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Artikelnummer Querschnitt (mm) Garnmaterial maximale Temperatur (°C) maximale Umfangsgeschwindigkeit (m/s) Gewicht pro 10 Meter (kg) Verpackungseinheit (kg) Länge pro Verpackungseinheit (m)
0505-72A PTFE-Grafit-Packung
5 mm vierkant (3/16")
5 PTFE / inkorporiertes Graphit 280 25 0,43 1 23

Beschreibung

Die Type 72A ist ein Diagonalgeflecht aus reinem, ungesintertem und expandiertem PTFE-Garn mit inkorporiertem Graphit (gPTFE), das zusätzlich mit temperaturbeständigem Silikonöl behandelt wird. Die Kombination aus gPTFE ergibt einen sehr niedrigen Reibungskoeffizienten und gute Wärmeleitfähigkeit: Wärme wird aus dem Dichtungsbereich schnell abgeführt, was Wellenschäden bei hohen Gleitgeschwindigkeiten verhindert.

Die Packung arbeitet zuverlässig bei Temperaturen von -200°C bis +280°C und Gleitgeschwindigkeiten bis 25 m/s. Der maximale Druck beträgt bei rotierender Anwendung 35 bar, bei oszillierender 100 bar und bei statischer Abdichtung 200 bar. Der pH-Bereich umfasst 0 bis 14, was den Einsatz in stark sauren und stark alkalischen Medien erlaubt.

Die Type 72A ist für nahezu alle chemischen Substanzen geeignet. Nicht einsetzbar ist sie bei stark oxidierenden Medien wie Oleum, rauchender Salpetersäure und Königswasser sowie bei gasförmigem Fluor, Farben und Lacken und Sauerstoff. Für diese Medien sind spezielle Packungstypen erforderlich.

Durch ihr breites Einsatzspektrum kann die Type 72A viele andere Packungstypen ersetzen. Das reduziert die Anzahl der vorzuhaltenden Packungssorten im Lager deutlich. Die WRAS-Zulassung (Approval Nr. 1506502) erlaubt den Kontakt mit Trinkwasser bis 85°C.

Merkmale

  • WerkstoffExpandiertes PTFE-Garn mit Graphit (gPTFE), imprägniert mit temperaturbeständigem Silikonöl
  • FlechtartDiagonalgeflecht
  • Temperaturbereich-200°C bis +280°C
  • Max. Gleitgeschwindigkeit25 m/s
  • Max. Druck rotierend35 bar
  • Max. Druck oszillierend100 bar
  • Max. Druck statisch200 bar
  • pH-Bereich0–14
  • ZulassungenWRAS (Approval Nr. 1506502, für Trinkwasser bis 85°C)
  • FarbeAnthrazit

Vorteile

  • Einsetzbar bis 25 m/s Gleitgeschwindigkeit bei gleichzeitig hohen Temperaturen, wo reine PTFE-Packungen versagen.
  • Niedriger Reibungskoeffizient und hohe Geschmeidigkeit schützen Wellen und Schonhülsen vor Verschleiß.
  • Gute Wärmeleitfähigkeit durch den Graphitanteil leitet Reibungswärme aus dem Dichtungsraum ab.
  • Beständig gegen nahezu alle chemischen Medien bei pH 0–14, einschließlich starker Säuren und Laugen.
  • WRAS-Zulassung ermöglicht den Einsatz in Trinkwasser- und Lebensmittelanlagen ohne zusätzliche Freigabeprozesse.
  • Breites Einsatzspektrum ersetzt viele andere Packungstypen und reduziert die Lagerhaltungskosten.

Einsatzgebiete

Kreiselpumpen in der chemischen Industrie
Die Type 72A dichtet rotierende Wellen in Kreiselpumpen ab, die aggressive Chemikalien fördern. Die Beständigkeit gegen pH 0–14 deckt den Großteil der eingesetzten Prozessmedien ab.
Rührwerke und Mischer
In Misch- und Rühraggregaten treten kombinierte Belastungen aus Rotation und radialen Kräften auf. Die hohe Geschmeidigkeit der gPTFE-Packung kompensiert Wellenschlag ohne zu verhärten.
Armaturen und Absperrventile
Bei Spindeln in Schiebern und Absperrventilen dient die Type 72A als statische oder oszillierende Dichtung. Der niedrige Reibungskoeffizient verringert die Betätigungskräfte.
Pumpen in der Papier- und Zellstoffindustrie
Prozesswässer in der Papierindustrie sind oft schwach sauer oder alkalisch. Die Type 72A arbeitet in diesem pH-Bereich zuverlässig und ohne Quellungsprobleme.
Lebensmittel- und Getränkeindustrie
Die WRAS-Zulassung erlaubt den Einsatz in Anlagen, die Trinkwasser und Lebensmittel berühren. Die Packung gibt keine schädlichen Substanzen ab.
Pumpen in der Pharmazeutischen Industrie
In pharmazeutischen Prozessen, wo chemische Inertheit und eine saubere Dichtfläche gefordert sind, bietet gPTFE die notwendige Medienbeständigkeit.
Hochtemperaturanwendungen bis +280°C
Bei Prozessen mit heißem Wasser, Dampf (bis +280°C) oder heißen Chemikalien, wo Standard-PTFE-Packungen erweichen oder versagen, bleibt die Type 72A formstabil.

