohl Tiefkühl- als auch Hochtemperaturprozesse ab
- Niedriger Reibungskoeffizient durch die ePTFE-Struktur reduziert Wellenverschleiß und Energieverbrauch gegenüber Graphit- oder Aramidfaserpackungen
- Gleichmäßige Dichte von 2,0 g/cm³ durch Diagonalgeflecht verhindert lokale Druckspitzen und verlängert die Lebensdauer der Packung
- Minimaler Wartungsaufwand durch die hohe Geschmeidigkeit des ePTFE-Garns; kein Nachziehen in kurzen Intervallen erforderlich
Einsatzgebiete
- Absperrventile und Regelarmaturen
- Die Packung dichtet Ventilspindeln in Absperr-, Regel- und Absperrklappen ab. Hauptanwendung laut Hersteller, da die Geschmeidigkeit des ePTFE-Garns eine gleichmäßige Anlage an die Spindel ohne Druckspitzen ermöglicht.
- Kolbenpumpen
- Geeignet zur Stopfbuchsabdichtung in Kolbenpumpen für aggressive Medien, da PTFE gegen Säuren, Laugen und Lösungsmittel im gesamten pH-Bereich 0–14 beständig ist.
- Kreiselpumpen (langsam drehend)
- Einsetzbar in langsam drehenden Kreiselpumpen bis 5 m/s Gleitgeschwindigkeit und 20 bar. Für Anwendungen mit höheren Geschwindigkeiten ist Typ 72D (bis 12 m/s) zu bevorzugen.
- Schieber und Mischer
- Die Packung wird in Schieberarmaturen und Mischerantrieben eingesetzt, wo oszillierende Bewegungen bis 150 bar auftreten.
- Lebensmittelverarbeitungsmaschinen
- Zugelassen nach FDA 21 CFR 177.1550/177.2260, EG 1935/2004 und EU 10/2011; geeignet für den Einsatz in Pumpen, Rührwerken, Mischern und Knetern, die Lebensmittel, Getränke oder pharmazeutische Produkte fördern.
- Pharmazeutische Anlagen
- Die Reinheit des PTFE und die Lebensmittelzulassungen erlauben den Einsatz in pharmazeutischen Produktionsprozessen, wo FDA-Konformität gefordert ist.
- Chemische Industrie
- Beständig gegen aggressive Medien einschließlich konzentrierter Säuren und Laugen; geeignet für Pumpen und Armaturen in der Chemieproduktion.
Do's and Dont's
Do's:- Wellenschlag auf max. 0,001 × Wellendurchmesser begrenzen (bei Gleitgeschwindigkeiten über 2 m/s)
- Packungsringe einzeln einlegen und jeden Ring separat andrücken
- Schnittstellen der Ringe radial versetzen, um Leckagewege zu unterbinden
- Kühlung der Stopfbuchse bei Gleitgeschwindigkeiten über 3 m/s oder erhöhten Temperaturen vorsehen
- Packung für Lebensmittelanwendungen einsetzen, sofern sie als Bestandteil einer konformen Anlage verbaut wird und das Verhältnis Dichtungsfläche zu Behälterfläche mindestens 1:1800 beträgt
- Kühl und trocken lagern, vor direktem Sonnenlicht schützen
Don'ts:
- Nicht mit geschmolzenen Alkalimetallen einsetzen
- Nicht mit Fluorverbindungen bei gleichzeitig hohen Temperaturen und Drücken verwenden
- Zu starke Packung niemals durch Klopfen auf Maß bringen: die Packung geht nach dem Einbau wieder auf und erhöht die Reibung
- Packung nicht als Wendel einbauen, immer einzelne Ringe verwenden
- Brille nicht auf einmal stark anziehen; schrittweise während des Einlaufens nachziehen
Montage
- Anlage drucklos setzen und abkühlen lassen. Stopfbuchsgehäuse, Welle und Spindel auf Beschädigungen, Riefen und Rost prüfen. Oberfläche im Dichtungsbereich muss Rt ≤ 5 µm aufweisen.
- Spalt zwischen Welle und Gehäuse kontrollieren: max. 0,2 mm. Bei größeren Spalten extrusionsfeste Stützringe als erste und letzte Packungsringe einsetzen.