Do's and Dont's

Do's:
  • Welle und Stopfbuchsraum vor der Montage auf Beschädigungen und Ablagerungen prüfen.
  • Packungsringe einzeln einlegen und Stöße um 90° versetzen.
  • Packung kühl, trocken und UV-geschützt lagern.
  • WRAS-Zulassung bei Einsatz in Trinkwasser- oder Lebensmittelanlagen beachten.
  • Bei hohen Gleitgeschwindigkeiten ausreichende Spülwassermenge sicherstellen, wenn die Anlage einen Spülanschluss hat.

Don'ts:
  • Nicht bei stark oxidierenden Medien einsetzen: Oleum, rauchende Salpetersäure, Königswasser, gasförmiges Fluor, Sauerstoff.
  • Nicht für Farben, Lacke oder lösungsmittelhaltige Medien verwenden.
  • Packung nicht durch Sägen oder mehrfaches Schneiden trennen, da Ausfransungen die Dichtfunktion beeinträchtigen.
  • Stopfbuchsdeckel nicht zu stark anziehen: Überhitzung und vorzeitiger Wellenverschleiß sind die Folge.
  • Keine alten Packungsringe als Ergänzung einlegen, immer kompletten Ringesatz ersetzen.

Montage

  1. Alle alten Packungsringe vollständig aus dem Stopfbuchsraum entfernen. Stopfbuchsraum, Welle und Schonhülse gründlich reinigen. Oberflächen auf Riefen, Korrosion und Beschädigungen prüfen.
  2. Packung mit einem scharfen Messer in einem Schnitt trennen. Für rotierende Wellen (Pumpen, Rührwerke) einen Stumpfschnitt mit ca. 75° empfohlen. Für statische Anwendungen und Ventile einen Schrägschnitt mit 45° verwenden. Einen Packungsschneider oder eine Schneidlehre einsetzen, um reproduzierbare Schnittwinkel sicherzustellen.
  3. Packungsringe einzeln einlegen. Ring axial vorsichtig aufbiegen und mit der Schnittstelle zuerst einführen. Bei mehreren Ringen die Stöße um 90° versetzen, damit keine Leckagepfade entstehen.
  4. Stopfbuchsdeckel gleichmäßig anziehen, zunächst nur handfest. Anlage in Betrieb nehmen und kontrollierte Leckage zulassen, damit sich die Packung einläuft.
  5. Nachziehen schrittweise und symmetrisch durchführen, bis die Leckage auf das zulässige Maß gesunken ist. Übermäßiges Anziehen vermeiden: zu hohe Flächenpressung führt zu Überhitzung und verkürzt die Standzeit.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist die Type 72A dauerhaft einsetzbar?

Die Type 72A ist dauerhaft bei Temperaturen von -200°C bis +280°C einsetzbar. Dieser Bereich übersteigt den normaler reiner PTFE-Packungen, weil der Graphitanteil die Wärme aus dem Dichtungsbereich ableitet und die Packung formstabil hält.

Welche Gleitgeschwindigkeiten verträgt die Type 72A bei rotierenden Wellen?

Bei rotierenden Wellen sind Gleitgeschwindigkeiten bis 25 m/s zulässig. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber Standard-PTFE-Packungen, die bereits bei deutlich niedrigeren Geschwindigkeiten durch Reibungswärme versagen.

Für welche Medien ist die Type 72A nicht geeignet?

Die Type 72A ist nicht geeignet für stark oxidierende Medien wie Oleum, rauchende Salpetersäure und Königswasser sowie für gasförmiges Fluor, Sauerstoff, Farben und Lacke. Für alle anderen chemischen Substanzen bei pH 0–14 ist sie in der Regel einsetzbar.

Kann die Type 72A in Trinkwasseranlagen eingesetzt werden?

Ja. Die Type 72A besitzt die WRAS-Zulassung (Approval Nr. 1506502) für den Kontakt mit Trinkwasser bis 85°C. Sie erfüllt die Anforderungen der BS 6920 für Materialien in Kontakt mit Wasser für den menschlichen Verbrauch.

Wie viele Packungsringe werden in einer Stopfbuchse benötigt?

Die Anzahl hängt von der Baulänge der Stopfbuchse und dem Packungsquerschnitt ab. Typisch sind 4–6 Ringe. Alle Ringe müssen gleichzeitig ersetzt werden — das Auffüllen mit einzelnen neuen Ringen über alte, eingelaufene Ringe ist nicht wirksam.

Wie werden die Ringe beim Einbau zugeschnitten?

Für rotierende Anwendungen (Pumpen, Rührwerke) wird ein Stumpfschnitt mit ca. 75° empfohlen. Für statische Anwendungen und Ventile ist ein Schrägschnitt mit 45° geeignet. Das Schneiden sollte mit einem scharfen Messer oder einem Packungsschneider in einem Zug erfolgen, um Ausfransungen zu vermeiden.

Kann die Type 72A andere Packungstypen ersetzen?

Ja. Wegen ihres breiten Anwendungsspektrums bei Temperatur, Druck, Gleitgeschwindigkeit und Medienbeständigkeit kann die Type 72A viele andere Stopfbuchspackungen ersetzen. Das ermöglicht eine Reduzierung der Packungssorten im Ersatzteillager.