- Packungsquerschnitt exakt auf den Wellendurchmesser abstimmen. Toleranz für 6–20 mm Querschnitt: +0,3 mm / -0,5 mm. Zu starke Packungen niemals durch Klopfen auf Maß bringen.
- Bei Meterware: Packung um die Welle legen und Länge markieren. Zuschnitt mit einem sauberen Schrägschnitt ausführen, sodass die Schnittfläche senkrecht zur Wellenoberfläche steht.
- Packungsringe einzeln einlegen, niemals als Wendel einbauen. Jeden Ring mit der Stopfbuchsbrille oder einer längsgeteilten Hülse einzeln axial andrücken.
- Schnittstellen der einzelnen Ringe radial gleichmäßig versetzt anordnen (z. B. 90° oder 120° je Ring), um Leckagewege zu vermeiden.
- Stopfbuchsbrille gleichmäßig und kreuzweise anziehen. Packung zunächst nur handanliegend komprimieren, dann Anlage in Betrieb nehmen. Geringe Leckage beim Einlaufen ist normal. Brille nach dem Einlaufen schrittweise nachziehen, bis die Leckage auf ein akzeptables Maß reduziert ist.
FAQ
- Bis zu welcher Temperatur ist die Type 72B dauerhaft einsetzbar?
Die Type 72B ist dauerhaft von -200°C bis +280°C einsetzbar. Der breite Temperaturbereich erlaubt den Einsatz sowohl in Tiefkühlprozessen als auch in Hochtemperaturanwendungen wie Dampfanlagen.
- Ist die Type 72B für den Einsatz in Lebensmittelanlagen zugelassen?
Ja. Die Packung ist nach FDA 21 CFR 177.1550 und 21 CFR 177.2260 sowie EG-Verordnung 1935/2004 und EU 10/2011 zugelassen. Das Fraunhofer-Institut hat die Migrationswerte für den Einsatz in lebensmittelverarbeitenden Maschinen bis 200°C bestätigt. Voraussetzung ist, dass das Verhältnis zwischen Dichtungsfläche und abgedichtetem Behältnis mindestens 1:1800 beträgt.
- Für welche Medien ist die Type 72B nicht geeignet?
Die Type 72B ist nicht geeignet für geschmolzene Alkalimetalle sowie Fluorverbindungen bei gleichzeitig hohen Temperaturen und Drücken. Für alle anderen Medien im pH-Bereich 0–14 ist PTFE chemisch beständig.
- Was ist der Unterschied zwischen Typ 72B und Typ 72D?
Typ 72B ist für Ventile und Kolbenpumpen ausgelegt: max. 5 m/s, 20 bar rotierend, 150 bar oszillierend, Temperaturbereich -200°C bis +280°C. Typ 72D ist für höhere Gleitgeschwindigkeiten bis 12 m/s ausgelegt, hat aber einen engeren Druckbereich (rotierend 20 bar, kein statischer Grenzwert angegeben) und einen eingeschränkteren Temperaturbereich ab -100°C.
- Warum verbrennt die Packung in Kreiselpumpen, obwohl die Gleitgeschwindigkeit eingehalten wurde?
Häufige Ursachen sind ein zu stark angezogene Stopfbuchsbrille beim Einbau oder eine falsch dimensionierte Packung. Zu starke Packungen, die durch Klopfen auf Maß gebracht wurden, gehen nach dem Einbau wieder auf und erzeugen erhöhten Anpressdruck. Außerdem muss bei höheren Gleitgeschwindigkeiten (über 3 m/s) eine ausreichende Kühlung der Stopfbuchse vorgesehen werden.
- Kann die Type 72B als Meterware auch für vorgepresste Ringe verwendet werden?
Ja, die Type 72B ist als Meterware lieferbar. Aus der Meterware können Ringe mit 45°- oder 90°-Schnitt zugeschnitten werden. Vorgepresste Ringe sind ebenfalls verfügbar. Bei Meterware muss die Länge durch Umlegen um die Welle ermittelt werden, und der Zuschnitt muss senkrecht zur Wellenoberfläche erfolgen.